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Liebe Freunde,
ich will euch nicht verhehlen, daß mir die heutige Predigt
einiges an Kopfzerbrechen gekostet hat und ich manches mal gedacht
habe: Laß diesen Text doch aus. Der ist zu unangenehm oder über
so eine schlimme Geschichte kann man doch heute nicht predigen.
Aber immer dann, wenn ich diesen Gedanken bewegte, spürte
ich. Du willst dich ja nur vor einer Predigt drücken, die
dir vielleicht selber unangenehm werden könnte.
Ja, die Geschichte von Achan gehört für mich nicht gerade
zu den angenehmen Geschichten des Alten Testamentes. Aber dürfen
wir sie deshalb einfach weg lassen. Können wir sagen: So eine
Geschichte gehört nicht in unsere Zeit?
Ehrlich - für mich gibt es vieles an diesen Bericht wo ich
heute aufschreie und schon auch einmal sage: Warum steht so etwas
in meiner geliebten Bibel. So verstehe ich z.B. nicht, warum die
ganze Familie von Achan sterben mußte, sogar die Söhne
und Töchter, die Ochsen und Esel, wo die doch nun wirklich
nichts dafür konnten, daß dieser Achan etwas genommen
hat, was ihm nicht gehört hat. Gerade an diesen Stellen spüre
ich, wie anders wir Menschen des 21. Jahrhunderts heute denken
als die damals. Als Josua und Achan lebten, kannte man das Wort
Humanismus wahrscheinlich noch nicht. Da galt ein Denken, das unserem
heutigen Denken total entgegen steht und deshalb werde ich wahrscheinlich
nicht der einzige sein, der mit dieser Geschichte Schwierigkeiten
hat. So warne ich euch vor: Auch nach dieser Predigt werden bei
euch Fragen offen bleiben, doch ich hoffe, daß nicht nur
Fragen offen bleiben, sondern daß wir auch Antworten finden.
Antworten auf das, was für unserem Leben als Christ und als
Gemeinde wichtig ist.
Doch jetzt einmal schön der Reihe nach
Die Geschichte beginnt mit einem Aber. Immer, wenn ein Aber in
der Bibel steht, sollten wir besonders achtsam sein.
Das vorige Kapitel endete mit einem geradezu idyllischen Ausblick
Jos 6,27 So war der HERR mit Josua, daß man ihn rühmte
im ganzen Lande.
So hört das vorige Kapitel auf und es wäre eigentlich
alles schön und wunderbar, wenn da nicht dieses "Aber" wäre,
dieses "Aber", mit dem das 7. Kapitel beginnt.
Und eigenartig auch gleich der erste Vers, der so etwas ist wie
eine Einführung in das ganze Kapitel. Was steht denn da: Und
Achan, der Sohn Karmis, eine angesehenen Familie aus dem Stamme
Juda, vergriff sich....
Nein: Hier steht: Und die Israeliten vergriffen sich.... Ja wie,
waren es denn alle? haben sich alle bei der Eroberung Jerichos
verbotenerweise bereichert?
Bereits hier begegnet uns die Brisanz dieser Geschichte, über
die wir nachher noch einmal nachdenken müssen. Gleich im ersten
Vers stellt sich die Frage: Ja kann es denn sein, daß einer
im Volk Gottes, einer in der Gemeinde Jesu sündigt und sich
Gott deshalb von der ganzen Gemeinde zurückzieht, nicht mehr
unter ihnen, nicht mehr mit ihnen ist? Gibt es denn auch heute
noch so etwas wie eine Kollektivschuld? Oder war das eben nur im
Alten Testament so, wo man eben lang nicht so individualistisch
dachte wie in der heutigen Zeit?
Konkret stellte sich mir die Frage: Kann es sein, daß hier
in der Evangelischen Gemeinschaft deshalb wenig zum Glauben finden
weil, auch ihr Prediger Uli Limpf - (vielleicht willst du jetzt
ja auch deinen Namen einsetzen) - doch immer wieder auch sündigt
oder in Sünde lebt?
Ist es denn mit der Sünde im Volk Gottes so, wie mit einer
gefährlichen und giftigen Säure: Ein Tropfen genügt,
um einen ganzen Eimer oder noch viel mehr Wasser zu vergiften.
In diesem Herbst hatte man in den Reben viel mit dem Essigstich,
einer Bakterienart, so habe ich es gelernt, zu kämpfen. Zu
viele essigstichige Trauben können einen Wein zum Kippen bringen.
