Logo Predigt: Die Macht der Götzen brechen



Gideon geht das Problem der Israeliten an: sie vermischten Götzendienst mit Gottesdienst.

Richter 6, 25-32

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Liebe Freunde,

So langsam, finde ich, wird diese Gideonsgeschichte richtig spannend. Das ist Stoff, aus dem man einen guten Fernsehfilm drehen könnte.
Nach seiner Begegnung mit dem Engel des Herrn war Gideon offensichtlich ein veränderter Mensch: Zwar noch immer etwas zurückhaltend und skeptisch, aber gleichzeitig auch mutig und vor allem empfindsam für die Stimme Gottes. Plötzlich konnte er die Stimme Gottes in seinem Leben hören. Das war etwas, das ihm früher verwehrt geblieben war. Und damit ist er in eine weitere Lektion hinein genommen, die er lernen musste und die bis zum heutigen Tag für jeden von uns gültig geblieben ist - nämlich nicht nur zu hören, sondern auch zu gehorchen!

Gott sprach zu ihm und befahl ihm, den Götzenaltar im Hause seines Vaters zu zerbrechen, die Ascherasäule umzuhauen und auf dem zerbrochenen Altar und mit dem Holz der Götzensäule Gott selbst ein Brandopfer zu bringen. Damit wird in der Gideon Geschichte das Thema der Busse weiter ausgeleuchtet und vertieft. Wir erinnern uns: Bei der Begegnung mit dem Engel des es Herrn hat Gideon durch das Opfer des Ziegenbocks und das Speisopfer für sich persönlich bereits Busse getan, eine Gesinnungsänderung vollzogen. Aber ganz offensichtlich genügte dies noch nicht!
Das geistliche Problem der Israeliten war, dass sie den Gottesdienst mit Götzendienst vermischt hatten. Für sie mag es ganz harmlos ausgesehen haben. Tief in ihrem Herzen glaubten sie ja wirklich an den Gott ihrer Väter, der sie aus Ägypten befreit und nach Kanaan zurückgebracht hatte. Sie beabsichtigten eigentlich nie, diesen ihren Gott zu verlassen oder in der Anbetung aufzuhören. Für sie war es klar: Nur Jahwe war würdig, wirklich angebetet zu werden. Aber gleichzeitig war dieser Gott so anders als all die anderen Götter, die sie bei anderen Völkern kennenlernten. Er war unsichtbar und hatte verboten, irgendein Bildnis von ihm herstellen zu lassen. Das einzig Greifbare, das die Israeliten von Gott hatten, war die Stiftshütte mit der Bundeslade, die ihren Platz in Silo gefunden hatte. Und auch in geistlicher Hinsicht war dieser Gott so anders als die Götter der Völker - er schien mehr für die grossen Zusammenhänge im Universum zuständig zu sein als für die kleinen alltäglichen Ereignisse und Bedürfnisse. Und so begannen sie, für diese "kleinen" alltäglichen Dinge des Lebens anderen Dingen zuzuwenden als mit Gott darüber zu reden oder ihm zu vertrauen. Das erste Bedürfnis des Alltags betraf die Ernte. Als vorwiegend landwirtschaftliche Kultur war es von größter Wichtigkeit, dass alles stimmte, um eine gute Ernte zu erhalten: Der richtige Zeitpunkt, das richtige Wetter, die Ausgewogenheit zwischen Sonnenschein und Regen usw. Und da bot sich der kanaanäische Gott Baal mit seiner Gemahlin Aschera regelrecht an. Der Gott Baal war zuständig für die Ernte und seine Gemahlin wurde als Fruchtbarkeits- und Liebesgöttin verehrt. Was konnte es also schaden, sich für das Gedeihen der Ernte und vielleicht auch für die Fruchtbarkeit in der eigenen Familie so nebenbei den Segen dieser Gottheiten zu sichern? Man würde ja nie wagen, deswegen den Gottesdienst aufzugeben oder gar aufzuhören, den Gott der Bibel anzubeten!
Und so standen sie in den Häusern, die Baalsbilder und Ascherastatuen und hatten dort ihren festen Platz. Gideon wird mit ihnen groß geworden sein. Vermutlich standen sie dort schon in seiner Kindheit und der Götzendienst ist ihm zur normalsten Sache der Welt geworden.
Und nun sagt Gott zu ihm Schluß damit. Er sagt nicht nur: Bete sie nicht mehr an, sondern rotte sie aus deines Vaters Haus aus.

