Logo Predigt: Thema: Mann sein



Die traditionelle Männerrolle scheint durch neue Rollenverteilung in der heutigen Gesellschaft nicht mehr klar abgesteckt. Wo nimmt ein Mann seine Ideale und seine Orientierung her?

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Anspiel: Herbert Grönemeier Lied: "Männer"

Liebe Gemeinde,

Haben nicht viele Generationen von Männern gelebt, ohne auch nur einen Gedanken an ihr Mann-Sein zu verschwenden? Sind es nur die Weichlinge, die über sich selbst nachdenken und sich verunsichern lassen? Oder was führt uns überhaupt dazu, die Männerfrage zu stellen?

Die Antwort hat zunächst mit Theologie und Glauben nichts zu tun. Die Männerfrage stellt sich deshalb so radikal, weil sich in den letzten Jahrzehnten ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel vollzogen hat, der auch am Mann nicht spurlos vorüberging. Jahrtausende lang war die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau klar abgesteckt: Der Mann mit seiner größeren Körperkraft "muß hinaus ins feindliche Leben" (Schiller). Als Beschützer und Ernährer bestimmte er die öffentliche Lebenswelt vollständig. "Drinnen waltet die züchtige Hausfrau", zuständig für Ordnung, Sauberkeit und Kinder. Eine Frau ohne Mann war bis vor 100 Jahren höchstens als Nonne oder Diakonisse denkbar. Der Mann war unverzichtbar.

Heute hat sich das grundlegend geändert. Frauen lernen Berufe und üben sie aus; sie verdienen ihr eigenes Geld und sind nicht unbedingt auf die Bindung an den Mann angewiesen. Mehr noch: Frauenbewegungen sehen im Mann selbst das Übel: Er ist für die Krisen der Welt, zum Beispiel für die Zerstörung der Natur oder für Kriege verantwortlich. Der frühere Held ist zum Buhmann geworden.

Man kann diese Umorientierung begrüßen oder als Werk des Teufels betrachten. Aber um eine solche Wertung geht es letztlich gar nicht. Wir müssen uns nur darüber klarwerden, daß wir alle Teil dieser Gesellschaft sind, von ihr geprägt werden und mit ihren alltäglichen Veränderungen leben müssen. Christliche Frauen und Männer sind davon genauso betroffen wie andere auch. Wie tiefgreifend diese Veränderungen bis in selbstverständlich gewordene Tagesabläufe sind, möchte ich in einigen Streiflichtern skizzieren.

Jahrhunderte war das Leben in einer Großfamilie selbstverständlich. Man arbeitete auf der Landwirtschaft zusammen und aß zusammen zu Mittag. Viele unserer Großväter oder Urgroßväter hätten es sich wohl nur schwer vorstellen können, acht bis zehn Stunden am Tag im Büro zu sitzen oder gar eine Wochenendehe zu führen.

Damals war der ältere Mensch eine Autorität. Er wußte in allen Bereichen Bescheid und bestimmte, was die jungen zu lernen hatten. Heute erklären schon Kindergartenkinder dem Opa, wie er den Videorecorder oder den Computer zu bedienen hat.

Nicht zuletzt hat sich die Rolle der Frau radikal gewandelt. Unsere Großmütter erlernten in der Regel keinen Beruf. Sie halfen in der Landwirtschaft mit und waren ansonsten für den "häuslichen' Bereich zuständig. Heute haben Frauen auch aus konservativ-christlich geprägten Kreisen! - in der Regel einen qualifizierten Beruf erlernt. Nicht selten haben sie sogar studiert und sowohl ihr Einkommen als auch ihr geistiger Horizont kann mit dem des Mannes leicht mithalten. Es waren nicht zuletzt ihre Väter, die sie auf diesem Weg bestärkt haben. Kann es da überraschen, daß Frauen mitreden wollen und auf Gleichberechtigung oder Partnerschaftlichkeit drängen? Wer wollte es ihnen verübeln, wenn sie ihren Beruf nicht "einfach so" aufgeben wollen? Und selbst wenn sie ein bewußtes ja zur Nur-Hausfrau finden, läßt sich auch das nur noch in seltenen Fällen mit der Situation ihrer Großmütter vergleichen: Die Lebens- Arbeits- und Familiengemeinschaft der letzten Jahrhunderte gibt es nicht mehr.

