Logo Predigt: Auswirkungen der Sünde Einzelner



Hat die Sünde Einzelner Auswirkungen auf die ganze Gemeinde?

Josua 7, 1-26

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Liebe Freunde,

ich will euch nicht verhehlen, daß mir die heutige Predigt einiges an Kopfzerbrechen gekostet hat und ich manches mal gedacht habe: Laß diesen Text doch aus. Der ist zu unangenehm oder über so eine schlimme Geschichte kann man doch heute nicht predigen. Aber immer dann, wenn ich diesen Gedanken bewegte, spürte ich. Du willst dich ja nur vor einer Predigt drücken, die dir vielleicht selber unangenehm werden könnte.
Ja, die Geschichte von Achan gehört für mich nicht gerade zu den angenehmen Geschichten des Alten Testamentes. Aber dürfen wir sie deshalb einfach weg lassen. Können wir sagen: So eine Geschichte gehört nicht in unsere Zeit?

Ehrlich - für mich gibt es vieles an diesen Bericht wo ich heute aufschreie und schon auch einmal sage: Warum steht so etwas in meiner geliebten Bibel. So verstehe ich z.B. nicht, warum die ganze Familie von Achan sterben mußte, sogar die Söhne und Töchter, die Ochsen und Esel, wo die doch nun wirklich nichts dafür konnten, daß dieser Achan etwas genommen hat, was ihm nicht gehört hat. Gerade an diesen Stellen spüre ich, wie anders wir Menschen des 21. Jahrhunderts heute denken als die damals. Als Josua und Achan lebten, kannte man das Wort Humanismus wahrscheinlich noch nicht. Da galt ein Denken, das unserem heutigen Denken total entgegen steht und deshalb werde ich wahrscheinlich nicht der einzige sein, der mit dieser Geschichte Schwierigkeiten hat. So warne ich euch vor: Auch nach dieser Predigt werden bei euch Fragen offen bleiben, doch ich hoffe, daß nicht nur Fragen offen bleiben, sondern daß wir auch Antworten finden. Antworten auf das, was für unserem Leben als Christ und als Gemeinde wichtig ist.

Doch jetzt einmal schön der Reihe nach

Die Geschichte beginnt mit einem Aber. Immer, wenn ein Aber in der Bibel steht, sollten wir besonders achtsam sein.
Das vorige Kapitel endete mit einem geradezu idyllischen Ausblick
Jos 6,27 So war der HERR mit Josua, daß man ihn rühmte im ganzen Lande.
So hört das vorige Kapitel auf und es wäre eigentlich alles schön und wunderbar, wenn da nicht dieses "Aber" wäre, dieses "Aber", mit dem das 7. Kapitel beginnt.

Und eigenartig auch gleich der erste Vers, der so etwas ist wie eine Einführung in das ganze Kapitel. Was steht denn da: Und Achan, der Sohn Karmis, eine angesehenen Familie aus dem Stamme Juda, vergriff sich....
Nein: Hier steht: Und die Israeliten vergriffen sich.... Ja wie, waren es denn alle? haben sich alle bei der Eroberung Jerichos verbotenerweise bereichert?

Bereits hier begegnet uns die Brisanz dieser Geschichte, über die wir nachher noch einmal nachdenken müssen. Gleich im ersten Vers stellt sich die Frage: Ja kann es denn sein, daß einer im Volk Gottes, einer in der Gemeinde Jesu sündigt und sich Gott deshalb von der ganzen Gemeinde zurückzieht, nicht mehr unter ihnen, nicht mehr mit ihnen ist? Gibt es denn auch heute noch so etwas wie eine Kollektivschuld? Oder war das eben nur im Alten Testament so, wo man eben lang nicht so individualistisch dachte wie in der heutigen Zeit?
Konkret stellte sich mir die Frage: Kann es sein, daß hier in der Evangelischen Gemeinschaft deshalb wenig zum Glauben finden weil, auch ihr Prediger Uli Limpf - (vielleicht willst du jetzt ja auch deinen Namen einsetzen) - doch immer wieder auch sündigt oder in Sünde lebt?
Ist es denn mit der Sünde im Volk Gottes so, wie mit einer gefährlichen und giftigen Säure: Ein Tropfen genügt, um einen ganzen Eimer oder noch viel mehr Wasser zu vergiften. In diesem Herbst hatte man in den Reben viel mit dem Essigstich, einer Bakterienart, so habe ich es gelernt, zu kämpfen. Zu viele essigstichige Trauben können einen Wein zum Kippen bringen. Ist es denn so auch in der Gemeinde Jesu? Weil einige sündigen, kann Gott deshalb nicht mehr mit seinem Volk sein?

