Logo Impuls vom 06.08.1999



Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu. (Offenbarung 21,5)

Johannes saß auf der Gefängnisinsel Patmos als er die Offenbarung geschrieben hat. Dort gab es keine Entlaßpapiere, sondern nur Totenscheine. Deshalb hatte Johannes nur Grabtsteine mit gestorbenen Hoffnungen vor sich. Sehen wir mehr? Unser grüner Planet ist doch auch nur eine Toteninsel, die keinem einen ewigen Aufenthalt gewährt. "Nur Frist und Zeitgewinn ist unser Leben" (Shakespeare). Den Totenschein, auf dem einzig noch das Datum fehlt, haben wir alle in der Tasche. Eines Tages fiel es Johannes wie Schuppen von den Augen. Er sah die neue Welt. Keine Träne, kein Schrei, kein Schmerz mehr. "Siehe, ich mache alles neu." Der Sieg Jesu am Ostermorgen ist zum endgültigen Sieg geworden. Wer nur den Grabstein sieht ist kurzsichtig. Wer nur die dunkle Erde sieht, ist nachtblind. "Gib uns Augen, die was taugen" - so müssen wir Gott neu bitten, damit auch uns die neue Welt in den Blick kommt, die wir nicht schaffen können und nicht schaffen brauchen, weil Gott sie selbst schaffen wird. Der Brite Arnold Toynbee (1899 - 1975), der letzte große Universalhistoriker, schrieb: "Ohne diese Sicht nach vorne ist die Geschichte nicht mehr auszuhalten."

Uli Limpf

Erschienen am 06.08.1999