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Liebe Freunde,
So langsam, finde ich, wird diese Gideonsgeschichte richtig spannend.
Das ist Stoff, aus dem man einen guten Fernsehfilm drehen könnte.
Nach seiner Begegnung mit dem Engel des Herrn war Gideon offensichtlich
ein veränderter Mensch: Zwar noch immer etwas zurückhaltend und skeptisch,
aber gleichzeitig auch mutig und vor allem empfindsam für die Stimme
Gottes. Plötzlich konnte er die Stimme Gottes in seinem Leben hören.
Das war etwas, das ihm früher verwehrt geblieben war. Und damit ist er
in eine weitere Lektion hinein genommen, die er lernen musste und die
bis zum heutigen Tag für jeden von uns gültig geblieben ist - nämlich
nicht nur zu hören, sondern auch zu gehorchen!
Gott sprach zu ihm und befahl ihm, den Götzenaltar im Hause seines Vaters
zu zerbrechen, die Ascherasäule umzuhauen und auf dem zerbrochenen Altar
und mit dem Holz der Götzensäule Gott selbst ein Brandopfer zu bringen.
Damit wird in der Gideon Geschichte das Thema der Busse weiter ausgeleuchtet
und vertieft. Wir erinnern uns: Bei der Begegnung mit dem Engel des es
Herrn hat Gideon durch das Opfer des Ziegenbocks und das Speisopfer für
sich persönlich bereits Busse getan, eine Gesinnungsänderung vollzogen.
Aber ganz offensichtlich genügte dies noch nicht!
Das geistliche Problem der Israeliten war, dass sie den Gottesdienst
mit Götzendienst vermischt hatten. Für sie mag es ganz harmlos ausgesehen
haben. Tief in ihrem Herzen glaubten sie ja wirklich an den Gott ihrer
Väter, der sie aus Ägypten befreit und nach Kanaan zurückgebracht hatte.
Sie beabsichtigten eigentlich nie, diesen ihren Gott zu verlassen oder
in der Anbetung aufzuhören. Für sie war es klar: Nur Jahwe war würdig,
wirklich angebetet zu werden. Aber gleichzeitig war dieser Gott so anders
als all die anderen Götter, die sie bei anderen Völkern kennenlernten.
Er war unsichtbar und hatte verboten, irgendein Bildnis von ihm herstellen
zu lassen. Das einzig Greifbare, das die Israeliten von Gott hatten,
war die Stiftshütte mit der Bundeslade, die ihren Platz in Silo gefunden
hatte. Und auch in geistlicher Hinsicht war dieser Gott so anders als
die Götter der Völker - er schien mehr für die grossen Zusammenhänge
im Universum zuständig zu sein als für die kleinen alltäglichen Ereignisse
und Bedürfnisse. Und so begannen sie, für diese "kleinen" alltäglichen
Dinge des Lebens anderen Dingen zuzuwenden als mit Gott darüber zu reden
oder ihm zu vertrauen. Das erste Bedürfnis des Alltags betraf die Ernte.
Als vorwiegend landwirtschaftliche Kultur war es von größter Wichtigkeit,
dass alles stimmte, um eine gute Ernte zu erhalten: Der richtige Zeitpunkt,
das richtige Wetter, die Ausgewogenheit zwischen Sonnenschein und Regen
usw. Und da bot sich der kanaanäische Gott Baal mit seiner Gemahlin Aschera
regelrecht an. Der Gott Baal war zuständig für die Ernte und seine Gemahlin
wurde als Fruchtbarkeits- und Liebesgöttin verehrt. Was konnte es also
schaden, sich für das Gedeihen der Ernte und vielleicht auch für die
Fruchtbarkeit in der eigenen Familie so nebenbei den Segen dieser Gottheiten
zu sichern? Man würde ja nie wagen, deswegen den Gottesdienst aufzugeben
oder gar aufzuhören, den Gott der Bibel anzubeten!
Und so standen sie in den Häusern, die Baalsbilder und Ascherastatuen
und hatten dort ihren festen Platz. Gideon wird mit ihnen groß geworden
sein. Vermutlich standen sie dort schon in seiner Kindheit und der Götzendienst
ist ihm zur normalsten Sache der Welt geworden.
Und nun sagt Gott zu ihm Schluß damit. Er sagt nicht nur: Bete sie nicht
mehr an, sondern rotte sie aus deines Vaters Haus aus.