Wie schon zuvor bei der Eroberung Jerichos sendet Josua Kundschafter nach Ai aus. Als sie zurückkehren sind sie sehr zuversichtlich. Ai, die nächste Stadt ist leicht zu erobern, ihrer sind nicht allzuviele. Josua, es genügt wenn du 2000 oder 3000 Soldaten dort hinschickst. Und an dieser Stelle, das sei hier auch gesagt, macht auch Josua, der noch unerfahrene Führer des Volkes seine ersten Fehler. Er läßt sich von einer Art Überheblichkeit, wie sie wohl bei den Israeliten nach dem Sieg von Jericho aufgekommen ist, mitreißen. Sein 2. Fehler bestand darin, daß Josua vor der vermeintlichen Eroberung Ai´s nicht mehr das Angesicht Gottes sucht. Er meint selber entscheiden zu können. Er findet es nicht mehr für nötig, sich vor der nächsten Schlacht in die Stille nach Gilgal zurückzuziehen, wo das Heiligtum Israels stand. Hätte Josua das getan, hätte Gott früher zu ihm reden können, ihn früher warnen können. Wäre Josua vor Gilgal in die Stiftshütte gegangen hätte Gott es ihm sagen können: Josua, das wird nichts - Sünde ist unter euch - ich kann nicht mehr mit euch sein.
Aber all das scheint ja nach dem großen Sieg gegen Jericho nicht mehr nötig zu sein.
Auch wir neigen zur Überheblichkeit nach großen Siegen - Nachlässigkeit und Unvorsichtigkeit nach großen Erlebnissen mit Gott haben schon so manchem geistlichen Sieg einen bitteren Nachgeschmack gegeben. Habt ihr das auch schon erlebt? Ich kenne das gut. Da war man eine oder zwei Wochen mit Jugendlichen auf einer Freizeit unterwegs. Man hat in den Wochen zuvor sich angestrengt, vorbereitet, geplant, viel investiert. Man hat Bibelarbeiten vorbereitet, um das rechte Wort gerungen. Man hat gebetet und gekämpft, ob nicht etliche zu Jesus finden. Man hat gefleht um Bewahrung in gefährlichen Situationen und alles ist gut gegangen. Und die Freizeit ist vorbei - die Anspannung ist weg - und jetzt läßt man sich gehen. Nichts gegen Erholungsphasen nach anstrengenden Zeiten. Die brauchen wir. Aber geistlich gesehen müssen wir besonders nach großen Anstrengungen oder auch geistlichen Siegen achtsam sein - denn der Teufel weiß, daß wir gerade dann besonders anfällig sind und schwub die wub tun wir Dinge, die wir nie wollten. Auch bei Israel, auch bei Josua war das damals so. Nach Jericho wurde das Volk nachlässig, ihre Führer wurden fahrlässig.
Josua sucht hier in dieser Geschichte Gottes Angesicht erst wieder, nachdem die erste Runde gegen Ai schief gegangen ist. Auch er läßt sich von der Überheblichkeit im Volk - gegen Jericho, ja da haben wir Gott gebraucht - aber die Sache mit Ai, die schaffen wir schon selber - mitreißen.

Die Männer von Ai schlagen Israel in die Flucht. 36 aus Israel kommen ums Leben und die Stimmung im Volk sinkt schlagartig auf eine Tiefpunkt. Israel wird von einer Angst gepackt und Luther übersetzt bildhaft.
Jos 7,5 Da verzagte das Herz des Volks und ward zu Wasser.
Dabei trauern sie nicht einmal um die 36 gefallenen Soldaten, sondern eine andere Panik befällt sie: Gott hat uns doch versprochen das Land zu geben und jetzt fliehen wir vor unseren Feinden. Gott scheint nicht mehr auf unserer Seite zu sein. Wir haben Gott gegen uns. So ähnlich formuliert es auch Josua, der jetzt erst Gottes Angesicht sucht und sich sogar so weit versteigt, daß er selbst sagt: Oh Gott, wären wir doch nur jenseits des Jordans geblieben.
Aber er fragt nicht nach dem Warum der Niederlage, es kommt ihm gar nicht in den Sinn zu fragen: Gott liegt es an uns, sondern er klagt Gott... Herr, warum hast du... Auch Josua ist immer noch verblendet, versinkt in Selbstmitleid, hat nicht verstanden, was im Grunde genommen passiert war.