Diese wenigen Beispiele zeigen: Unser Leben hat sich bis in die alltäglichen Kleinigkeiten hinein grundlegend gewandelt. Aufgaben, Anforderungen und Lebensgefühl haben sich geändert, im Beruf, in der Familie und damit auch im Mann-Sein. Die Frage nach echtem Mann-Sein ist berechtigt. Die neue Situation erfordert neues Nachdenken.

Nachdem wir uns klar gemacht haben, daß wir eine völlig veränderte gesellschaftliche Situation haben möchten wir uns auch darüber klar werden, was die Bibel eigentlich über die Männer sagt. Wie sollen Männer nach den Vorstellungen der Bibel sein? Ich habe einfach einmal das NT durchforscht, was dort über Männer steht und möchte uns einmal einige Bibelstellen vorlesen. Im Anschluß daran wollen wir aus Gesellschaft und Bibel 4 Linien für das Mann sein heute ausziehen. Doch lassen wir zuerst einmal die Bibel auf uns wirken.

Eph 5,25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich für sie dahingegeben,

Kol 3,19 Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie.

1Tim 2,8 So will ich nun, daß die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.

Tit 2,2 Den alten Männer sage, daß sie nüchtern seien, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld;

Tit 2,6 Desgleichen ermahne die jungen Männer, daß sie besonnen seien

1Kor 16,13-14Wachet, steht im Glauben, seid männlich und seid stark! Alle eure Dinge laßt in der Liebe geschehen!

1. Auf dem Weg zu sich selbst

Wer bin ich eigentlich? Normalerweise antworten wir Männer auf diese Frage mit unserem Namen und mit unserer Berufsbezeichnung. Ich bin Uli Limpf und ich bin Prediger. So weit so gut. Aber wer weiter bohrt wird merken: So einfach ist das gar nicht. Tief im Inneren sind auch wir Männer vielschichtiger, ungereimter, als uns lieb ist. Nach außen wirken wir oft selbstsicher, gelassen, man hat das Bild eines erfolgreichen Mannes aufgebaut. Innerlich aber empfinden viele Männer Ängste, spüren sie Schwächen und Unsicherheiten werden sie geplagt von Ängsten vor dem Versagen, die Angst davor in dieser Welt, mit ihren vielen Anforderungen zu scheitern. Männern fällt es ungeheuer schwer das zuzugeben. Sie würden sich vorher die Zunge abbeißen, bevor sie darüber reden würden.

Die Auflösung der festen Rollen, wie wir das vorher beobachtet haben, die Emanzipationsbewegung, die oft starken Frauen haben viele Männer innerlich unsicher gemacht. Heute werden so viele verschiedene Forderungen an den Mann herangetragen, daß er manchmal gar nicht mehr weiß wer er sein soll. Sensibel soll er sein, der Mann, empfindsam für seine Frau und seine Kinder, gleichzeitig aber auch erfolgreich im Beruf. Er soll zwar wissen was er will, aber sich nicht durchsetzen um jeden Preis und vieles mehr. Das ist ein Balanceakt, den viele Männer nicht richtig aushalten und wo sie manchmal nicht mehr wissen, wer sie eigentlich sind. Ihr Frauen, darf ich das auch als Mann einfach einmal sagen, es ist heute gar nicht so einfach ein Mann zu sein.

Auf diese Herausforderungen reagieren Männer unterschiedlich. Die einen werden zum Macho, zum absolut coolen Mann, wie ihn z.B. die Marlboro Werbung vermittelt. Alle Welt soll merken, was er für ein Kerl ist und daß er weder Tod noch Teufel, geschweige denn einen Gott fürchtet. Diese Männer, rauchen, trinken, fluchen, huren und boxen sich durchs Leben durch. Sie spielen den Macho und oft genug steckt dahinter ein total verunsicherter Mensch. Oft heißt es im Leben dieser Männer: Nach außen hin, beruflich sehr erfolgreich. In der Familie dagegen oft ein Scherbenhaufen. Soziologen reden bei diesen Männern von äußerer Macht und innerer Ohnmacht. (Studie bei 4000 Managern in Amerika)

Andere werden nicht zu Machos, sondern zu Softies. Sie sind ohne Saft und Kraft, ohne Energie, ohne Entschlußkraft und Selbstvertrauen. Sie sind liebenswürdig, gegen Krieg und Umweltverschmutzung. Sie haben der harten Kritik der Emanzipationsbewegung an der Führerrolle des Mannes nachgegeben und üben keine Macht, keine Führung mehr aus. Aber sie erreichen auch wenig und nicht selten sind ihre Frauen sehr unglücklich, weil diese Frauen alles selber entscheiden und anpacken müssen. Andere Männer fliehen in die Arbeit, sie werden arbeitssüchtig und überspielen damit ihre Unsicherheit oder ihre inneren Konflikte.

