Impuls vom 30.07.1999


  | Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen. (1. Könige 8,27)
Am 12. April 1961 umkreiste der sowjetische Fliegeroffizier Jurij Gagarin als erster Mensch die Erde. Nach seiner Rückkehr stellte er fest, daß er im Weltraum keine Spur von Gott, den Engeln oder einem Himmel entdeckt hätte. Große Freude im damals atheistisch ausgerichteten Rußland! Endlich konnte es wissenschaftlich bewiesen gelten, daß das mit dem Himmel Schwindel der Kirchen war. Die Zeit des politisch verordneten Atheismus ist vorbei. Aber der Himmel bleibt eine problematische Sache für viele. Läßt man Kinder den Himmel malen, dann sitzt auf einem Thron über den Wolken ein Alter Mann mit Bart umgeben von Engeln. Wir alle sind Opfer von Künstlern geworden, die versucht haben, den Himmel zu malen. Leider haben wir in unserer Sprache nur dieses eine Wort "Himmel" und nicht wie im Englischen zwei. Der Engländer bezeichnet mit "sky" den Bereich, wo sich Wolken, Flugzeuge und Raketen bewegen. "Heaven" ist für ihn der Bereich Gottes. Bei dem ersten geht es um Quantität, um eine meßbare Ausdehnung. Bei dem zweiten um Qualität, um das Reich Gottes, das nicht oben und nicht unten, sondern ganz anders als unsere Welt ist. Gott ist nicht nur im Himmel, er ist sogar bei uns auf der Erde, ja er kann sogar Raum gewinnen im Leben eines jeden Menschen.
Uli Limpf
Erschienen am 30.07.1999
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