Impuls vom 01.09.2000


  | Ich habe ihre Schultern von der Last befreit. (Psalm 81,7)
Der Traum vom Fliegen blieb viele Jahrhunderte ein Traum. Und dann wurde er doch Wirklichkeit. Im Jahr 1783 gelang es im Abstand von zehn Tagen gleich zweimal, dass Menschen in einem von Menschenhand gebauten Apparat von der Erde abheben und eine Strecke freischwebend in der Luft zurücklegen konnten. Ein Ballon der Brüder Montgolfier blieb am 21. November 1783 25 Minuten in der Luft. Ihr Landsmann Jaques Charles schaffte es am 1. Dezember sogar für zweieinhalb Stunden. Das Zeitalter der Luftfahrt hatte begonnen. Heute ist Ballonfahren zu einer Sportart geworden. Wer einmal oben war, möchte wieder hinauf, sagen Ballonfahrer.
Ballone steigen dadurch, daß Ballast abgeworfen wird. Auch wer kein Ballonfahrer ist, könnte das hin und wieder tun. Wir schleppen so vieles mit uns herum, nicht nur gute Erinnerungen. Wir tragen anderen Menschen Dinge nach und schleppen uns dabei zu Tode. Wir mühen uns mit Lasten, die eigentlich nur Gott selber tragen kann. Wir leben mit unserer eigenen, oft unbereinigten Schuld und kommen seelisch nicht mehr hoch. Gott kann unser Leben von unnötigem Ballast freimachen. Ich freue mich, wenn ich einem bunten Ballon hinterherschauen kann. Er ist mir ein Bild für ein Leben, das von unnötigen Lasten befreit wurde.
Uli Limpf
Erschienen am 01.09.2000
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