Ist es denn so auch in der Gemeinde Jesu? Weil einige sündigen,
kann Gott deshalb nicht mehr mit seinem Volk sein?
Wie schon zuvor bei der Eroberung Jerichos sendet Josua Kundschafter
nach Ai aus. Als sie zurückkehren sind sie sehr zuversichtlich.
Ai, die nächste Stadt ist leicht zu erobern, ihrer sind nicht
allzuviele. Josua, es genügt wenn du 2000 oder 3000 Soldaten
dort hinschickst. Und an dieser Stelle, das sei hier auch gesagt,
macht auch Josua, der noch unerfahrene Führer des Volkes seine
ersten Fehler. Er läßt sich von einer Art Überheblichkeit,
wie sie wohl bei den Israeliten nach dem Sieg von Jericho aufgekommen
ist, mitreißen. Sein 2. Fehler bestand darin, daß Josua
vor der vermeintlichen Eroberung Ai´s nicht mehr das Angesicht
Gottes sucht. Er meint selber entscheiden zu können. Er findet
es nicht mehr für nötig, sich vor der nächsten Schlacht
in die Stille nach Gilgal zurückzuziehen, wo das Heiligtum
Israels stand. Hätte Josua das getan, hätte Gott früher
zu ihm reden können, ihn früher warnen können. Wäre
Josua vor Gilgal in die Stiftshütte gegangen hätte Gott
es ihm sagen können: Josua, das wird nichts - Sünde ist
unter euch - ich kann nicht mehr mit euch sein.
Aber all das scheint ja nach dem großen Sieg gegen Jericho
nicht mehr nötig zu sein.
Auch wir neigen zur Überheblichkeit nach großen Siegen
- Nachlässigkeit und Unvorsichtigkeit nach großen Erlebnissen
mit Gott haben schon so manchem geistlichen Sieg einen bitteren
Nachgeschmack gegeben. Habt ihr das auch schon erlebt? Ich kenne
das gut. Da war man eine oder zwei Wochen mit Jugendlichen auf
einer Freizeit unterwegs. Man hat in den Wochen zuvor sich angestrengt,
vorbereitet, geplant, viel investiert. Man hat Bibelarbeiten vorbereitet,
um das rechte Wort gerungen. Man hat gebetet und gekämpft,
ob nicht etliche zu Jesus finden. Man hat gefleht um Bewahrung
in gefährlichen Situationen und alles ist gut gegangen. Und
die Freizeit ist vorbei - die Anspannung ist weg - und jetzt läßt
man sich gehen. Nichts gegen Erholungsphasen nach anstrengenden
Zeiten. Die brauchen wir. Aber geistlich gesehen müssen wir
besonders nach großen Anstrengungen oder auch geistlichen
Siegen achtsam sein - denn der Teufel weiß, daß wir
gerade dann besonders anfällig sind und schwub die wub tun
wir Dinge, die wir nie wollten. Auch bei Israel, auch bei Josua
war das damals so. Nach Jericho wurde das Volk nachlässig,
ihre Führer wurden fahrlässig.
Josua sucht hier in dieser Geschichte Gottes Angesicht erst wieder,
nachdem die erste Runde gegen Ai schief gegangen ist. Auch er läßt
sich von der Überheblichkeit im Volk - gegen Jericho, ja da
haben wir Gott gebraucht - aber die Sache mit Ai, die schaffen
wir schon selber - mitreißen.
Die Männer von Ai schlagen Israel in die Flucht. 36 aus Israel
kommen ums Leben und die Stimmung im Volk sinkt schlagartig auf
eine Tiefpunkt. Israel wird von einer Angst gepackt und Luther übersetzt
bildhaft.
Jos 7,5 Da verzagte das Herz des Volks und ward zu Wasser.
Dabei trauern sie nicht einmal um die 36 gefallenen Soldaten, sondern
eine andere Panik befällt sie: Gott hat uns doch versprochen
das Land zu geben und jetzt fliehen wir vor unseren Feinden. Gott
scheint nicht mehr auf unserer Seite zu sein. Wir haben Gott gegen
uns. So ähnlich formuliert es auch Josua, der jetzt erst Gottes
Angesicht sucht und sich sogar so weit versteigt, daß er
selbst sagt: Oh Gott, wären wir doch nur jenseits des Jordans
geblieben.
Aber er fragt nicht nach dem Warum der Niederlage, es kommt ihm
gar nicht in den Sinn zu fragen: Gott liegt es an uns, sondern
er klagt Gott... Herr, warum hast du... Auch Josua ist immer noch
verblendet, versinkt in Selbstmitleid, hat nicht verstanden, was
im Grunde genommen passiert war.
Recht unsanft wird er deshalb von Gott auch aufgerüttelt.
Sehr direkt spricht Gott ihn an. Was liegst du da vor mir und flennst.
Israel hat sich versündigt. Nicht ich, sondern sie haben meinen
Bund und mein Gebot gebrochen. Israel hat von dem Gebannten genommen,
deshalb kann Israel nicht vor seinen Feinden bestehen.
Und dann der bedeutungsvolle Satz, der mir am tiefsten bei dieser
Geschichte eingefahren ist:
Jos 7,12 Darum kann Israel nicht bestehen vor seinen Feinden, sondern
sie müssen ihren Feinden den Rücken kehren; denn sie
sind dem Bann verfallen. Ich werde hinfort nicht mit euch sein,
wenn ihr nicht das Gebannte aus eurer Mitte tilgt.
Dann nimmt die Geschichte ihren weiteren Lauf. Das Volk soll sich
heiligen, das heißt bereit sein, Gott zu begegnen. Gemäß alttestamentlicher
Tradition - und das ist jetzt wirklich ganz und gar Alttestamentlich,
wurde durch Losentscheidungen ermittelt, wer an der Misere des
Volkes schuldig ist. Das Los trifft zuletzt Achan, der ja dann
auch seine Schuld nicht leugnet.
Bei Achan sehen wir Aufrichtigkeit, Schuldbewußtsein und
Schuldbekenntnis. Er erzählt, wie es zur Sünde in seinem
Leben kam und so kommt es immer zur Sünde.
Ich sah - es gelüstete mich - ich nahm. Jakobus greift das
auf, indem er sagt:
Jak 1,14 Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen
eigenen Begierden gereizt und gelockt.
Jak 1,15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die
Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert
den Tod.
Was lernen wir aus der Geschichte von Achan und Ai
1. Worin bestand Achans Sünde?
Achan nahm von dem Gebannten. Was ist das überhaupt das Gebannte?
Bannen bedeutete im Alten Testament eine Person oder eine Sache
dem Verfügungsbereich des Menschen zu entziehen und Gott
zur Verfügung zu stellen. Das konnte in zweifacher Weise
gehören. Entweder wurde das gebannte vernichtet oder aber
das gebannte, so war es bei Jericho, wurde Gott zur Verfügung
gestellt. Silber und Gold, sollte bei der Eroberung von Jericho
als dem Herrn gehörig behandelt werden, d.h. sie wurden
in die Schatzkammer der Stiftshütte gebracht.
Als Achan nun bei der Eroberung von Jericho sich bereichert hatte,
hatte er im Grunde genommen Gott selbst bestohlen. Er nahm sich
das, was Gott gehörte. Er vergriff sich an Gottes Eigentum.
Israel eroberte das ganze Land und alles, was sie eroberten durften
sie behalten. Nur das, was in Jericho erobert wurde, das sollte
Gott gehören, quasi als Erstlingsfrucht. In Israel gehörte
das Erste, der erste Sohn das erste Tier, die erste Ernte immer
dem Herrn.
Sich vergreifen an dem, was Gott gehört - Was heißt
das denn, wenn wir nun versuchen das vom Neuen Testament her zu
deuten?
Gottes Eigentum im Neuen Testament, das sind wir selbst mit unserem
ganzen Leben. Wir selbst gehören doch Gott
Tit 2,14 der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns
erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst
ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Mein Leben gehört Jesus. "Ihr seid teuer erkauft..." Jesus
hat mich doch erkauft mit seinem Blut. Ich gehöre doch ihm.
Achans Sünde tun damit all diejenigen, die ihr Leben selber
leben wollen, selber bestimmen wollen, selber in die Hand nehmen.
Achans Sünde tun all die die, Jesus nicht ganz und gar das
Eigentumsrecht an ihrem Leben geben. Christen gehören zu Jesus
und sie gehören Jesus. Mit allem was sie haben und besitzen.
deshalb sagen ja manche Ausleger z.B. im Blick auf den Zehnten,
der ja auch Gott gehört: Nicht du mußt den Zehnten abgeben,
sondern alles was du hast, dein Hab und Gut, dein Haus und Hof,
alles gehört doch Jesus und er gestattet dir großzügig
90 Prozent von dem, was ihm gehört zu behalten.
Wenn wir so Achans Sünde neutestamentlich definieren wird
uns schnell klar, daß wir im Grunde genommen alle an Achans
Vergehen, an dem für sich nehmen was dem Herrn gehört
schuldig geworden sind. Ich zumindest muß das für mich
sagen.
2. Welche Auswirkungen hat meine Sünden
auf meine Umgebung?
Wenn wir die Geschichte von Achan lesen und ernst nehmen, dann
müssen wir sagen: Sünde hat große Auswirkungen.
Sie verändert zerstört meine Beziehung zu Gott, zu mir
selbst und zu anderen Menschen. Sünde ist in der Tat gefährlicher,
als wir es uns wünschen und wahr haben wollen.
Ja kann denn Sünde eine ganze Gemeinde lähmen?
Wenn es so wäre, dann dürfte eigentlich unsere Gemeinschaft
heute nicht mehr bestehen, dann dürfte es unserer Gemeinschaft
nicht mehr so gut gehen, wie es ihr heute geht. Dann wären
wir wohl irgendwann in unserer jetzt 99-jährigen Geschichte
eingegangen, untergegangen, von der Eichstetter Bildfläche
verschwunden. Den glaubt ihr, daß die Generationen vor uns
um so viel besser waren als wir heute? Wenn wir heute so unsere
Gemeinden, die Christen in Deutschland anschauen, dann ist viel
Gnade unter uns.
Uns allen ist ja wohl schmerzlich bewußt, daß wir
immer wieder sündigen und würden wir dann sagen: Wegen
meiner Sünde kann Gott nicht mehr mit der ganzen Gemeinde
sein, kann Gott meine Gemeinde nicht mehr segnen, dann wäre
das wohl eine trostlose Aussicht. Denn, seien wir ehrlich, welche
Gemeinde würde dann noch heute bestehen?
Wir sind uns darüber im klaren, daß wir ein Leben in
Sündlosigkeit auf dieser Erde nicht führen können
1.Joh 1,10 Wenn wir aber sagen, wir haben nicht gesündigt,
so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.
Aber gefährlich kann es für uns und auch für das
Reich Gottes werden, wenn wir in unserer Sünde beharren. Wenn
wir sie nicht bereinigen. Wenn wir nicht immer wieder aufrichtig
und ehrlich vor Gott treten und Dinge vor ihm in Ordnung bringen.
Gefährlich wird es dann, wenn wir wie Achan die Sünde
unter dem Boden unseres Zeltes, in der Tiefe unseres Herzens verbergen
und verstecken. Dann lähmt sie uns, dann blockiert sie uns.
gefährlich ist es, wenn auch eine Gemeinde nicht immer wieder
sich vor Gott beugt und den Jesus fragt: Herr was gilt es in unseren
Reihen zu hassen und zu lassen. Wo sind wir lässig, nachlässig,
fahrlässig geworden. Wo halten wir an unrechten Dingen fest,
die dich betrüben?
Wir brauchen heute nicht darüber erschrecken über der
Tatsache, daß Sünde immer noch in unserem Leben vorkommt,
denn wir dürfen das immer wieder vor Gott bereinigen. Aber
wir sollten erschrecken, wenn wir heute erkennen. Ich habe ja Dinge
in meinem "Zelt" versteckt, die ich noch nicht in Ordnung
gebracht habe.
3. Worin besteht eigentlich das Wesen der
Sünde
Neu begreifen will ich heute auch das Wesen der Sünde. Oft
sind wir ja der Ansicht: Sünde ist ein moralisch Ding. Sünde,
das sind die Verfehlungen meines Lebens. Sünde, das ist das,
wo ich mich nicht an Gottes Verhaltensvorschriften und Normen halte.
Aber dieses Denken greift ja viel zu kurz. Sünde beginnt ja
viel tiefer.
Im Grunde genommen ist Sünde eine Beziehungsstörung.