Ehe Gideon zum Segen werden kann, muß der Baal in seinem eigenen Haus gestürzt werden.

Es hat keinen Sinn, für Gott arbeiten zu wollen, solange im eigenen Leben verborgene Dinge sind, die das Licht Gottes scheuen. Der bekannte Evangelist Elias Schrenk pflegte in seinen Versammlungen immer wieder zu mahnen und zu bitten: "Bringt euer Leben in Ordnung. Solange das nicht geschieht, kann der Herr unseren Dienst und unsere Mitarbeit nicht segnen und auch nicht gebrauchen. Im Neuen Testament wollte Gott das Opfer von Ananias und Saphira nicht haben, weil sie heimlich dem Baal Mammon dienten. Zuerst müssen die Baalsaltäre gestürzt werden. Dann gibt es Sieg und Freude.

Man gewinnt aus dem Abschnitt den Eindruck, daß dieses Zerbrechen und dies Zerstören der Götzenbilder am Ende ein fröhliches Geschäft ist. Buße ist, wo sie ernst getan wird, eine gute und fröhliche Sache. Und mit der Buße beginnen die Zeiten der Erweckung in einem Dorf und in einer Gemeinde.
Buße und das macht der Text ebenfalls deutlich, Buße erfordert jedoch auch Mut. Den Mut aus der Menge herauszutreten und ungewöhnliche Schritte zu tun.

Wir haben gesagt: Ehe wir zum Segen werden können, müssen die Götzen im eigenen Leben gestürzt werden. Vor wenigen Tagen sprach ich mit jemand aus unserer Gemeinde über unsere Gemeinde und wir fragten uns. Warum wächst unsere Gemeinde nicht, warum gewinnen wir kaum Menschen für Christus.
Ihr Lieben, das sind mir ernste Fragen und auch Fragen, die mich manches mal bei Nacht unruhig schlafen lassen. Und Antworten darauf gibt es verschiedene
Wir haben unsere menschlichen Schwächen, wir haben unsere Grenzen an Begabung und Kraft. Wir gehen vielleicht nicht so klar strukturiert vor, wie andere Gemeinden. Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht mehr christlich genannt werden kann und in vielem dekadent geworden ist. Das alles sind mögliche antworten. Aber an diesen Antworten kann und wird es nicht liegen, wenn Gemeinde nicht wächst, denn Gemeinde wächst ja durch die Kraft Jesu. Eine mögliche Antwort heißt sicherlich auch. Gott kann uns nicht zu mehr und zu größerem gebrauchen, wenn die Macht der Götzen in unserem Leben nicht gebrochen wird, wenn es bei uns nicht zu einer neuen und klaren Hinwendung zu Jesus kommt, die verbunden ist mit Buße, wenn wir es nicht wie Gideon wagen herauszutreten und uns in einer neuen Radikalität auf die Seite Jesu zu stellen, auf die Seite Jesu und sonst auf keine andere. Gibt es in meinem Leben Dinge, die das Licht Gottes scheuen? Bringen wir sie doch in Ordnung, kehren wir doch an diesen Stellen um. Die Folge davon wird sein, daß zuerst unser eigenes Leben erweckt wird, oder ich sage es besser erneuert wird, und das zieht andere mit, das steckt an, das verbreitet sich.

- Beispiel: Die Kraft des Evangeliums besteht ja darin, daß die fauligen Früchte durch die Guten wieder gesund werden - Im normalen Leben, in der Natur stecken faulige Früchte gesunde an. Die Kraft und Anomalie des Evangeliums besteht darin, daß faulige Früchte durch Ansteckung mit gesunden Früchten wieder gesund werden können.