Recht unsanft wird er deshalb von Gott auch aufgerüttelt. Sehr direkt spricht Gott ihn an. Was liegst du da vor mir und flennst. Israel hat sich versündigt. Nicht ich, sondern sie haben meinen Bund und mein Gebot gebrochen. Israel hat von dem Gebannten genommen, deshalb kann Israel nicht vor seinen Feinden bestehen.
Und dann der bedeutungsvolle Satz, der mir am tiefsten bei dieser Geschichte eingefahren ist:
Jos 7,12 Darum kann Israel nicht bestehen vor seinen Feinden, sondern sie müssen ihren Feinden den Rücken kehren; denn sie sind dem Bann verfallen. Ich werde hinfort nicht mit euch sein, wenn ihr nicht das Gebannte aus eurer Mitte tilgt.
Dann nimmt die Geschichte ihren weiteren Lauf. Das Volk soll sich heiligen, das heißt bereit sein, Gott zu begegnen. Gemäß alttestamentlicher Tradition - und das ist jetzt wirklich ganz und gar Alttestamentlich, wurde durch Losentscheidungen ermittelt, wer an der Misere des Volkes schuldig ist. Das Los trifft zuletzt Achan, der ja dann auch seine Schuld nicht leugnet.
Bei Achan sehen wir Aufrichtigkeit, Schuldbewußtsein und Schuldbekenntnis. Er erzählt, wie es zur Sünde in seinem Leben kam und so kommt es immer zur Sünde.
Ich sah - es gelüstete mich - ich nahm. Jakobus greift das auf, indem er sagt:
Jak 1,14 Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt.
Jak 1,15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Was lernen wir aus der Geschichte von Achan und Ai

1. Worin bestand Achans Sünde?

Achan nahm von dem Gebannten. Was ist das überhaupt das Gebannte?
Bannen bedeutete im Alten Testament eine Person oder eine Sache dem Verfügungsbereich des Menschen zu entziehen und Gott zur Verfügung zu stellen. Das konnte in zweifacher Weise gehören. Entweder wurde das gebannte vernichtet oder aber das gebannte, so war es bei Jericho, wurde Gott zur Verfügung gestellt. Silber und Gold, sollte bei der Eroberung von Jericho als dem Herrn gehörig behandelt werden, d.h. sie wurden in die Schatzkammer der Stiftshütte gebracht.

Als Achan nun bei der Eroberung von Jericho sich bereichert hatte, hatte er im Grunde genommen Gott selbst bestohlen. Er nahm sich das, was Gott gehörte. Er vergriff sich an Gottes Eigentum. Israel eroberte das ganze Land und alles, was sie eroberten durften sie behalten. Nur das, was in Jericho erobert wurde, das sollte Gott gehören, quasi als Erstlingsfrucht. In Israel gehörte das Erste, der erste Sohn das erste Tier, die erste Ernte immer dem Herrn.

Sich vergreifen an dem, was Gott gehört - Was heißt das denn, wenn wir nun versuchen das vom Neuen Testament her zu deuten?
Gottes Eigentum im Neuen Testament, das sind wir selbst mit unserem ganzen Leben. Wir selbst gehören doch Gott
Tit 2,14 der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Mein Leben gehört Jesus. "Ihr seid teuer erkauft..." Jesus hat mich doch erkauft mit seinem Blut. Ich gehöre doch ihm.
Achans Sünde tun damit all diejenigen, die ihr Leben selber leben wollen, selber bestimmen wollen, selber in die Hand nehmen. Achans Sünde tun all die die, Jesus nicht ganz und gar das Eigentumsrecht an ihrem Leben geben. Christen gehören zu Jesus und sie gehören Jesus. Mit allem was sie haben und besitzen. deshalb sagen ja manche Ausleger z.B. im Blick auf den Zehnten, der ja auch Gott gehört: Nicht du mußt den Zehnten abgeben, sondern alles was du hast, dein Hab und Gut, dein Haus und Hof, alles gehört doch Jesus und er gestattet dir großzügig 90 Prozent von dem, was ihm gehört zu behalten.
Wenn wir so Achans Sünde neutestamentlich definieren wird uns schnell klar, daß wir im Grunde genommen alle an Achans Vergehen, an dem für sich nehmen was dem Herrn gehört schuldig geworden sind. Ich zumindest muß das für mich sagen.