Ehe Gideon zum Segen werden kann, muß der Baal in
seinem eigenen Haus gestürzt werden.
Es hat keinen Sinn, für Gott arbeiten zu wollen, solange im eigenen
Leben verborgene Dinge sind, die das Licht Gottes scheuen. Der bekannte
Evangelist Elias Schrenk pflegte in seinen Versammlungen immer wieder
zu mahnen und zu bitten: "Bringt euer Leben in Ordnung. Solange
das nicht geschieht, kann der Herr unseren Dienst und unsere Mitarbeit
nicht segnen und auch nicht gebrauchen. Im Neuen Testament wollte Gott
das Opfer von Ananias und Saphira nicht haben, weil sie heimlich dem
Baal Mammon dienten. Zuerst müssen die Baalsaltäre gestürzt werden. Dann
gibt es Sieg und Freude.
Man gewinnt aus dem Abschnitt den Eindruck, daß dieses Zerbrechen und
dies Zerstören der Götzenbilder am Ende ein fröhliches Geschäft ist.
Buße ist, wo sie ernst getan wird, eine gute und fröhliche Sache. Und
mit der Buße beginnen die Zeiten der Erweckung in einem Dorf und in einer
Gemeinde.
Buße und das macht der Text ebenfalls deutlich, Buße erfordert jedoch
auch Mut. Den Mut aus der Menge herauszutreten und ungewöhnliche Schritte
zu tun.
Wir haben gesagt: Ehe wir zum Segen werden können, müssen die Götzen
im eigenen Leben gestürzt werden. Vor wenigen Tagen sprach ich mit jemand
aus unserer Gemeinde über unsere Gemeinde und wir fragten uns. Warum
wächst unsere Gemeinde nicht, warum gewinnen wir kaum Menschen für Christus.
Ihr Lieben, das sind mir ernste Fragen und auch Fragen, die mich manches
mal bei Nacht unruhig schlafen lassen. Und Antworten darauf gibt es verschiedene
Wir haben unsere menschlichen Schwächen, wir haben unsere Grenzen an
Begabung und Kraft. Wir gehen vielleicht nicht so klar strukturiert vor,
wie andere Gemeinden. Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht mehr
christlich genannt werden kann und in vielem dekadent geworden ist. Das
alles sind mögliche antworten. Aber an diesen Antworten kann und wird
es nicht liegen, wenn Gemeinde nicht wächst, denn Gemeinde wächst ja
durch die Kraft Jesu. Eine mögliche Antwort heißt sicherlich auch. Gott
kann uns nicht zu mehr und zu größerem gebrauchen, wenn die Macht der
Götzen in unserem Leben nicht gebrochen wird, wenn es bei uns nicht zu
einer neuen und klaren Hinwendung zu Jesus kommt, die verbunden ist mit
Buße, wenn wir es nicht wie Gideon wagen herauszutreten und uns in einer
neuen Radikalität auf die Seite Jesu zu stellen, auf die Seite Jesu und
sonst auf keine andere. Gibt es in meinem Leben Dinge, die das Licht
Gottes scheuen? Bringen wir sie doch in Ordnung, kehren wir doch an diesen
Stellen um. Die Folge davon wird sein, daß zuerst unser eigenes Leben
erweckt wird, oder ich sage es besser erneuert wird, und das zieht andere
mit, das steckt an, das verbreitet sich.
- Beispiel: Die Kraft des Evangeliums besteht ja darin, daß die fauligen
Früchte durch die Guten wieder gesund werden - Im normalen Leben, in
der Natur stecken faulige Früchte gesunde an. Die Kraft und Anomalie
des Evangeliums besteht darin, daß faulige Früchte durch Ansteckung mit
gesunden Früchten wieder gesund werden können.
Gideon kann zuerst einmal 10 für seinen Plan gewinnen, 10, die wie er
eine neue Gesinnung bekommen. Mit diesen 10 führt er seinen Plan bei
Nacht und Nebel aus. Schon am letzten Sonntag habe ich darauf hingewiesen,
daß ich es als eine große Barmherzigkeit Gottes empfinde, daß Gott Gideon
seine Furchtsamkeit nicht übel nimmt und auch seine Nacht und Nebelaktion
segnet.
