
  |
Voraus geht ein Anspiel mit zwei Szenen:
1. Szene: Junge Frau steht an ihrem einsamen Herd, weint und jammert,
daß noch kein Prinz gekommen ist, der sie heiraten will.
2. Szene: Hausfrau, gut 20 Jahre Eheerfahrung steht am Herd, im Hintergrund
schimpft ihr Mann, wo das Mittagessen bleibt und daß sie es ja nicht
anbrennen lassen soll.
Liebe Gemeinde,
verheiratet sein - Ledig sein, sie haben uns die Negativbeispiele dieser
beiden Stände vorgespielt und ich hoffe sehr, daß sowohl euer ledig sein,
als auch euer verheiratet sein sich nicht so abspielt, daß das nicht
das normale ist, wie es unter uns zugeht. Und doch, ein bißchen Wahrheit
wird wohl in beiden gespielten Szene enthalten sein. Wahrheit, die sowohl
Ledige als auch Verheiratete unter uns kennen. Es soll ja tatsächlich
so sein, daß solange man ledig, Neudeutsch Single, ist meint: Wenn ich
nur verheiratet wäre, dann wäre mein Leben schöner, dann wäre mein Leben
in Ordnung. Und seltsamerweise sehnt man sich als Verheirateter manchmal
einfach nach Ruhe, nach Zeit für sich, zurück zu der Zeit, als man noch
wirklich ausschlafen konnte und nicht bereits morgens um sechs vom Kindergeschrei
geweckt wird. Ironie des Schicksal mag man dazu sagen, vielleicht hat
es aber auch mit mangelnder Akzeptanz seines Weges, mit rosaroten Beurteilungen
von Situationen, ja sogar mit Undankbarkeit zu tun.
Beides wären im Grunde genommen wieder Themen für sich, aber ich habe
sie heute bewußt zusammengefaßt mit dem Ziel, in unserer Gemeinde das
Verständnis für die beiden unterschiedlichen Stände untereinander zu
wecken. Sehr oft fühlen sich Verheiratete und Familien von Singles nicht
verstanden und Singles fühlen sich von Ehepaaren nicht verstanden. Meine
Erwartung an den heutigen Abend ist die, daß jeder neu freudig "Ja" zu
seinem Stand sagt und daß das Verständnis füreinander unter uns wachse.
Sowohl für einen, als auch für den anderen Stand gibt es gute biblische
Argumente und Gesprächshilfen. Die Bibel hat hier ein breites Spektrum.
Sie lobt den Stand der Ehe und redet davon, daß er ein großes Geschenk
ist. Zwei Bibelstellen möchte ich uns hierzu nennen.
1Mo 2,18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch
allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.
Pred 4,9-12 So ist's besser zu zweien als allein; denn sie haben guten
Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf.
Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der
ihm aufhilft. Auch, wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie
kann ein einzelner warm werden? Einer mag überwältigt werden, aber zwei
können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei.
Gott preist darin die Ehe und nennt ihre stärkste Seite: nicht mehr
allein sein zu müssen, jemanden zu haben, der einem eine Hilfe ist. Was
für ein großes Geschenk.
Spannend ist nun die Tatsache, daß es aber auch Bibelstellen gibt, die
das Single-Sein preisen. Paulus zum Beispiel war mit Leib und Seele Single
und sagte, daß er sich nichts besseres vorstellen könnte, ja er geht
sogar soweit, daß er sagt: Ich wollte, alle wären wie ich ledig, ungebunden
und damit in einem höheren Maße frei für Gott.
1.Korinther 7,7.26f: (Hoffnung für Alle) Ich wünschte zwar, jeder würde
wie ich ehelos leben. Aber wir sind nicht alle gleich! Wenn ich daran
denke, welch schwere Zeiten uns bevorstehen, scheint es mir das beste
zu sein, wenn man unverheiratet bleibt. ...Bist du noch frei, dann bleibe
es auch und suche nicht überall nach einer Frau. ... Das gilt in gleicher
Weise für Männer und Frauen......Wer unverheiratet ist, kann sich uneingeschränkt
für die Sache Gottes einsetzen und so dem Herrn gefallen.....Ich sage
dies alles nicht, um euch irgendwelche Vorschriften zu machen, sondern
um euch zu helfen. Ich möchte, daß ihr ein vorbildliches Leben führt
und unbeirrt nur das eine Ziel verfolgt, dem Herrn zu dienen.
Sind das Widersprüche in der Bibel? Ich denke nein. Aber sie sind ein
deutliches Indiz dafür, daß die Bibel beide Lebensmöglichkeiten vorsieht
und beide Lebensmöglichkeiten ihre Starken und ihre Schwachen Seiten
haben.
Einige Gedanken zum Single sein:
Single sein - ein ehrenhafter Stand
Manchmal hat es gerade in unseren Kreisen, in der Gemeinde den Anschein:
verheiratet sein ist das Bessere, das eigentlich richtige. Manchmal wird
geradezu bedauernd und dazu überaus taktlos einem Single gegenüber signalisiert:
Na, hat's noch mit keinem, mit keiner geklappt? Besonders Verwandte können
an dieser Stelle sticheln. Ich habe von einer jungen Frau gelesen, deren
Tante zu ihrer 35 -jährigen ledigen Nichte sagte: "Eigentlich bist
du doch ganz normal.... daß du aber auch keinen Mann findest verstehe
ich nicht." Damit wird suggeriert: Irgend etwas stimmt mit dir nicht.
Dieses Denken und diese Signale sind falsch, sie tun darüber hinaus sehr
sehr weh.
Paulus empfand seinen Stand als Single sogar erstrebenswerter als verheiratet
zu sein. In unseren Gemeinden wird der Spieß eher umgedreht. Die Ehe
gilt als einziger ehrenhafter Stand. Warum wohl wird über diese mögliche
Lebensform so wenig gesprochen und so wenig dazu ermutigt. Ca 1/3 aller
unserer Haushalte in der BRD sind Einpersonenhaushalte. Die einen gewollt,
die anderen ungewollt, manche geschieden, andere verwitwet. Viele Singles,
ob ledig, verwitwet oder geschieden leiden unter Minderwertigkeit und
Unvollkommenheit. Sie empfinden sich - noch allein oder wieder allein
nicht als ganze Persönlichkeiten. An Festen und anderen Anlässen, oft
genug auch vor oder nach dem Gottesdienst fühlen sie sich neben Familien
und Paaren einsam und fehl am Platz. Diese Gefühle brauchen nicht sein,
sollten nicht sein, denn in der Bibel finden wir eine völlige Gleichwertung
von verheiratet und Single sein. Jesus durchbricht sogar die jüdische
Tradition, indem er die Heiratspflicht aufhebt. Das ist in Matthäus 19
nachzulesen. Als Single zu leben ist heute normal und wir sollten das
auch als normal und nicht als minderwertig empfinden. Ihr, die ihr Single
seid, ihr lebt biblisch gesehen in einem ehrenwerten Stand.
Single sein - keine leichte Aufgabe
Auch wenn man es auf die Reihe bekommt, daß Single sein eigentlich ein
ehrenwerter Stand ist, so ist dieser Stand, übrigens genauso wie der
Stand der Ehe, ein Stand, an dem man immer arbeiten muß, damit man daran
glücklich ist. Wie an einer Ehe gilt es auch an seinem Single sein zu
arbeiten, damit man darin nicht untergeht. Dazu gehört vor allem, daß man
die Falle des Selbstmitleides vermeidet: Selbstmitleid ist für Singles
eine große Gefahr. Ach die anderen, die haben ja alle jemanden, denen
geht es ja allen besser. Ich allein bin übriggeblieben. Solche Gedanken
zermürben. Aber man schafft sich damit keine Freunde, man schafft sich
Distanz, denn man wirkt auf andere Menschen nicht attraktiv, wenn man
sich ständig im Selbstmitleid badet. Das ist schwierig, ich weiß es.
Man hat als Kind, als Jugendlicher Träume und Vorstellungen. Man möchte
eine Ehe, man möchte Kinder haben und alle, die dieses erstrebenswerte
Glück genießen erlebt man wie eine Spitze, die einem plagt und piesackt.
Aber unerfüllte Wünsche sind für unser Leben wichtiger, als erfüllte
Wünsche. Wie viele haben sich den Wunsch erfüllt zu heiraten und führen
danach ein unerfülltes Leben. Wie viele haben jahrelang an dem unerfüllten
Wunsch nach einem eigenen Heim gearbeitet, und ist es da, fällt den Eheleuten
die Decke auf den Kopf. Die Auseinandersetzung mit unseren unerfüllten
Wünschen ist wichtiger für unser Leben als die erfüllten Wünsche. In
den unerfüllten Wünschen liegt die Möglichkeit, die Kraft zum Wachsen
und zum Reifen. Das sage ich ganz generell uns allen. In den unerfüllten
Wünschen liegt die Chance, daß uns Jesus zu dem wird, was er uns werden
möchte, zum wichtigsten und liebsten in unserem Leben. Der russische
Schriftsteller Dostojewski ein Mann, der Epileptiker war, schrieb einmal:
habe dein Schicksal lieb, denn es ist der weg Gottes mit deiner Seele.
Mit unerfüllten Wünschen leben heißt Bitterkeit und Groll Gott und Menschen
gegenüber loslassen. Mit unerfüllten Wünschen leben heißt auch offen
werden für neue Wege, die Gott mir zeigt. Mit unerfüllten Wünschen leben
heißt: ich erkennen meinen Reichtum in Christus, auch wenn ich nicht
alles habe, was ich mir wünsche. Lebt nicht im Selbstmitleid, lebt in
Christus Jesus, euerem Herrn.
Single sein - eine besondere Chance
Alle Singles möchte ich auch dazu ermutigen ihre besondere Chance zu
nutzen. Singles sind frei in der Gestaltung der Lebensabläufe. Man ist
unabhängig und kann das tun, was man für richtig findet. Das ist doch
auch etwas. Singles haben doch, wie Paulus es sagt, eine besondere Chance
Kraft und Zeit im Reich Gottes zu investieren. Ich weiß, dieser Gedanke
ist gefährlich. Oft denken Verheiratete: Der oder die könnte ruhig auch
etwas mehr in der Gemeinde tun, der hat doch keine Familie, für die er
sorgen muß. Man kann von Singles nicht erwarten, daß sie jeden Abend
in der Woche in der Gemeinde sind. Singles leben auch nicht nur von Arbeit,
sie brauchen einen Ausgleich, den viele andere in der Familie finden.
Und dennoch, es ist eine besondere Chance, wenn man ungebunden ist. Es
ist zwar schwer, aber es ist eine Chance. Versinkt nicht im Mitleid,
sondern packt Aufgaben im Reich Gottes an und es wird einen guten Teil
der Leere, die ihr dann und wann empfindet, ausgleichen. Das ist kein
billiger Trost oder Ersatz, ich denke, das ist einfach auch eure Aufgabe.
Wiewohl ich heute sehr glücklich verheiratet bin, blicke ich auch froh
und dankbar auch auf die Zeit zurück, in der ich fast jeden Abend in
der Woche in den Jugendkreis in unseren Teenagerkreis in unseren Chor
investierte. Es war eine gute Zeit in meinem Leben, die ich nicht missen
möchte.
Einige Tips für den Umgang zwischen Singles und
Familien in der Gemeinde
Für Ehepaare und Familien: Einen Single adoptieren
(Titel in einem Artikel)
- Ergreift die Initiative: Haltet vor oder nach dem Gottesdienst Ausschau
nach Personen, die allein im Raum sitzen oder herumstehen und geht
auf sie zu: Ihnen fällt das viel viel schwerer.
- Setzt euch zu einem Single. Es gibt kaum einsamere Momente für einen
alleinstehenden Erwachsenen als den, wenn er in die Gemeinde kommt
und dann alleine irgendwo sitzen muß.
- Hilfe anbieten: Singles haben oft Arbeiten zu erledigen, die mit
zwei Händen allein einfach nicht zu bewältigen sind. Zwei Hände mehr
sind oft eine riesige Hilfe, bei handwerklichen Aufgaben und bei vielem
anderen auch.
- Warum auch nicht Überraschungsbesuche machen. Frischen Kuchen, selbstgemachte
Plätzchen mitbringen. Mit solchen netten Gesten kann man einander zeigen:
Ich denke an dich.
- Ladet Singles zum Essen ein! Einsame Mahlzeiten können für Alleinstehende
zur täglichen Last werden. Mit Singles das Leben teilen, wie mit verheirateten
Freunden, das ist hilfreich im gegenseitigen Miteinander. Hilfreich
ist es dann auch, wenn man beim essen nicht nur über Kinder und Familie
redet, sondern über Themen, wo alle mitreden können.
Wie Singles sich revanchieren können
- Familien entlasten, indem man z.B. mit Kindern etwas macht. Viele
Eltern sind sehr froh und dankbar, auch einmal ein paar ruhige Minuten
verbringen zu können, oder in Ruhe etwas arbeiten zu können.
- Selber Gastfreundschaft praktizieren, auch wenn die Wohnung klein
ist
- Sich weise in Freundschaften zu Ehepaaren verhalten. Darauf achten,
daß die Hauptfreundschaft mit dem gleichgeschlechtlichen Partner ist!
Das schützt hilft, daß eine Freundschaft von langer Dauer sein kann.
- Euer Zuhause als Zufluchtsort anbieten. Warum nicht einem verheirateten
Freund/Freundin erlauben, die Wohnung für ungestörte Gebets- und Bibelstunden
zu nutzen, wenn man selber bei der Arbeit oder verreist ist.
Einige Gedanken zum verheiratet sein:
Jüdische Rabbis sagen: Eine glückliche Ehe ist ein größeres Wunder als
der Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer: Nun, ganz so drastisch
denke ich muß man das wirklich nicht sehen, ganz so drastisch werden
wir es wohl nicht erleben, aber der wahre Kern ist, daß eine glückliche
Ehe auch etwas ist, was Gott schenkt, was wir deshalb aber auch von ihm
erbitten dürfen.
In einer Ehe muß man die Kohlen immer wieder nachschüren, sonst würde
das Feuer der Liebe nicht mehr fröhlich brennen, sondern wäre längstens
ausgegangen.
Wodurch zeichnet sich denn eine gesunde Ehe aus? In einer gesunden Ehe
freut sich der eine Partner über den anderen; er freut sich, daß es ihn
gibt und daß er so ist, wie er ist. In einer gesunden Ehe versteht man
es Liebe zu geben und Liebe zu empfangen. Man kann ausgelassen lachen
und ergriffen schweigen, fröhlich und romantisch sein und kommt gar nicht
auf den Gedanken, daß das Leben mit einem anderen Ehepartner besser sein
könnte.
Ganz anders in einer ungesunden Ehe. Hier erklärt man jedem, der es
hören will, daß man, jawohl, seine Frau selbstverständlich liebt und
daß man - natürlich, was denn sonst? - seinen Mann so annimmt, wie er
ist - und in Wirklichkeit kann man einander nur mit Mühe und Not ausstehen.
Man macht wohlgemeinte, artige Versuche, einander Liebe zu zeigen, und
fühlt sich doch meist ungeliebt und unverstanden. Man versteht es, gemeinsam
zu schimpfen, aber nicht, gemeinsam zu lachen, man sehnt sich nach Romantik
und bekommt doch immer nur schmale Hausmannskost, und tief drinnen nagt
der bohrende Gedanke: Hätte ich nur jemand anderes geheiratet, das wäre
dann ein richtiges Leben...
Schicksal? Elend zu zweit, bis daß der Tod oder der Anwalt uns scheidet?
Und dann auch noch in einer "christlichen" Ehe? Nein, das muß nicht
sein. Und allen Ehen, den gesunden und den ungesunden gilt: Ehe ist Baustelle.
Ehe ist kein Fertighaus, in das man einzieht, sondern an dem man wohl
sein ganzes Leben immer wieder neu bauen muß, für das sich aber auch
ein Engagement wirklich lohnt.
Eigentlich würde ich jetzt gerne mit Euch zusammen ein Eheseminar machen.
Mit euch über die Herausforderungen und die Schönheiten der Ehe nachdenken...
Das können wir jetzt nicht machen. Und trotzdem möchte ich denen, die
verheiratet sind einfach zwei Impulse weitergeben, die mir wesentlich
erscheinen.