Gideon kann zuerst einmal 10 für seinen Plan gewinnen, 10, die wie er eine neue Gesinnung bekommen. Mit diesen 10 führt er seinen Plan bei Nacht und Nebel aus. Schon am letzten Sonntag habe ich darauf hingewiesen, daß ich es als eine große Barmherzigkeit Gottes empfinde, daß Gott Gideon seine Furchtsamkeit nicht übel nimmt und auch seine Nacht und Nebelaktion segnet.
Zunächst sind es also einmal 10. Am nächsten morgen ist die Aufregung im Dorf groß und es formiert sich zunächst erbitterter Widerstand gegen Gideon und seine Freunde. Doch dann läßt sich Gideons Vater gewinnen. Gott öffnet ihm die Augen für den Götzendienst in seinem Haus, und führt auch ihn zur Buße und mit ihm noch viele andere. An diesem Tag sind wohl in vielen Häusern die Baalsaltäre eingerissen worden.
Als Gideon später zum Kampf gegen die Midianiter aufruft, Israel zusammenruft, folgten 32.000 Männer seinem Aufruf. Was im Kleinen begann, im Leben Gideons und seiner Familie, im Leben dieses kleinen Städtchens Ophra, aus dem Gideon stammte zieht große Kreise und das zuvor zerstrittene Israel sammelt sich neu um seinen Gott. Erweckungszeit.

Reinhard Frische hat uns in der Vorbereitung zu einer Evangelisation einmal 14 Thesen mitgegeben, was erwecktes Leben bedeutet. Diese 14 Thesen habe ich euch kopiert, könnt ihr am Ausgang mitnehmen aber vier von ihnen will ich schon einmal hier in der Predigt uns nennen.

These 2:

Erweckung schärft das Gewissen und läßt uns unterscheiden zwischen

  • was ist göttlich und was menschlich?
  • was dient der frommen Selbststeigerung und was der größeren Ehre Gottes?
  • Was ist Eigenwille und was ist Gottes Wille?
  • was ist menschlich gemacht und was von Gott gewirkt?
These 5:

Erweckung mobilisiert Liebe zu Gott und setzt Bereitschaft frei, sich für die göttlichen Aufträge in Anspruch nehmen und senden zu lassen. Erweckung setzt Gehorsam in Gang sowie die Erwartung und Bitte, dass Gott in unserer Schwachheit handelt

These 6:

Erweckung macht einmütig; sie macht eine neue Qualität der Gemeinschaft und Bruderschaft erfahrbar und mitteilbar. Erweckung führt in eine neue Liebe und Treue zur Gemeinde Jesu am Ort und zu einem wachen Interesse am Weg Gottes mit seiner Kirche. Der Erweckte ist fähig, "die brüder zu stärken und mit anderen zusammenzuarbeiten."

These 13:

erweckte sind Hoffnungsträger und darum Schrittmacher für heilsame Entwicklungen. Der Erweckte ist befreit von aller resignativ - anklagenden "Sowieso" Einstellung (d.h. Dieses oder jenes läßt sich ja sowieso nicht ändern).

Mit solcher Erweckung will Gott bei mir beginnen, will er mein geistliches Leben erneuern.

Bleibt die Frage: Was sind denn die Götzen, die es gilt in unserem Leben einzureißen. An dieser Frage bin ich in der Vorbereitung lange hängen geblieben. Alle Predigt nützt ja nicht, wenn wir das, was in der Predigt gesagt wird, nicht konkret umsetzen können.
Was also sind die Götzen? Was sicher ist - die Götzen heute sind nicht so offensichtlich, sondern sie sind subtil, oft genug verborgen in unserem Leben.

Ich denke der größte Götze heute in unserem Leben ist der, daß wir neben Gott so vielen anderen Dingen vertrauen. Daß das Vertrauen auf andere Dinge in uns stärker geworden ist als das Vertrauen auf Gott. Wenn wir ehrlich sind. Vertrauen wir unserem Bankkonto nicht doch mehr als der Gewißheit, daß uns Gott in unserem Leben versorgt? Versteht mich nicht falsch, auch ich habe ein Bankkonto, ein Sparbuch, aber so schnell kann einem eben das Sparbuch zum Ruhekissen werden und nicht mehr die Verheißung Gottes die er zu uns sagt in dem Wort:

