Logo Predigt: Staunen über Gottes Macht



Oft genug haben wir den Eindruck, daß die Mächte gegen uns sind. Nöte und Leiden erheben sich, Stürme des Lebens peitschen die Wogen auf, drohende Gewitter zeigen sich am Horizont, zerbrechlich klein wirkt das Lebensschiff gegen die Gewalt der Mächte. Wo bleibt Gott der sagt: "Mir ist gegeben alle Macht, im Himmel und auf Erden"?

Psalm 77, 14-15

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Liebe Freunde,

Luther und Melanchton befanden sich auf einer Reise nach Wittenberg. Sie kamen an die Elbe, die Hochwasser führte. Der kleine Kahn, in dem sie übersetzen wollten, schwankte bedenklich auf den wilden, vom Sturm gepeitschten Wogen. Ein schweres Gewitter stand drohend am Himmel. Luther wollte beherzt in den Kahn springen. Aber der zaghafte Melanchton packte ihn am Arm, riß ihn zurück und rief: Martin, Martin, steig nicht ein! Die Sternenläufe sind gegen uns!"

Darauf rief Luther zurück: "Wir sind des Herrn und darum sind wir die Herren auch über die Sterne". Luther riß sich los, sprang in den Kahn und setzte über.

Oft genug haben wir den Eindruck, daß die Mächte gegen uns sind. Nöte und Leiden erheben sich, Stürme des Lebens peitschen die Wogen auf, drohende Gewitter zeigen sich am Horizont, zerbrechlich klein wirkt das Lebensschiff gegen die Gewalt der Mächte.

Aber wer ist denn nun der Herr der Welt? Wer hat denn auf dieser Welt die Macht und das Sagen? Sind es die Mächtigen dieser Welt, die sich gerade in diesen Tagen in Davos treffen? Sind es die Naturgewalten, die Orkanstürme Lothar oder Kerstin? Ist es das Klima, das sich verändert? Sind es Menschen mit ihren technischen Errungenschaften, mit ihren Computern, Kraftwerken, Raketen bis zum Mond? Sind es die Biologen, die immer mehr Schöpfer spielen? Oder ist es der lebendige Gott, ist es Jesus, dessen letzes irdisches Wort hieß: Mir ist gegeben alle Macht, im Himmel und auf Erden?

Nachdem wir am vergangenen Sonntag über Gottes Größe nachgedacht haben, wollen wir in der Predigt heute über Gottes Macht nachdenken - Staunen über Gottes Macht. Zugegeben,

Als Wort Gottes möchte ich über diese Predigt Worte aus dem 77 Psalm stellen.

Es ist ein Psalm Asafs, der wieder einmal in solch einer Situation war, wie wir sie oben beschrieben hatten. Gewitterwolken hatten sich über ihm zusammengezogen. Ängste und Schlaflosigkeit plagen ihn. Angesichts der Nöte seines Lebens zweifelt er an der Macht und an der Existenz Gottes.

Doch irgendwann in diesem Psalm besinnt er sich auf Gottes frühere große Taten. Er sinnt über Gottes Werke nach und bricht durch zu den Worten
Ps 77,14    Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein so mächtiger Gott, wie du, Gott, bist?
Ps 77,15    Du bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.

Gott ist allmächtig, weil er alle Dinge geschaffen hat und sie ewig in Händen hält. Dazu dient ihm der ganze von ihm beherrschte Kosmos, die Naturgewalten, die Menschenkräfte, die Engelsmächte. Selbst die abgöttische Welt muß dem allmächtigen Gott zur Ausführung seiner Ratschlüsse behilflich sein. Seine Allmacht verbürgt die Erfüllung seiner Verheißungen.

Der mächtige Gott kommt in den Namen dieses Gottes zum Ausdruck:

Gottesnamen: El Schaddai, Jahwe Zebaoth, Pantokrator

1. Gott offenbart seine Macht durch Wunder

Wo ist solch ein mächtiger Gott, wie du Gott bist. Du bist der Gott, der Wunder tut. Sagt Asaf in seinem Psalm 77.

An den Wundern kann man Gottes Macht erkennen - und doch sind die Wunder nur ein eingeschränkter Hinweis auf die Macht Gottes. Denn nicht nur Gott kann Wunder tun, auch Satan ist dazu fähig, außergewöhnliche Dinge in dieser Welt zu bewirken. Ich erinnere an die Zauberer Ägyptens, die ebenfalls einen Stab zur Schlange werden lassen konnten.

Mk 13,22    Denn es werden sich erheben falsche Christusse und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, so daß sie die Auserwählten verführen würden, wenn es möglich wäre.

Ich erinnere an manche unheilvollen Dinge aus dem dämonischen Bereich, wo Menschen übernatürliche Kräfte und Fähigkeiten empfangen.