Männer, wer sind sie, wie finden sie zu sich selbst?

Ein Mann ist für mich einer, der echt sein kann. Der zu sich, auch zu seinen Schwächen stehen kann ohne in Arbeitssucht, Machogehabe oder weichlicher Unentschlossenheit zu fliehen. Echtes Mann sein gelingt dort, wo ein Mann auch in seinen Schwächen sich annehmen kann. Und ihr Frauen, das ist auch die Stelle, wo ihr euren Männern helfen könnt, als Männer zu leben, indem sie echt sein dürfen, auch mit ihren Schwächen.

Echt Mann ist für mich auch derjenige, der weiß, daß er einen Gott braucht und diesem Gott in seinem Leben die erste Priorität gibt. Dieser Gott kann die Persönlichkeit heilen und prägen. Dieser Gott ist selber das beste Vatervorbild und derjenige, von dem wir Männlichkeit lernen können. Jesus ist für mich der Mann schlechthin, den ich mir zum Vorbild nehmen möchte. Er konnte offen sein, er scheute sich nicht Konflikte anzusprechen und Menschen, z.B. die Pharisäer zu konfrontieren. Gleichzeitig war er einer der dienen konnte, der lieben konnte und in großer Demut und Ehrfurcht vor seinem Vater seinen Weg ging. Er übernahm Verantwortung bis dorthin, daß er sein Leben für andere hergab und er praktizierte Vergebung, die keine Bitterkeit zurückließ. Er war weder Softie noch Macho, er war Mann. Wer bin ich als Mann? Ich möchte wie Jesus werden.

2. Männerfreundschaften

Etwas was Männern helfen kann zu sich selbst zu stehen und ihre Rolle im Leben zu finden sind Männerfreundschaften. Echte Männerfreundschaften sind leider selten. Oft sind Männerfreundschaften nur sachliche Freundschaften oder sogar bloß Stammtischfreundschaften, wo man nur über Frauen, Fußball, Autos, Häuser bauen, Reben pflanzen und Politik spricht. Aber das sind für mich keine Männerfreundschaften. Viele Männer sind innerlich unendlich einsam. Es fällt ihnen schwer, auf jeden Fall schwerer als Frauen, echte und tiefgehende Beziehungen aufzubauen, gerade anderen Männern gegenüber. Männer haben Angst sich anderen wirklich zu öffnen. Vielleicht fürchten sie die Konkurrenz des anderen Mannes, vielleicht fürchten sie, daß ihre Öffnung ihnen als Schwäche ausgelegt wird. Viele Männer sind gnadenlose Einzelkämpfer in ihrem Leben und bleiben es sogar in der Gemeinde. Das, so denke ich, ist nicht gut. Ich möchte allen Männern Mut zu Männerfreundschaften machen und ihr Frauen, fragt eure Männer: Hast du eigentlich einen Freund, keinen Kumpel, sondern einen echten Freund? Männerfreundschaften können einen unschätzbaren Dienst leisten, zu sich selber zu finden, in Krisen zurecht zu kommen oder auch den Weg des Glaubens zu gehen. Deshalb frage ich euch Männer:

Hast du einen Freund, mit dem du durch dick und dünn gehen kannst und von dem du weißt, er steht zu dir, auch wenn du ihm deine innersten Gedanken sagst? (David - Jonatan)