Verschiedenheiten als Chance begreifen
Das ist, so denke ich eine Hauptaufgabe für junge Ehen. Ehen so unter
6-10 Jahre. Junge Ehen leiden manchmal darunter, daß man erst in der
Ehe entdeckt, wie unterschiedlich man ist. Man hat es miteinander gewagt
und ist jetzt doch so erschrocken, daß der andere so völlig anders ist
als man selber. Da sind die zunächst die Charakterunterschiede. Der eine
ist extrovertiert, der andere introvertiert. Der eine möchte gerne viel
mit Leuten zusammensein, der andere möchte seine Ruhe haben. Da ist der
Unterschied zwischen Idealisten und Realisten, diejenigen die gerne große
Ideen haben und die anderen, die die Idealisten auf den Boden der Tatsachen
zurückholen. Da ist der Unterschied zwischen Denkern und Fühlern. Fühler
spüren buchstäblich die Zahnschmerzen ihres Kindes, nehmen es in den
Arm, streichen ihm über den Kopf. Der Denker schaut nüchtern in der Zeitung
nach, welcher Zahnarzt gerade Notdienst hat. Und dann gibt es noch Planer
und Chaoten und auch die beiden tun sich miteinander schwer.
Es ist so wichtig, die Charakterunterschiede zwischen Menschen zu verstehen.
Wie sollte man jemand lieben, den man nicht versteht? Wie soll man Konflikte
lösen, wenn man die Ursache nicht kennt? Und jetzt kommt der entscheidende
Satz: Anders sein ist nicht schlechter. Anders sein ist nicht falsch.
Anders ist nicht schlechter und nicht besser, sondern ganz einfach anders.
Wer dieses Anderssein des Partners akzeptiert und nicht mehr als Fehler
verurteilt, der öffnet die Tür zu echter Gemeinschaft, der bahnt den
Weg dazu, ein Paar zu werden das sich nicht bekriegt, sondern ergänzt.
Bin ich bereit den anderen Teil, den mir fehlenden Teil als Ergänzung,
als Bereicherung meines Lebens anzunehmen oder lehne ich ihn als Bedrohung
ab? Das ist der Schlüssel Nr. 1 für eine gesunde Ehe.
Freude erleben
Eine der Hauptursachen für Scheidungen und zerrüttete Ehen ist schlicht
und einfach... Langeweile. Das ist die Gefahr der Ehen, die bereits in
die Jahre kommen. Verliebt, verlobt, verheiratet, verrostet. Alltagstrott
- auf der Arbeit, mit den Kindern, vor dem Fernseher, im Bett. Man spult
sein Tages- und Wochenprogramm ab, und langsam aber sicher kühlt das
Feuer der Liebe ab, bis es schließlich ganz erloschen ist. Nein, es sind
keine "Affären", keine fliegenden Teller und Tassen, keine
Familientragödien. Aber auch kein Feuer, keine Romantik. Man tauscht
ein paar artige Bemerkungen aus, aber man spricht nicht miteinander.
Liebe verkommt zur ehelichen Pflicht. Nullachtfünfzehn-Gespräche, Nullachtfünfzehn-Freizeit.
Eine Ehe braucht immer wieder Höhepunkte, braucht gelegentliche romantische
Rendezvous, braucht Überraschungen, gemeinsame Unternehmungen und wenn
es nur ein ungeplanter Spaziergang ist, wo man sich von der Arbeit eine
Stunde für so einen Spaziergang abschneidet. Manchmal kann ein Wochenende
nur zu zweit, und das läßt sich organisieren, ein wichtiger und schöner
Impuls sein, von dem man einige Wochen zehren und leben kann. Es sind
keine großen Dinge, die man braucht um eine Ehe vor dem Alltagstrott
zu retten. Es sind kleinen Dinge, aber überraschende Dinge und zu diesen
Dingen wünsche ich allen, die verheiratet sind Kreativität und Phantasie.
Kreativität und Phantasie sind übrigens keine neumodischen Erscheinungen,
sondern Eigenschaften unseres lebendigen Gottes. Er kann sie uns auch
schenken.
Ich komme zum Anfang zurück. Das Anspiel hat die negativen Seiten betont.
In der neuen Woche wollen wir die positiven Seiten unseres Standes sehen
und betonen. Dazu schenke euch Gott Gelingen und Segen.
Amen |