2. Welche Auswirkungen hat meine Sünden auf meine Umgebung?

Wenn wir die Geschichte von Achan lesen und ernst nehmen, dann müssen wir sagen: Sünde hat große Auswirkungen. Sie verändert zerstört meine Beziehung zu Gott, zu mir selbst und zu anderen Menschen. Sünde ist in der Tat gefährlicher, als wir es uns wünschen und wahr haben wollen.
Ja kann denn Sünde eine ganze Gemeinde lähmen?

Wenn es so wäre, dann dürfte eigentlich unsere Gemeinschaft heute nicht mehr bestehen, dann dürfte es unserer Gemeinschaft nicht mehr so gut gehen, wie es ihr heute geht. Dann wären wir wohl irgendwann in unserer jetzt 99-jährigen Geschichte eingegangen, untergegangen, von der Eichstetter Bildfläche verschwunden. Den glaubt ihr, daß die Generationen vor uns um so viel besser waren als wir heute? Wenn wir heute so unsere Gemeinden, die Christen in Deutschland anschauen, dann ist viel Gnade unter uns.

Uns allen ist ja wohl schmerzlich bewußt, daß wir immer wieder sündigen und würden wir dann sagen: Wegen meiner Sünde kann Gott nicht mehr mit der ganzen Gemeinde sein, kann Gott meine Gemeinde nicht mehr segnen, dann wäre das wohl eine trostlose Aussicht. Denn, seien wir ehrlich, welche Gemeinde würde dann noch heute bestehen?
Wir sind uns darüber im klaren, daß wir ein Leben in Sündlosigkeit auf dieser Erde nicht führen können

1.Joh 1,10 Wenn wir aber sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

Aber gefährlich kann es für uns und auch für das Reich Gottes werden, wenn wir in unserer Sünde beharren. Wenn wir sie nicht bereinigen. Wenn wir nicht immer wieder aufrichtig und ehrlich vor Gott treten und Dinge vor ihm in Ordnung bringen. Gefährlich wird es dann, wenn wir wie Achan die Sünde unter dem Boden unseres Zeltes, in der Tiefe unseres Herzens verbergen und verstecken. Dann lähmt sie uns, dann blockiert sie uns. gefährlich ist es, wenn auch eine Gemeinde nicht immer wieder sich vor Gott beugt und den Jesus fragt: Herr was gilt es in unseren Reihen zu hassen und zu lassen. Wo sind wir lässig, nachlässig, fahrlässig geworden. Wo halten wir an unrechten Dingen fest, die dich betrüben?
Wir brauchen heute nicht darüber erschrecken über der Tatsache, daß Sünde immer noch in unserem Leben vorkommt, denn wir dürfen das immer wieder vor Gott bereinigen. Aber wir sollten erschrecken, wenn wir heute erkennen. Ich habe ja Dinge in meinem "Zelt" versteckt, die ich noch nicht in Ordnung gebracht habe.

3. Worin besteht eigentlich das Wesen der Sünde

Neu begreifen will ich heute auch das Wesen der Sünde. Oft sind wir ja der Ansicht: Sünde ist ein moralisch Ding. Sünde, das sind die Verfehlungen meines Lebens. Sünde, das ist das, wo ich mich nicht an Gottes Verhaltensvorschriften und Normen halte.
Aber dieses Denken greift ja viel zu kurz. Sünde beginnt ja viel tiefer.