Aber trotz dieser Einschränkung tun wir gut daran über Gottes Macht in den Wundern, die er getan hat, zu staunen.

Was ist ein Wunder? Sind es nur die Dinge, wo die Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden? Ja, diese Dinge sind es auch. Aber es sind nicht nur die außerordentlichen und unerklärbaren Ereignisse, die als Wunder aufgefaßt werden. Die Erschaffung und Erhaltung der Welt überhaupt gilt als das große Wunder Gottes. "Die Welt ist voller Wunder und sie selbst ist das größte Wunder" hat der Kirchenvater Augustinus einmal gesagt. Nicht nur die Überwindung der Naturgesetze, sondern auch die Naturgesetze selbst dürfen ja getrost als ein Wunder bezeichnet werden.

Ist es etwa kein Wunder, daß die Erde sich Jahr für Jahr genau in 365 Tagen einmal um die Sonne dreht, daß sie nicht schneller und nicht langsamer wird?

Ist es etwa kein Wunder, daß im Frühjahr die Natur wieder austreibt und wieder grün wird?

Ist es kein Wunder, wie aus einer kleinen Kastanie die Kraft erwächst, ein 20 Meter hoher, ausladender Baum zu werden und zu wachsen. Die Welt selbst ist mit ihren Naturgesetzen schon voller Wunder.

Aber wir wollen Gottes Macht auch noch daran erkennen, daß er in der Lage ist, die Naturgesetze außer Kraft zu setzen. Wir wollen einmal einen Augenblick innehalten und auf die Wunder achten, die uns in der Bibel überliefert worden sind.

1.1 Die Wunder in der Bibel

Ich habe sie nicht gezählt, die Wunder, die uns in der Bibel überliefert und berichtet werden.

Frage an die Gemeinde:

Welches Wunder in der Bibel ist für euch das größte Wunder - Kann man überhaupt in große und kleine Wunder unterscheiden - welches Wunder beeindruckt dich am meisten?

Es wäre eine lange, lange Liste zu erstellen, wenn man all die Wunder Gottes, all sein übernatürliches Eingreifen, alle Beweise seiner Macht zusammenstellen wollte.

  • Ich denke an die Sintflut - Und das Wunder, daß alle Tiere zur Arche liefen.
  • Ich denke an Abraham und Sarah - lange Zeit unfruchtbar und in hohem Alter bekommen sie ein Kind
  • Ich denke an die Plagen in Ägypten und schließlich der Auszug, dann der Durchzug durch das Rote Meer - Dieses Ereignis ist bis zum heutigen Tag, das Elementarwunder, das grösste Wunder für die Israeliten. Immer wieder, auch hunderte Jahre später haben Männer in der Bibel auf dieses große Ereignis angespielt.
  • Oder war der Fall der Mauern von Jericho das größte Wunder in der Bibel?
  • War es gar der Stillstand der Sonne, die uns von Josua berichtet wird?

Jos 10,12    Damals redete Josua mit dem HERRN an dem Tage, da der HERR die Amoriter vor den Israeliten dahingab, und er sprach in Gegenwart Israels: Sonne, steh still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon!
Jos 10,13    Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis sich das Volk an seinen Feinden gerächt hatte. Ist dies nicht geschrieben im Buch des Redlichen? So blieb die Sonne stehen mitten am Himmel und beeilte sich nicht unterzugehen fast einen ganzen Tag.
Jos 10,14    Und es war kein Tag diesem gleich weder vorher noch danach, daß der HERR so auf die Stimme eines Menschen hörte; denn der HERR stritt für Israel.

  • War es die Auferweckung eines toten Kindes, die Elia von Gott empfing?
  • Oder der schlichte Trick des Elisas, daß Eisen im Wasser schwimmen konnte und Gott so kurzerhand die Naturgesetze außer Kraft setze?
  • Oder wie ist es mit der Geschichte von Daniel, der bei vegetarischer Kost schöner und klüger wurde als allen anderen jungen Männer seines Volkes? War die Geschichte der Männer im Feuerofen ein großes Wunder oder der Daniel in der Löwengrube?
  • Beeindruckt es uns noch, was Jesus für Wunder getan hat? Etwa der Gang über den See, die Stillung des Sturmes, die Vermehrung des Brotes, die Heilung vieler Kranker, die Auferweckung dreier Toter?

Das Nachdenken über diese Wunder soll uns nicht sensationslüstern machen, soll uns nicht gierig nach neuen Wundern werden lassen, aber sie sollen und wollen uns neu Staunen lassen über die Macht unseres Gottes.

Bleibt vielleicht aber bei dem einen oder anderen die Frage zurück: Warum sind damals so viele Wunder passiert, warum passieren heute kaum Wunder mehr?

