Impuls vom 20.03.2009


  | Zu glauben ist schwer, nichts zu glauben ist unmöglich. Victor Hugo
Viele Menschen sagen, dass sie nicht glauben könnten. Sie sind der Meinung, dass nur das relevant ist was sichtbar, messbar und erlebbar ist. Und sie lehnen es ab, für sich einen Glauben zu akzeptieren. Andererseits höre ich öfter die Aussage: „An etwas glaubt jeder!“ Der zweite Teil von Victor Hugo`s Aussage scheint mir plausibler zu sein als der erste. Selbst Atheisten sind nicht frei von Glaubensüberzeugungen.
Aber warum ist es schwer zu glauben? Daran zu glauben, dass unser Leben hier nicht alles sein kann, dass es Höheres gibt als unser Denken und Wirken, dass unsere Existenz weiter reicht als bis zum Friedhof – das scheint mir schon allein deshalb angebracht, weil viel Übernatürliches und für Menschen Unerklärbares die Menschheitsgeschichte begleitet hat. Erst recht aber kann ich gut glauben, wenn ich den, an den ich glaube in meinem Leben „erleben“ kann. Der amerikanische Schriftsteller Nathaniel Hawthorne schrieb einmal: „Der christliche Glaube ist eine großartige Kathedrale mit göttlich bebilderten Fenstern. Steht man draussen, sieht man keine himmlische Herrlichkeit, noch kann man sich überhaupt eine vorstellen; steht man in ihr, enthüllt jeder Lichtstrahl eine Harmonie unaussprechlichen Glanzes“. (aus: Der Marmorfaun)
Glaube ist keine Theorie. Der Spruch “Glaube heißt nicht Wissen“ ist eine irreführende Ausrede, wenn man das nötige Wagnis, die Kathedralentüre aufzustossen nicht einzugehen bereit ist. Aber mit der Bereitschaft an unseren Gott zu glauben, ihm zu vertrauen und ihm zu dienen, öffnen sich unserem Leben Dimensionen von denen wir zuvor keine Ahnung hatten.
Erschienen am 20.03.2009
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