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Liebe Freunde, liebe Geschwister,
wieder ist ein Jahr vergangen und wieder einmal stehen wir an
der Schwelle zu einem neuen Jahr. Heute abend grüße
ich uns alle mit der Jahreslosung für das neue Jahr, in das
wir hineingehen. Oft wurden wir in den vergangenen Tagen in den
Medien mit Jahresrücken beglückt. Die Bilder des abgelaufenen
Jahres wurden uns noch einmal gezeigt. In diesem Gottesdienst halten
wir keinen Jahresrückblick, wir halten Jahresausblick auf
das neue Jahr. Wir halten Jahresausblick mit der neuen Jahreslosung.
Sie heißt:
Kol 2,3 in Christus liegen verborgen liegen alle Schätze der
Weisheit und der Erkenntnis. oder nach Hoffnung für alle:
In Jesus finden wir alles, was es an Weisheit und Erkenntnis Gottes
geben kann
(evt. Clownszene)
Dieser Vers aus dem Kolosserbrief wurde von allen christlichen
Kirchen zum Bibelvers, zur Losung für das neue Jahr bestimmt.
Ich will heute mal keine Predigt nach dem Motto 1. 2. 3. halten,
sondern will uns einfach einmal einige Gedanken zu den einzelnen
Worten dieser Jahreslosung weitergeben.
Welches Wort in der Jahreslosung ist denn am auffallendsten? Welches
springt einem als erstes ins Auge?
Alle Schätze
Mir ging es so, daß mich zuerst das Wort Schätze angesprochen
hat. Vor meinem inneren Auge malte ich mir einen Schatz aus - eine
Schatzsuche
Schatzsuche - das hat mich an die Zeiten in der Jungschar erinnert.
Wir machten Geländespiele und meistens ging es dabei um irgendwelche
Schätze - meist in Form von Süßigkeiten, die man
finden, entdecken oder anderen abjagen mußte.
Schatzsuche, das erinnert mich an so manches Donald Duck Heft -
Wo Onkel Dagobert wie wild darauf versessen ist, auch den letzten
Schatz von Entenhausen und Umgebung zu heben.
Als Kinder oder vielleicht noch heute haben wir eine Schatztruhe.
Die meisten unter uns sind erwachsen. Längst interessieren
uns die Schätze von Süßigkeiten in den Geländespielen
nicht mehr so sehr. Längst haben wir die Hoffnung aufgegeben,
doch noch irgendwo einen großen Schatz zu finden und zu heben.
Viele von uns haben davon schon geträumt, aber sind bislang
nie so richtig fündig geworden.
Und doch - dann und wann träumen wir davon, einen Schatz zu
entdecken. Am liebsten einen Geldschatz, damit alle unsere Finanzprobleme
zumindest für eine lange Zeit behoben wären.
Andere würden so gerne den Schatz der Gesundheit neu entdecken
und ausgraben.
In der neuen Jahreslosung sagt uns Paulus, daß wir in der
Person Jesus Christus den Schatz finden, den wir suchen
Manche von uns mögen nun enttäuscht sein, der Kinnladen
klappt uns herunter . Jesus als Schatz - kann man sich dafür
was kaufen? Das ist doch nichts konkretes, das ist doch wieder
einmal mehr, nur christliche Gehirnakrobatik.
Das Gleichnis von Jesus vom Schatz im Acker kommt mir in dem Sinn.
Da war ein Knecht mit einem Pflug auf dem Acker seines Herrn unterwegs.
Der Pflug bleibt hängen. Ist es ein Stein - eine Wurzel? Schnell
hat der Mann den Spaten zur Hand und gräbt, gräbt solange,
bis er eine tolle Schatzkiste entdeckt. Aber die gehört ihm
ja nicht, weil ihm der Acker nicht gehört. Also buddelt er
das Loch schnell wieder zu, geht nach Hause, verkauft alles was
er hat um genau diesen Acker zu kaufen, den Acker mit dem Schatz
drin. Und Jesus schließt dieses Gleichnis mit der Anmerkung-
So ist das mit dem Himmelreich. Der Schatz ist Jesus selbst.
Auch dann, wenn wir uns manchmal andere Schätze für
unser Leben wünschen, Gut und Geld, Gesundheit und vieles
mehr. Es ist so. Jesus ist der einzige Schatz unseres Lebens, der
uns bleibt. Er ist der größte Schatz unseres Lebens.
Er uns auch durch den Tod hindurch als Schatz erhalten bleibt.
Wir gehen bald wieder in ein neues Jahr. Was es uns bringt? Wer
von uns weiß das?
Wir alle wünschen uns nachher ein gutes Jahr, aber das garantiert
noch lange nicht, daß das neue Jahr auch wirklich gut wird.