Das war die Frage, die mir einmal ein Teenager auf einer Teenagerkreisfreizeit gestellt hat.

"Warum passieren heute eigentlich keine so Wunder mehr wie damals, zur Zeit der Bibel?"

Frage an die Gemeinde:

Was würdet ihr einem Teenager, der diese Frage stellt, antworten?

Ich habe ihm gesagt: Natürlich passieren heute noch Wunder, wir wissen oft eben nichts davon. Deshalb möchte ich heute auch von Wundern erzählen, die allesamt in den letzten Jahren passiert sind. Es sind nur einige, die ich im Lauf der Wochen und Monate gesammelt haben und immer wieder haben sie mir meinen Glauben gestärkt.

1.2 Die Wunder in der heutigen Zeit

China: Als die Kommunisten damals an die Macht kamen mußten alle Missionare China verlassen. Man dachte eigentlich: China ist für das Evangelium erledigt. Die paar Christen, die dort sind, werden bald untergehen. Als Anfang der 90iger Jahre sich China langsam wieder von der eisernen Umklammerung des Kommunismus befreite und China wieder seine Grenzen öffnete, stellte man fest, daß die Anzahl der Christen in China und die Anzahl der Gemeinden in der Zeit der Verfolgung explosionsartig gewachsen ist. Heute bekehren sich täglich 20.000 Menschen in China. Man rechnet heute mit mehr als 90 Mio. Christen in China. Und das, obwohl es jahrzehntelang keine Bibel, keine Prediger, kaum offizielle Gemeinden gab. China erlebte bombastische Erweckungen. Das ist ein Wunder

"Und er heilte sie" aus: dem Buch von Heiko Krimmer: "Zum Staunen" S. 26

Mittlerer Osten: Todkranker arabischer Junge auf Gebet hin geheilt

Abdul (Name geändert) ist der 12jährige und einzige Sohn einer sehr wohlhabenden arabischen Familie, die treu dem islamischen Glauben folgt. Eines Tages wurde Abdul sehr krank. Kein Arzt konnte helfen, und selbst in einer Spezialklinik mit ausländischen Ärzten ergab sich bei der Untersuchung keine spezifische Diagnose. Die Ärzte waren ratlos; mit Abdul jedoch wurde es immer schlimmer. Schließlich eröffnete der behandelnde Arzt den Eltern, dass man nichts mehr für Abdul tun konnte. "Nehmen sie ihn mit nach Hause, er wird sterben müssen", sagte der Arzt. Die Haushaltshilfe der Familie horte am Tisch, wie die Familie darüber klagte, dass keine Hoffnung mehr für den Sohn sei. Sie stammt aus einem südasiatischen Land und war eine Nachfolgerin von Isa (Jesus). Plötzlich sagte sie zu der Familie: "Wenn sie Abdul zu dem Ort bringen, wo wir uns zum Gebet treffen, werden wir zu Gott im Namen von Jesus für ihn beten und er wird geheilt werden". Das war sehr mutig von ihr, denn diese Gebetstreffen sind vom Staat verboten; alle, die solche Treffen besuchen, bekommen ernsthafte Schwierigkeiten, wenn das bekannt wird. In dem betreffenden Land gilt das islamische Recht, die Sharia. Trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten entschloss sich der Vater, für seinen sterbenden Sohn dort von Christen beten zu lassen. Gott rührte den kranken Jungen an und er wurde auf wunderbare Weise gesund.

2. Gott offenbart seine Macht in der Erlösung

Die Briefe bezeugen die Machtübernahme Jesu Christi. Gott hat ihn gesetzt über alle Fürstentümer, Mächte und Gewalten

Eph 1,21    über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.

Er hat alle anderen Machthaber, auch den Tod und den Teufel entmachtet.

Rö 16,20    Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze. Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch!

Tim 1,10    jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium,

In besonderer Weise kommt die Macht Jesu bei der Sündenvergebung zum Vorschein:

Mt 9,6    Damit ihr aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden die Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten: Steh auf, hebe dein Bett auf und geh heim!

Jesus gibt denen, die da glauben die Macht, Gottes Kinder zu werden.

Joh 1,12    Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denn, die an seinen Namen glauben,

3. Gott offenbart seine Macht in der Zukunft

Am Ende der Geschichte wird folgendes sein:

Offb 12,10    Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus; denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott.

Abschluß:

Staunen über Gottes Macht: Macht Kraft Sieg und Frieden sind im Namen Jesu - Das gilt trotz aller Bedrängnisse, von denen Asaf in Psalm 77 berichtete. Manchmal denken wir: Die Bedrängnisse streichen die Macht Gottes durch. Aber das ist nicht so. Sein ist die Kraft und die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen