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Predigt zur Jahreslosung 2001: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.

Kolosser 2, 3

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Liebe Freunde, liebe Geschwister,

wieder ist ein Jahr vergangen und wieder einmal stehen wir an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Heute abend grüße ich uns alle mit der Jahreslosung für das neue Jahr, in das wir hineingehen. Oft wurden wir in den vergangenen Tagen in den Medien mit Jahresrücken beglückt. Die Bilder des abgelaufenen Jahres wurden uns noch einmal gezeigt. In diesem Gottesdienst halten wir keinen Jahresrückblick, wir halten Jahresausblick auf das neue Jahr. Wir halten Jahresausblick mit der neuen Jahreslosung. Sie heißt:
Kol 2,3 in Christus liegen verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. oder nach Hoffnung für alle: In Jesus finden wir alles, was es an Weisheit und Erkenntnis Gottes geben kann

(evt. Clownszene)

Dieser Vers aus dem Kolosserbrief wurde von allen christlichen Kirchen zum Bibelvers, zur Losung für das neue Jahr bestimmt.

Ich will heute mal keine Predigt nach dem Motto 1. 2. 3. halten, sondern will uns einfach einmal einige Gedanken zu den einzelnen Worten dieser Jahreslosung weitergeben.

Welches Wort in der Jahreslosung ist denn am auffallendsten? Welches springt einem als erstes ins Auge?

Alle Schätze

Mir ging es so, daß mich zuerst das Wort Schätze angesprochen hat. Vor meinem inneren Auge malte ich mir einen Schatz aus - eine Schatzsuche

Schatzsuche - das hat mich an die Zeiten in der Jungschar erinnert. Wir machten Geländespiele und meistens ging es dabei um irgendwelche Schätze - meist in Form von Süßigkeiten, die man finden, entdecken oder anderen abjagen mußte.
Schatzsuche, das erinnert mich an so manches Donald Duck Heft - Wo Onkel Dagobert wie wild darauf versessen ist, auch den letzten Schatz von Entenhausen und Umgebung zu heben.
Als Kinder oder vielleicht noch heute haben wir eine Schatztruhe.

Die meisten unter uns sind erwachsen. Längst interessieren uns die Schätze von Süßigkeiten in den Geländespielen nicht mehr so sehr. Längst haben wir die Hoffnung aufgegeben, doch noch irgendwo einen großen Schatz zu finden und zu heben. Viele von uns haben davon schon geträumt, aber sind bislang nie so richtig fündig geworden.
Und doch - dann und wann träumen wir davon, einen Schatz zu entdecken. Am liebsten einen Geldschatz, damit alle unsere Finanzprobleme zumindest für eine lange Zeit behoben wären.
Andere würden so gerne den Schatz der Gesundheit neu entdecken und ausgraben.

In der neuen Jahreslosung sagt uns Paulus, daß wir in der Person Jesus Christus den Schatz finden, den wir suchen
Manche von uns mögen nun enttäuscht sein, der Kinnladen klappt uns herunter . Jesus als Schatz - kann man sich dafür was kaufen? Das ist doch nichts konkretes, das ist doch wieder einmal mehr, nur christliche Gehirnakrobatik.

Das Gleichnis von Jesus vom Schatz im Acker kommt mir in dem Sinn. Da war ein Knecht mit einem Pflug auf dem Acker seines Herrn unterwegs. Der Pflug bleibt hängen. Ist es ein Stein - eine Wurzel? Schnell hat der Mann den Spaten zur Hand und gräbt, gräbt solange, bis er eine tolle Schatzkiste entdeckt. Aber die gehört ihm ja nicht, weil ihm der Acker nicht gehört. Also buddelt er das Loch schnell wieder zu, geht nach Hause, verkauft alles was er hat um genau diesen Acker zu kaufen, den Acker mit dem Schatz drin. Und Jesus schließt dieses Gleichnis mit der Anmerkung- So ist das mit dem Himmelreich. Der Schatz ist Jesus selbst.

Auch dann, wenn wir uns manchmal andere Schätze für unser Leben wünschen, Gut und Geld, Gesundheit und vieles mehr. Es ist so. Jesus ist der einzige Schatz unseres Lebens, der uns bleibt. Er ist der größte Schatz unseres Lebens. Er uns auch durch den Tod hindurch als Schatz erhalten bleibt.
Wir gehen bald wieder in ein neues Jahr. Was es uns bringt? Wer von uns weiß das?
Wir alle wünschen uns nachher ein gutes Jahr, aber das garantiert noch lange nicht, daß das neue Jahr auch wirklich gut wird. Es mag sein, daß einer unter uns krank wird, ernstlich krank. Doch den Schatz, der Jesus heißt, den kann ihm keine Krankheit nehmen. Es kann sein, daß einer seinen Arbeitsplatz verliert oder selber kündigt, weil er es am Arbeitsplatz nicht mehr aushält. Aber Jesus kündigt ihm nicht - Jesus bleibt ihm. Es kann sein, daß für den einen oder anderen Beziehungen zerbrechen - Aber unsere Beziehung zu Jesus ist von Dauer und muß und darf uns nicht zwischen den Händen zerrinnen. Ist das jetzt immer noch Gehirnakrobatik?
Nein, für mich ist das Tragfähiges Fundament - In Christus liegen verborgen alle Schätze - Im neuen Jahr kann kommen was will, aber Christus bleibt mir - der Gott, der mich liebt kann mir niemand rauben - und wenn alles andere zerbröselt im neuen Jahr - Jesus ist da und nimmt mich in seine liebenden Arme. Er ist mein Schatz

1. Es gibt bedingungslose Liebe, die alles trägt und nie vergeht, und unerschütterliche Hoffnung, die jeden Test der Zeit besteht. Es gibt ein Licht, das uns den Weg weist, auch wenn wir jetzt nicht alles sehn. Es gibt Gewissheit unseres Glaubens, auch wenn wir manches nicht verstehn.

Refr.: Er ist das Zentrum der Geschichte, er ist der Anker in der Zeit. Er ist der Ursprung allen Lebens und unser Ziel in Ewigkeit, und unser Ziel in Ewigkeit.

- Geschichte von diesem russischen Adeligen - Licht im Osten

In Christus liegen verborgen

Verborgen - Auch dieses Wort scheint mir an der neuen Jahreslosung wichtig zu sein. Der Schatz, der Christus heißt liegt nicht offen auf der Straße herum, sonst wäre es wohl kein Schatz mehr. Schätze liegen nicht auf der Straße. Schätze sind in der Erde und man muß nach ihnen graben. Das war immer schon so. Das war so bei den Goldgräbern in Amerika - das ist heute bei denen so, die schwarzes Gold - Erdöl aus der Erde fördern. Habt ihr schon mal einen Film über eine Bohrinsel in der Nordsee gesehen - das ist ein unendlich harter Job, das schwarze Gold aus dem Boden des Meeres zu fördern.
Auch der Schatz, der Jesus heißt, liegt eben nicht so am Straßenrand - sonst würden ihn ja mehr Menschen finden und entdecken. Sonst würden mehr Menschen an Jesus glauben.
Ja, dieser Schatz ist tatsächlich ein Stück weit verborgen. Schon den irdischen Christus, haben viele seiner Zeitgenossen nicht erkannt. Auch er war ja ein verborgener Schatz - ein Kind in einer Krippe - kein König mit Roß und Reitern, sondern ein Kind in der Krippe. Die Hirten hatten ihn entdeckt, weil es ihnen die Engel sagten - die Weisen haben ihn gefunden, weil der Stern sie leitete.
Wo ist er den heute vergraben dieser Schatz - wo müssen wir suchen - wo können wir ihn finden
Wir finden den Schatz, der Jesus heißt zuallererst in der Bibel, in der Heiligen Schrift. Wer in der Bibel gräbt, findet in ihr Jesus. Wer in der Bibel gräbt wird reich, weil er die vielen Verheißungen und auch die hilfreichen Warnungen entdeckt, die mich durchs leben leiten. Dabei ist es durchaus wichtig, selber in der Bibel zu graben und nicht einen Prediger oder einen Teenagerkreisleiter oder einen Hauskreisleiter darin graben zu lassen. Wenn es um einen echten Schatz geht, dann steht ihr ja auch nicht daneben und laßt andere graben, andere ihn für euch heben, dann packt ihr selber an. So ist es auch mit Jesus. Wer in der Bibel liest, in der Bibel gräbt wird ihn entdecken und finden. Ich mache Mut selber die Bibel zu lesen im neuen Jahr - es ist durch nichts zu ersetzen. Vielleicht sind wir auch deshalb manchmal so arme Leute, weil wir aufgehört haben in der Bibel zu lesen - weil wir keine Bruchstücke des Schatzes, den wir haben, mehr heben.
Und dann wird Christus im Glauben erkannt. Der Schatz Christus muß gehoben werden und das geschieht im und durch den Glauben. Der Glaubende erkennt immer umfassender, daß Christus alles in allem ist.


Abschluß mit dem Christushymnus aus Kolosser 2
Was haben wir in Christus: Kolosser 2 ist ein Lobeshymnus auf Jesus Christus.
In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Vers 9)
In ihm seid ihr auch beschnitten (V 11)
Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe
In ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes
Er hat euch mit ihm lebendig gemacht
Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war.
Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet
Er hat die Mächte öffentlich zur Schau gestellt.


Unter all unseren Lebensrechungen steht in der Summe Jesus Christus. Wir können rechnen, wie wir wollen.

Amen


Clownszene

Clown kommt herein - hat eine Tasche dabei - begrüßt Publikum - macht dem Publikum klar, daß er arm ist - Nichts in den Hosentaschen - Nichts in der Tasche, die er dabei hat - Nichts im Bauch - will am Tisch etwas stehlen vor Hunger, aber es wird ihm verwehrt. - Clown weint herzzerreißend - setzt sich auf der Bühne hin - ist traurig - bettelt bei den Leuten - aber er bekommt nichts

Da entdeckt er die kleine Schatzkiste - die auf der Bühne steht - Er ist interessiert - schöpft Hoffnung - fragt sich, was da wohl drin ist - fragt das Publikum - Dann macht er sich an die Arbeit, die Schatzkiste zu knacken - Nimmt Hammer und Werkzeug stellt sich dabei recht ungeschickt an - endlich findet er auch den Schlüssel, der ihm die Schatzkiste öffnet -
Er schaut hinein - und er ist enttäuscht - Denn in der Schatzkiste findet er nur eine kleine Bibel und einen Zettel mit der Aufschrift - In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis - geht Achselzucken von der Bühne ab.