Zunächst sind es also einmal 10. Am nächsten morgen ist die Aufregung
im Dorf groß und es formiert sich zunächst erbitterter Widerstand gegen
Gideon und seine Freunde. Doch dann läßt sich Gideons Vater gewinnen.
Gott öffnet ihm die Augen für den Götzendienst in seinem Haus, und führt
auch ihn zur Buße und mit ihm noch viele andere. An diesem Tag sind wohl
in vielen Häusern die Baalsaltäre eingerissen worden.
Als Gideon später zum Kampf gegen die Midianiter aufruft, Israel zusammenruft,
folgten 32.000 Männer seinem Aufruf. Was im Kleinen begann, im Leben
Gideons und seiner Familie, im Leben dieses kleinen Städtchens Ophra,
aus dem Gideon stammte zieht große Kreise und das zuvor zerstrittene
Israel sammelt sich neu um seinen Gott. Erweckungszeit.
Reinhard Frische hat uns in der Vorbereitung zu einer Evangelisation
einmal 14 Thesen mitgegeben, was erwecktes Leben bedeutet. Diese 14 Thesen
habe ich euch kopiert, könnt ihr am Ausgang mitnehmen aber vier von ihnen
will ich schon einmal hier in der Predigt uns nennen.
These 2:
Erweckung schärft das Gewissen und läßt uns unterscheiden zwischen
- was ist göttlich und was menschlich?
- was dient der frommen Selbststeigerung und was der größeren Ehre
Gottes?
- Was ist Eigenwille und was ist Gottes Wille?
- was ist menschlich gemacht und was von Gott gewirkt?
These 5:
Erweckung mobilisiert Liebe zu Gott und setzt Bereitschaft frei, sich
für die göttlichen Aufträge in Anspruch nehmen und senden zu lassen.
Erweckung setzt Gehorsam in Gang sowie die Erwartung und Bitte, dass
Gott in unserer Schwachheit handelt
These 6:
Erweckung macht einmütig; sie macht eine neue Qualität der Gemeinschaft
und Bruderschaft erfahrbar und mitteilbar. Erweckung führt in eine neue
Liebe und Treue zur Gemeinde Jesu am Ort und zu einem wachen Interesse
am Weg Gottes mit seiner Kirche. Der Erweckte ist fähig, "die brüder
zu stärken und mit anderen zusammenzuarbeiten."
These 13:
erweckte sind Hoffnungsträger und darum Schrittmacher für heilsame Entwicklungen.
Der Erweckte ist befreit von aller resignativ - anklagenden "Sowieso" Einstellung
(d.h. Dieses oder jenes läßt sich ja sowieso nicht ändern).
Mit solcher Erweckung will Gott bei mir beginnen, will er mein geistliches
Leben erneuern.
Bleibt die Frage: Was sind denn die Götzen, die es gilt in unserem Leben
einzureißen. An dieser Frage bin ich in der Vorbereitung lange hängen
geblieben. Alle Predigt nützt ja nicht, wenn wir das, was in der Predigt
gesagt wird, nicht konkret umsetzen können.
Was also sind die Götzen? Was sicher ist - die Götzen heute sind nicht
so offensichtlich, sondern sie sind subtil, oft genug verborgen in unserem
Leben.
Ich denke der größte Götze heute in unserem Leben ist der, daß wir neben
Gott so vielen anderen Dingen vertrauen. Daß das Vertrauen auf andere
Dinge in uns stärker geworden ist als das Vertrauen auf Gott. Wenn wir
ehrlich sind. Vertrauen wir unserem Bankkonto nicht doch mehr als der
Gewißheit, daß uns Gott in unserem Leben versorgt? Versteht mich nicht
falsch, auch ich habe ein Bankkonto, ein Sparbuch, aber so schnell kann
einem eben das Sparbuch zum Ruhekissen werden und nicht mehr die Verheißung
Gottes die er zu uns sagt in dem Wort:
Mt 6,33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und
nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Und wenn wir zum Arzt fahren vertrauen wir ihm dann mehr als dem Arzt
und Heiland Jesus? Natürlich fahre auch ich zum Arzt, wenn mich Schmerzen
oder eine Krankheit plagt, aber ich will neu im Vertrauen dorthin fahren,
daß Jesus mich, auch durch die Kunst des Arztes, gesund machen kann.
Oder wir Vertauen mehr auf andere Menschen wie auf Gott, erhoffen uns
von ihnen Hilfe und Lösungen für unser Leben.
