Impuls vom 10.07.1998


  | Und Gott hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen. (Apostelgeschichte 17,26)
Wissenschaftler haben uns neulich die Kaulquappe ohne Kopf vorgeführt. Stolz verkündeten sie, daß man demnächst auch einen menschlichen Organismus ohne Gehirn züchten könnte. Wozu soll das Monstrum gut sein? Als lebendiges Ersatzteillager für Organe, die man kranken Menschen einpflanzen kann. "Toll", sagen die einen, "dann kann man vielen Kranken helfen." Alles ist so gut gemeint. Mir fiel ein: "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie..." - ja wen denn? Viele Errungenschaften der Wissenschaft wurden als Hilfe gefeiert. Erst später merkte man, daß schreckliche Folgen als unerwünschte Nebenwirkungen auftraten. Heute kann jeder denkende Mensch wissen, daß die zerstörerischen Folgen größer sind als die Hilfe, wenn man selbstherrlich menschliches Leben zur Verwertung freigibt. Zur Verantwortung des Menschen vor Gott gehört, daß wir Grenzen achten: Nein, wir dürfen nicht alles machen, was wir machen könnten.
Uli Limpf
Erschienen am 10.07.1998
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