Impuls vom 09.10.2009


  | Gott steh’ ihr bei – der Klerikei – die Laien lernen lesen. Karl Julius Weber
Am 16. Oktober wird die erste Buch- und Kalenderausstellung im Pavillon am Bahnhof eröffnet. Auch heute noch, im Zeitalter der bewegten Bildmedien, behauptet das Buch einen wesentlichen Platz in der Bildung und Unterhaltung der Menschen. Dabei ist das Lesen kein Wert an sich, wie der ehemalige Programmdirektor von Radio Luxemburg und RTL-Luxemburg-Chef Helmut Thoma bemerkt. Er sagt: „Es ist seit Gutenberg viel mehr Schwachsinn gedruckt worden, als das arme Fernsehen in den 60 Jahren seiner Existenz versenden konnte“. Mag sein, doch es wird wohl kaum noch lange dauern, bis die Fernsehsender die Druckereien diesbezüglich weit überflügelt haben. Das geschriebene und gedruckte Wort hat jedenfalls zu allen Zeiten die Menschen und den Gang der Welt beeinflusst. Obiges Zitat umschreibt den Wandel der Kirche, der sich ereignete, als Menschen in die Lage versetzt wurden, Gottes Wort, die Bibel, selbst zu lesen.
Seit der Zeit der Reformation und der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg ist die Entstehung christlicher Literatur nicht abgerissen, wenn sie auch oft genug unterdrückt werden sollte und wird.
Man nennt das Christentum ja eine „Buchreligion“, weil die grundlegenden Offenbarungen Gottes in Buchform niedergelegt wurden. Dieses Wort suggeriert allerdings auch eine gewisse Theoretisierung des Glaubens, welche Jesus und seine Nachfolger immer angeprangert haben. Der Glaube muss leben und sich im Leben der Menschen auswirken. Genau davon berichten viele der Bücher, die in der ersten Kalender- und Buchausstellung zu sehen sind.
Erschienen am 09.10.2009
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