Mt 6,33    Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Und wenn wir zum Arzt fahren vertrauen wir ihm dann mehr als dem Arzt und Heiland Jesus? Natürlich fahre auch ich zum Arzt, wenn mich Schmerzen oder eine Krankheit plagt, aber ich will neu im Vertrauen dorthin fahren, daß Jesus mich, auch durch die Kunst des Arztes, gesund machen kann.
Oder wir Vertauen mehr auf andere Menschen wie auf Gott, erhoffen uns von ihnen Hilfe und Lösungen für unser Leben.
Man kann auch so von sich selber überzeugt sein, so von sich selber denken ich bin schon recht, auch ein rechter Christ, daß einem dieses ich bin schon recht zum Götzen werden kann.
Neben diesen subtilen Götzen des Vertrauens auf alles andere denn auf Gott gibt es auch offenkundigere Götzen in unserem Leben. Liebesgöttinnen in unserem Leben. Bei der Vorbereitung eines neuen Heftes des Chrischonamagzines zum Thema Pornographie hat uns ein junger Mann, aus der Schweiz, der ebenfalls im Redaktionsteam ist gesagt: Dieses Thema sei bei vielen Jugendlichen aus ihrer Gemeinde ein echtes Problem, weil solche Bilder heute ja so leicht zu beschaffen sind. Man muß nicht mehr verstohlen an ein Kiosk stehen, man bekommt sie per Knopfruck über den Fernseher und das Internet quasi kostenlos ins Haus geliefert. Das ist die moderne Form des kanaanäischen Fruchtbarkeitsgötzendienstes.
Götze heißt auf griechisch Idol: Wieviele Menschen, auch unter uns, sind in ihrem Leben durch Idole motiviert, oder besser ausgedrückt getrieben? Wenn ich so aussehen würde wie...! Wenn ich nur diese Figur hätte...! Wenn ich mich so kleiden und geben könnte wie...! Ihr merkt, Götzendienst muss sich nicht krass ausdrücken, sondern hat sich ganz unterschwellig in unser Alltagsleben eingeschlichen und dort eingenistet!

Gideon erhielt den Auftrag, den Baalsaltar im Hause seines Vaters zu zerbrechen und die daneben stehende Ascherasäule umzuhauen. Er musste in seinem eigenen Heim beginnen. Wir können nicht mit den Fingern anklagend auf den Götzendienst unserer Nachbarn oder unserer Mitmenschen zeigen, sondern müssen mit dem Götzenaltar in unserem eigenen Leben beginnen. Die Macht dieser Altäre muss zerbrochen werden, indem wir die Götzen als das entlarven, was sie wirklich sind: Falsche Götter, die unser Vertrauen, unsere Liebe, unsere Kraft und unsere Zeit missbrauchen und uns hindern, dem einzigen Herrn und Gott von ganzem Herzen zu vertrauen, Ihn vor allem anderen zu lieben, Ihm zu dienen und nachzufolgen! Busse beginnt da, wo wir das ohne weitere Diskussion anerkennen und uns bei Gott entschuldigen, Götzendienst betrieben zu haben. Es ist ein innerer Zerbruch, ein Bruch mit den Dingen, denen wir fälschlicherweise vertraut haben. Gideon baute neben dem zerbrochenen Altar einen neuen Altar und benutzte das Holz der Götzensäule, um dem Herrn ein Brandopfer zu bringen. Unsere Busse kann nicht dabei enden, dass wir unsere Schuld erkennen und uns bei Gott entschuldigen: Es gibt keine Hingabe an Gott ohne die Absage an die Sünde und den Götzendienst. Wir müssen uns entscheiden, diese Dinge endgültig loszulassen,
alle möglichen Hintertürchen zuzunageln und sie glaubensvoll in Gottes Hände zu legen! Wie oft haben wir schon Busse getan, ohne den Götzen, den eigentlichen Urheber aus unserem Leben zu verbannen! Gott möchte, dass mit diesen Spielchen in deinem Leben endgültig Schluss ist!

Gideons Wirksamkeit nach außen begann damit, daß er zunächst bei sich selbst alles in Ordnung brachte. Dazu ruft Gott uns heute auf, jeden persönlich. bringe dein Leben in Ordnung und Gott wird dich gebrauchen

Beim letzten Anbetungsabend haben wir ein neues Lied gesungen. Mit diesem Lied möchte ich schließen.

Herr, brich die Macht der Götzen, herrsche über uns. Herr, zerreiß die Ketten, herrsche über uns. Wir wollen keinen andren Gott. Wir dienen keinem andern Meister, nur dir. Wir wollen keinen andren Gott, denn es steht geschrieben: Diene dem Herrn allein und gib ihm die Ehre.

Amen