3. Im Spannungsfeld von Arbeit, Familie und Gemeinde

Das Spannungsfeld von Arbeit, Familie und Gemeinde richtig zu leben und zu gestalten ist wohl für die meisten Männer heute die größte und schwierigste Herausforderung. Dieses Spannungsfeld stellt viele Männer in eine ungeheure Zerreißprobe. Im Beruf wird heute oft gnadenlos gefordert. Man sieht, wie sich die Aktenberge auf dem Schreibtisch häufen, man sieht die Aufträge die unbedingt bis zum Wochenende fertig sein müssen, möchte man den Kunden nicht verlieren. Zu Hause beklagen sich einstweilen die Frau und die Kinder über die ständige Abwesenheit des Mannes und daß sie zu kurz kommen. Nun stellt euch vor, dieser Mann hat in dieser Woche auch noch eine Brüderratssitzung, in der deutlich wird, daß die Gemeinde nur dann voran kommen kann, wenn jeder bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen. Weiter wird in dieser Sitzung von zwei drei Personen erzählt, die große Probleme haben und die man unbedingt besuchen sollte. Zu allem Übel meldet der Kassierer auch noch, daß die Kosten höher sind wie die Einnahmen. Das wiederum treibt den armen Mann dazu, sich noch mehr im Beruf zu engagieren.

Die meisten christlichen Männer, die ich kenne, haben in diesem Spannungsfeld Probleme. Leicht ist dieses Problem auch nicht zu lösen. Oft entwickeln sich daraus Schieflagen: Es gibt Männer, die sich ganz auf die Familie zurückziehen und jede Verantwortung in der Gemeinde ablegen. Vielleicht auch nach dem Motto: Ich habe mich lange genug engagiert, jetzt sind andere dran. Andere wiederum fliehen in die Gemeinde, fliehen vielleicht auch vor Spannungen in der Familie in die Gemeindearbeit und lassen frustrierte Frauen und Kinder zu Hause sitzen. Was ist an dieser Stelle hilfreiches zu sagen?

a) Männer und Frauen müssen sich gut und offen darüber aussprechen, wie das Engagement in Beruf, Familie und Gemeinde sich aufteilen soll. Ein Bekannter von mir hat auch immer viel zu viel zu tun und saß manchesmal bis in die Nacht vor dem Computer. Er und seine Frau haben vereinbart, daß er einen Abend in der Woche bis in die Puppen schaffen kann. Und das nützt er dann auch aus, da sitzt er bis Mitternacht oder noch später vor der Kiste ohne schlechtes Gewissen und seine Frau weiß von vorneherein. An diesem Abend brauche ich nicht mit dem Abendessen auf ihn warten.

b) Keine feste Reihenfolge festlegen, sondern wechselnde Phasen akzeptieren. Es ist wohl schwierig, wenn man in dem Konflikt nun eine Reihenfolge festlegt, die ein ganzes Leben lang anhalten soll. Also z.B. in der Gemeinde nur noch im Posaunenchor, aber nicht mehr im Brüderrat. Es wird immer Zeiten geben, wo ein Bereich mehr Aufmerksamkeit fordert und ein anderer zurücktreten muß. Wenn man Beispielsweise eine neue Stelle anfängt, kann es sein, daß die Familie auch einmal eine Zeitlang kürzer treten muß und wenn man ein, zwei, drei, vier oder mehr kleine Kinder zu Hause hat, kann es auch sein, daß man Aufgaben in der Gemeinde für eine Zeit lang abgeben muß, aber das heißt ja nicht unbedingt für immer.

Diese Phasen können sich über Jahre erstrecken oder aber auch über Wochen oder Monate. Eine Grundregel soll dabei sein: Nach hektischen, arbeitsreichen Zeiten im Beruf oder in der Gemeinde, braucht man auch wieder Atempausen für die Ehe und für die Familie. Wenn man weiß, es kommt auch wieder eine Zeit, in der wir aufatmen können, kann anstrengende Phasen im Beruf oder in der Gemeinde besser meistern. Die Frage, die man sich stellen muß lautet also: Kann ich nach hektischen Zeiten im Beruf oder großem Einsatz in der Gemeinde wieder Ruhezeiten für mich und die Familie einplanen?

c) Prioritäten setzen: Christliche Männer sind gerufen, neben ihrer Arbeit sich sowohl für ihre Familien, als auch für die Gemeinde zu engagieren. Wer dies anerkennt muß mit Konsequenzen rechnen. Ein Berufsleben, das auf Dauer einen 16-Stunden Tag verlangt ist mit den anderen Aufgaben wohl nicht zu vereinbaren. Deshalb muß man sich im Konfliktfall Prioritäten setzen: Will ich möglichst viel Geld verdienen, will ich einen möglichst hohen Posten begleiten oder begrenze ich mich im beruflichen oder auch im nebenberuflichen Bereich bewußt, um für Familie und Gemeinde genügend Zeit zu haben? (Nebenerwerbslandwirtschaft)?

