Logo Impuls vom 11.09.2009



Und der HERR antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach: Wer ist's, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand? Gürte deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen, lehre mich! Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir's, wenn du so klug bist! Weißt du, wer ihr das Maß gesetzt hat oder wer über sie die Richtschnur gezogen hat? Worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne? Hiob 38,1-7 Unser Wissen ist ein kritisches Raten, ein Netz von Hypothesen, ein Gewebe von Vermutungen. Karl Popper

Der Sommer vergeht so langsam. Der beginnende Herbst und der nahende Winter veranlassen einen, schon einmal über das Jahr nachzudenken. Zumindest, wenn man noch etwas Verbundenheit zur Landwirtschaft hat ist der Beginn der Weinlese eine Zäsur wo man anfängt Bilanz zu ziehen. Auch die Spuren des Herbstes in der Vegetation erinnern uns an die Pracht der Natur vom Frühling über den Sommer bis jetzt. Mich erfüllt das immer wieder mit Ehrfurcht, wenn ich so einen Vegetationsablauf an meinem geistigen Auge vorüberziehen lasse. Und es kommen die Fragen nach der Kraft, die hinter diesem allem steckt.
Hiob war in einer verzweifelten persönlichen Lage und haderte mit Gott ja klagte ihn an. Das ging bis in ganz grundsätzliche Feststellungen über Gottes Wesen und Wollen. Bis Gott ihm antwortete und seine eingebildete „Allwissenheit“ mächtig in Frage stellte. Auch heute wissen wir Menschen wohl schon am allerbesten wie alles funktioniert, wo es herkommt und manche auch bereits wo alles hingeht. Einige weise Menschen haben dabei allerdings erkannt dass es mit diesem Wissen nicht wirklich so weit her ist. So wie der Philosoph Karl Popper Ende des 20sten Jahrhunderts.
Gottes Gedanken sind immer noch weit größer als die von uns Menschen. Auch die beste Wissenschaft wird niemals an das Ende allen Wissens gelangen. Es geht allen so, wie ein anderer Philosoph es Anfang des letzten Jahrhunderts zusammengefasst hat:
„Und wir wissen heute wie wenig wir wissen. Niemals wurde eine Beobachtung gemacht, ohne dass hundert Beobachtungen außer acht gelassen wurden. Nie wird etwas beurteilt, ohne dass uns eine boshafte Wahrheit verspottet und uns durch einen Irrtum wieder verloren ginge“ H.G. Wels
Unser Wissen bleibt Stückwerk. Es ist gut und weise, wenn wir dies im Hinterkopf behalten und Gottes letztliche Autorität akzeptieren.

Erschienen am 11.09.2009