Im Grunde genommen ist Sünde eine Beziehungsstörung. Als Menschen leiden wir alle an einem tiefen Mangel. Wir leben mit dem Bewußtsein: Ich komme zu kurz. Häufig ist Sünde auch eine Folge seelischer Verletzungen und wir leben unter dem Eindruck: Ich kann ja das Leben gar nicht genießen. Ich habe ja nichts, das ich genießen kann. Ich bin ja innerlich Leer und unerfüllt. Habt ihr auch schon einmal so eine innere Leere gefühlt in eurem Leben. Habt ihr auch schon einmal so etwas wie eine Beziehungsarmut gespürt in eurem Leben. Zutiefst einsam sein? An dieser Stelle nun setzt die Sünde an und gaukelt uns etwas vor. Sie macht uns verschiedene Angebote, die Leere unseres Herzens zu füllen. Die einen versuchen es mit sexueller Befriedigung in unterschiedlichster Form, die anderen dadurch, daß sie materiell versuchen die Leere in ihnen zu stopfen. Paul Tillich sagte einmal: Wir wollen das Ganze der Wirklichkeit unserem Selbst einverleiben. Aber letztlich müssen wir dann gerade erkennen, daß diese Dinge, mit denen wir uns Fülle verschaffen wollen, die Leere in uns nur größer machen. Wir müssen erkennen, daß unsere Wege der Sünde ja nur Scheinlösungen sind, die uns nicht glücklich werden lassen. In der Sünde geschieht daher etwas Paradoxes: Wir sündigen, weil wir meinen, uns durch die Sünde etwas von der bislang verwehrten Fülle des Lebens aneignen zu können. In Wirklichkeit schlagen wir dabei aber das Angebot wahrer Fülle, wie Gott sie uns anbietet aus.
Wenn wir also darüber reden, wie wichtig es ist, die Sünde zu lassen, so ist mir sehr wichtig, daß wir das nicht nur auf eine du darfst und du darfst nicht, du sollst und du sollst nicht Mentalität beschränken, sondern, daß wir tiefer ansetzen. Wir wollen begreifen, daß uns Gott ja im Grunde genommen nichts nehmen oder vorenthalten will (das aber ist unser tiefes Mißtrauen gegenüber Gott), sondern daß uns Gott ja seine Fülle und Erfüllung schenken will. Von daher gewinnt Buße und Umkehr, Bereinigung der Schuld auch einen neuen Klang. Buße und Umkehr haben weniger mit Zerknirschung zu tun, das bringt weder uns noch Gott etwas, sondern mit der Freude des Kindes, das zu seinem Vater heimkehrt. Die Freude des verlorenen Sohnes, der sich wieder in die Arme des Vaters fallen läßt. das ist das Wesen der Buße und Umkehr. Von daher kann und darf es uns leichter fallen, immer wieder unser Leben auch mit Gott in Ordnung zu bringen.
Bei Achan war das noch nicht so. Achan mußte für seine Sünde sterben. Aber im NT ist ein anderer dafür gestorben. Das führt uns zum 4. und letzten Gedanken zu diesem Text aus Josua 7.
Ich möchte die Frage stellen:

4. Wie würde diese Geschichte im Neuen Testament enden

Die Geschichte will uns neu bewußt machen, wie sehr wir doch Profiteure der großen und unverdienten Gnade unseres Gottes sind. Feuer des Zornes Gottes hat sich bereits an Jesus ausgetobt.

- Geschichte von der Essener Synagoge -

Sie wurde in der Reichskristallnacht angezündet und brannte aus. Als dann im Lauf des Krieges Essen bombardiert wurde flüchteten Menschen in die alte ausgebrannte Synagoge. Dort konnte das Feuer nicht mehr fressen und wüten, denn dort war schon alles verbrannt.
So ist das auch im NT. Am Kreuz Jesu hat Gottes Zorn schon gewütet und gebrannt. Deshalb sind wir dort sicher.

Amen

Einladen, das gehörte in der Praxis umzusetzen - Einladen - Es sind Menschen da, die mit dir beten wollen und können - Einladen in deiner Geschichte mit Gott ein neues Kapitel aufzuschlagen - Oder dir graut einfach nur vor der neuen Woche und du sagts: Es ist gut, wenn jemand darum weiß - es ist gut, wenn jemand für mich betet. Dann komm nach dem Gottesdienst einfach hier nach vorne - Es sind Menschen da, die mit dir beten, dich segnen. ach laßt uns doch nicht nur über das Christsein philosophieren, laß es uns tun. Unkompliziert, Unverkrampft.