Man kann auch so von sich selber überzeugt sein, so von sich selber denken
ich bin schon recht, auch ein rechter Christ, daß einem dieses ich bin
schon recht zum Götzen werden kann.
Neben diesen subtilen Götzen des Vertrauens auf alles andere denn auf
Gott gibt es auch offenkundigere Götzen in unserem Leben. Liebesgöttinnen
in unserem Leben. Bei der Vorbereitung eines neuen Heftes des Chrischonamagzines
zum Thema Pornographie hat uns ein junger Mann, aus der Schweiz, der
ebenfalls im Redaktionsteam ist gesagt: Dieses Thema sei bei vielen Jugendlichen
aus ihrer Gemeinde ein echtes Problem, weil solche Bilder heute ja so
leicht zu beschaffen sind. Man muß nicht mehr verstohlen an ein Kiosk
stehen, man bekommt sie per Knopfruck über den Fernseher und das Internet
quasi kostenlos ins Haus geliefert. Das ist die moderne Form des kanaanäischen
Fruchtbarkeitsgötzendienstes.
Götze heißt auf griechisch Idol: Wieviele Menschen, auch unter uns, sind
in ihrem Leben durch Idole motiviert, oder besser ausgedrückt getrieben?
Wenn ich so aussehen würde wie...! Wenn ich nur diese Figur hätte...!
Wenn ich mich so kleiden und geben könnte wie...! Ihr merkt, Götzendienst
muss sich nicht krass ausdrücken, sondern hat sich ganz unterschwellig
in unser Alltagsleben eingeschlichen und dort eingenistet!
Gideon erhielt den Auftrag, den Baalsaltar im Hause seines Vaters zu
zerbrechen und die daneben stehende Ascherasäule umzuhauen. Er musste
in seinem eigenen Heim beginnen. Wir können nicht mit den Fingern anklagend
auf den Götzendienst unserer Nachbarn oder unserer Mitmenschen zeigen,
sondern müssen mit dem Götzenaltar in unserem eigenen Leben beginnen.
Die Macht dieser Altäre muss zerbrochen werden, indem wir die Götzen
als das entlarven, was sie wirklich sind: Falsche Götter, die unser Vertrauen,
unsere Liebe, unsere Kraft und unsere Zeit missbrauchen und uns hindern,
dem einzigen Herrn und Gott von ganzem Herzen zu vertrauen, Ihn vor allem
anderen zu lieben, Ihm zu dienen und nachzufolgen! Busse beginnt da,
wo wir das ohne weitere Diskussion anerkennen und uns bei Gott entschuldigen,
Götzendienst betrieben zu haben. Es ist ein innerer Zerbruch, ein Bruch
mit den Dingen, denen wir fälschlicherweise vertraut haben. Gideon baute
neben dem zerbrochenen Altar einen neuen Altar und benutzte das Holz
der Götzensäule, um dem Herrn ein Brandopfer zu bringen. Unsere Busse
kann nicht dabei enden, dass wir unsere Schuld erkennen und uns bei Gott
entschuldigen: Es gibt keine Hingabe an Gott ohne die Absage an die Sünde
und den Götzendienst. Wir müssen uns entscheiden, diese Dinge endgültig
loszulassen,
alle möglichen Hintertürchen zuzunageln und sie glaubensvoll in Gottes
Hände zu legen! Wie oft haben wir schon Busse getan, ohne den Götzen,
den eigentlichen Urheber aus unserem Leben zu verbannen! Gott möchte,
dass mit diesen Spielchen in deinem Leben endgültig Schluss ist!
Gideons Wirksamkeit nach außen begann damit, daß er zunächst bei sich
selbst alles in Ordnung brachte. Dazu ruft Gott uns heute auf, jeden
persönlich. bringe dein Leben in Ordnung und Gott wird dich gebrauchen
Beim letzten Anbetungsabend haben wir ein neues Lied gesungen. Mit diesem
Lied möchte ich schließen.
Herr, brich die Macht der Götzen, herrsche über uns. Herr, zerreiß die
Ketten, herrsche über uns. Wir wollen keinen andren Gott. Wir dienen
keinem andern Meister, nur dir. Wir wollen keinen andren Gott, denn es
steht geschrieben: Diene dem Herrn allein und gib ihm die Ehre.
Amen |