Als Menschen leiden wir alle an einem tiefen Mangel. Wir leben
mit dem Bewußtsein: Ich komme zu kurz. Häufig ist Sünde
auch eine Folge seelischer Verletzungen und wir leben unter dem
Eindruck: Ich kann ja das Leben gar nicht genießen. Ich habe
ja nichts, das ich genießen kann. Ich bin ja innerlich Leer
und unerfüllt. Habt ihr auch schon einmal so eine innere Leere
gefühlt in eurem Leben. Habt ihr auch schon einmal so etwas
wie eine Beziehungsarmut gespürt in eurem Leben. Zutiefst
einsam sein? An dieser Stelle nun setzt die Sünde an und gaukelt
uns etwas vor. Sie macht uns verschiedene Angebote, die Leere unseres
Herzens zu füllen. Die einen versuchen es mit sexueller Befriedigung
in unterschiedlichster Form, die anderen dadurch, daß sie
materiell versuchen die Leere in ihnen zu stopfen. Paul Tillich
sagte einmal: Wir wollen das Ganze der Wirklichkeit unserem Selbst
einverleiben. Aber letztlich müssen wir dann gerade erkennen,
daß diese Dinge, mit denen wir uns Fülle verschaffen
wollen, die Leere in uns nur größer machen. Wir müssen
erkennen, daß unsere Wege der Sünde ja nur Scheinlösungen
sind, die uns nicht glücklich werden lassen. In der Sünde
geschieht daher etwas Paradoxes: Wir sündigen, weil wir meinen,
uns durch die Sünde etwas von der bislang verwehrten Fülle
des Lebens aneignen zu können. In Wirklichkeit schlagen wir
dabei aber das Angebot wahrer Fülle, wie Gott sie uns anbietet
aus.
Wenn wir also darüber reden, wie wichtig es ist, die Sünde
zu lassen, so ist mir sehr wichtig, daß wir das nicht nur
auf eine du darfst und du darfst nicht, du sollst und du sollst
nicht Mentalität beschränken, sondern, daß wir
tiefer ansetzen. Wir wollen begreifen, daß uns Gott ja im
Grunde genommen nichts nehmen oder vorenthalten will (das aber
ist unser tiefes Mißtrauen gegenüber Gott), sondern
daß uns Gott ja seine Fülle und Erfüllung schenken
will. Von daher gewinnt Buße und Umkehr, Bereinigung der
Schuld auch einen neuen Klang. Buße und Umkehr haben weniger
mit Zerknirschung zu tun, das bringt weder uns noch Gott etwas,
sondern mit der Freude des Kindes, das zu seinem Vater heimkehrt.
Die Freude des verlorenen Sohnes, der sich wieder in die Arme des
Vaters fallen läßt. das ist das Wesen der Buße
und Umkehr. Von daher kann und darf es uns leichter fallen, immer
wieder unser Leben auch mit Gott in Ordnung zu bringen.
Bei Achan war das noch nicht so. Achan mußte für seine
Sünde sterben. Aber im NT ist ein anderer dafür gestorben.
Das führt uns zum 4. und letzten Gedanken zu diesem Text aus
Josua 7.
Ich möchte die Frage stellen:
4. Wie würde diese Geschichte im Neuen
Testament enden
Die Geschichte will uns neu bewußt machen, wie sehr wir
doch Profiteure der großen und unverdienten Gnade unseres
Gottes sind. Feuer des Zornes Gottes hat sich bereits an Jesus
ausgetobt.
- Geschichte von der Essener Synagoge -
Sie wurde in der Reichskristallnacht angezündet und brannte
aus. Als dann im Lauf des Krieges Essen bombardiert wurde flüchteten
Menschen in die alte ausgebrannte Synagoge. Dort konnte das Feuer
nicht mehr fressen und wüten, denn dort war schon alles verbrannt.
So ist das auch im NT. Am Kreuz Jesu hat Gottes Zorn schon gewütet
und gebrannt. Deshalb sind wir dort sicher.
Amen
Einladen, das gehörte in der Praxis umzusetzen - Einladen
- Es sind Menschen da, die mit dir beten wollen und können
- Einladen in deiner Geschichte mit Gott ein neues Kapitel aufzuschlagen
- Oder dir graut einfach nur vor der neuen Woche und du sagts:
Es ist gut, wenn jemand darum weiß - es ist gut, wenn jemand
für mich betet. Dann komm nach dem Gottesdienst einfach hier
nach vorne - Es sind Menschen da, die mit dir beten, dich segnen.
ach laßt uns doch nicht nur über das Christsein philosophieren,
laß es uns tun. Unkompliziert, Unverkrampft. |