Impuls vom 14.04.2000


  | Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Gott, der Herr; sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken! (Jesaja 55,8f)
Eine Geschichte aus China erzählt von einem armen Bauern, der einen kleinen Acker mit einem alten, müden Pferd bestellt und mehr schlecht als recht mit seinem einzigen Sohn davon lebt. Eines Tages lief ihm sein Pferd davon. Alle Nachbarn kamen und bedauerten ihn wegen seines Unglücks. Der Bauer blieb ruhig und sagte: "Woher wißt ihr, daß es Unglück ist?" In der nächsten Woche kam das Pferd zurück und brachte zehn Wildpferde mit. Die Nachbarn gratulierten ihm zu seinem großen Glück. Der Bauer antwortete bedächtig: "Woher wißt ihr, daß es Glück ist?" Der Sohn fing die Pferde ein, nahm sich das wildeste Pferd und ritt darauf los. Aber das Pferd warf ihn ab, und der Sohn brach sich ein Bein. Alle Nachbarn kamen und jammerten über das Unglück. Der Bauer blieb wieder ruhig und sagte: "Woher wißt ihr, daß es ein Unglück ist?" Bald darauf brach ein Krieg aus, und alle jungen Männer mußten zur Armee. Nur der Sohn mit seinem gebrochenen Bein durfte zu Hause bleiben.
Oftmals verstehen wir die Dinge nicht, die in unserem Leben passieren. Wir sehen Glück und Unglück oft nur vordergründig, ungenau und falsch. Wir denken - wie die Nachbarn - nur an das Sichtbare und Heutige. Aber die Dinge liegen oft ganz anders und tiefer und in größeren Zusammenhängen. Gott sieht die Ereignisse ganz anders. Er sieht die Hintergründe, die Zusammenhänge und die Auswirkungen. Wichtiger als das Verstehen ist, daß wir Gott vertrauen.
Uli Limpf
Erschienen am 14.04.2000
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