Es ist nicht leicht, dieses Spannungsfeld auszutaxieren und ich denke an diesem Spannungsfeld müssen wir ein ganzes Leben lang arbeiten. Aber diese Arbeit lohnt sich, denn gerade auch an diesen Fragen beweist sich die Glaubwürdigkeit unseres Glaubens.

4. Der führende Mann - geistliche Leiterschaft

Gerade unsere Zeit, in der so viele Männer verunsichert leben, braucht Männer, die Persönlichkeiten sind, auch geistliche Persönlichkeiten. Der führende Mann, der geistliche Leiter ist nicht derjenige, der Machtansprüche durchsetzt oder besonders autoritär auftritt. Der führende Mann ist derjenige, der sich selber von Gott führen läßt, der selber ein geführter ist. Echte Führung ist zutiefst eine geistliche Angelegenheit. Sie beginnt nicht mit irgendwelchem Gehabe, nicht damit, daß man sich als Mann aufspielt, sondern mit dem Hören auf das was Gott will. Ein wirklich geistlicher Mann ist zunächst ein Hörender und ein Betender. Er ist einer, der selbst um Führung bittet. Herr, weise mir deinen Weg. Er lebt aus dem Vertrauen, daß Gott klare Weisungen gibt, bis auch in alltägliche Fragen hinein. Echte Führerschaft, echtes Mann sein hat nichts mit einsamem Heldentum zu tun, sondern mit dem Hören auf Gott und dem Gespräch mit anderen.

Führung in geistlichen Dingen ist besonders nötig. In unserer Gesellschaft hat sich das Urteil gefestigt: Religion ist Frauensache, Männer sind für handgreiflichere Dinge zuständig. Oft ist das leider auch so in unseren frommen Kreisen. Oft erstreckt sich das geistliche Leben von Männern in Familien darin, daß sie zu Tisch beten, vielleicht, wenn es gut geht, morgens noch die Losung lesen. Aber geistliche Männer beten mit ihren Kindern, geistliche Männer geben ihnen Wegweisung für das Leben, sie sind offen für Gespräche über die Sonntagspredigt, über Glaubenserfahrung und Anfechtungen ihres Lebens. Geistliches Leben ist bei ihnen nicht nur Fassade, sondern echt. Es sind Männer die sagen: Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen. Wer solche Sätze sagt und zu leben versucht, der ist auf dem Weg zu wahrer Männlichkeit.

Welche Richtung also schlagen wir Männer ein, um unseren Mann zu stehen? Bill Hybels schreibt in einem Buch von einem seiner Freunde, der ein bekannter Footballspieler in Amerika ist. Seine Gegner werden schwach, wenn er sie ansieht - solche Kraft, solche Entschlossenheit, solchen Hunger auf den Sieg strahlen diese Augen aus. In seinen Augen sind Tränen, wenn er darüber spricht, wie seine Mutter ihn und neun weitere Geschwister unter widrigen Umständen aufgezogen hat. Aber seine Augen kennen auch ein Lachen, wenn er seinen Tochter auf seinen Knien hüpfen ließ oder seinen vor Wonne kreischenden kleinen Sohn hoch in die Luft warf. Seine Augen leuchten vor Liebe, wenn er seine Frau umarmt und ihr einfach danke dafür sagt, daß es sie gibt. Seine Augen senken sich aber auch nieder, wenn er betet und sie gleiten aufmerksam über die Blätter der Bibel auf der Suche nach Gottes Wahrheit. Bill Hybels schreibt: Das ist echte Männlichkeit: Kraft, Dynamik, Entschlossenheit, Verlangen, Tränen, Lachen, Liebe, Andacht.

Wenn wir noch jung sind, eigene Familien, Kinder zu Hause haben, laßt uns solche Männer werden und ihr Männer, deren Kinder schon aus dem Haus sind. Werdet Väter oder Großväter in Christus, daß junge Männer hier in der Gemeinde sagen. So wie der, will ich einmal werden, der ist mir ein Vorbild.

1Kor 16,13-14Wachet, steht im Glauben, seid männlich und seid stark! Alle eure Dinge laßt in der Liebe geschehen!

Amen