Es mag sein, daß einer unter uns krank wird, ernstlich krank.
Doch den Schatz, der Jesus heißt, den kann ihm keine Krankheit
nehmen. Es kann sein, daß einer seinen Arbeitsplatz verliert
oder selber kündigt, weil er es am Arbeitsplatz nicht mehr
aushält. Aber Jesus kündigt ihm nicht - Jesus bleibt
ihm. Es kann sein, daß für den einen oder anderen Beziehungen
zerbrechen - Aber unsere Beziehung zu Jesus ist von Dauer und muß und
darf uns nicht zwischen den Händen zerrinnen. Ist das jetzt
immer noch Gehirnakrobatik?
Nein, für mich ist das Tragfähiges Fundament - In Christus
liegen verborgen alle Schätze - Im neuen Jahr kann kommen
was will, aber Christus bleibt mir - der Gott, der mich liebt kann
mir niemand rauben - und wenn alles andere zerbröselt im neuen
Jahr - Jesus ist da und nimmt mich in seine liebenden Arme. Er
ist mein Schatz
1. Es gibt bedingungslose Liebe, die alles trägt und nie
vergeht, und unerschütterliche Hoffnung, die jeden Test der
Zeit besteht. Es gibt ein Licht, das uns den Weg weist, auch wenn
wir jetzt nicht alles sehn. Es gibt Gewissheit unseres Glaubens,
auch wenn wir manches nicht verstehn.
Refr.: Er ist das Zentrum der Geschichte, er ist der Anker in
der Zeit. Er ist der Ursprung allen Lebens und unser Ziel in Ewigkeit,
und unser Ziel in Ewigkeit.
- Geschichte von diesem russischen Adeligen - Licht im Osten
In Christus liegen verborgen
Verborgen - Auch dieses Wort scheint mir an der neuen Jahreslosung
wichtig zu sein. Der Schatz, der Christus heißt liegt nicht
offen auf der Straße herum, sonst wäre es wohl kein
Schatz mehr. Schätze liegen nicht auf der Straße. Schätze
sind in der Erde und man muß nach ihnen graben. Das war immer
schon so. Das war so bei den Goldgräbern in Amerika - das
ist heute bei denen so, die schwarzes Gold - Erdöl aus der
Erde fördern. Habt ihr schon mal einen Film über eine
Bohrinsel in der Nordsee gesehen - das ist ein unendlich harter
Job, das schwarze Gold aus dem Boden des Meeres zu fördern.
Auch der Schatz, der Jesus heißt, liegt eben nicht so am
Straßenrand - sonst würden ihn ja mehr Menschen finden
und entdecken. Sonst würden mehr Menschen an Jesus glauben.
Ja, dieser Schatz ist tatsächlich ein Stück weit verborgen.
Schon den irdischen Christus, haben viele seiner Zeitgenossen nicht
erkannt. Auch er war ja ein verborgener Schatz - ein Kind in einer
Krippe - kein König mit Roß und Reitern, sondern ein
Kind in der Krippe. Die Hirten hatten ihn entdeckt, weil es ihnen
die Engel sagten - die Weisen haben ihn gefunden, weil der Stern
sie leitete.
Wo ist er den heute vergraben dieser Schatz - wo müssen wir
suchen - wo können wir ihn finden
Wir finden den Schatz, der Jesus heißt zuallererst in der
Bibel, in der Heiligen Schrift. Wer in der Bibel gräbt, findet
in ihr Jesus. Wer in der Bibel gräbt wird reich, weil er die
vielen Verheißungen und auch die hilfreichen Warnungen entdeckt,
die mich durchs leben leiten. Dabei ist es durchaus wichtig, selber
in der Bibel zu graben und nicht einen Prediger oder einen Teenagerkreisleiter
oder einen Hauskreisleiter darin graben zu lassen. Wenn es um einen
echten Schatz geht, dann steht ihr ja auch nicht daneben und laßt
andere graben, andere ihn für euch heben, dann packt ihr selber
an. So ist es auch mit Jesus. Wer in der Bibel liest, in der Bibel
gräbt wird ihn entdecken und finden. Ich mache Mut selber
die Bibel zu lesen im neuen Jahr - es ist durch nichts zu ersetzen.
Vielleicht sind wir auch deshalb manchmal so arme Leute, weil wir
aufgehört haben in der Bibel zu lesen - weil wir keine Bruchstücke
des Schatzes, den wir haben, mehr heben.
Und dann wird Christus im Glauben erkannt. Der Schatz Christus
muß gehoben werden und das geschieht im und durch den Glauben.
Der Glaubende erkennt immer umfassender, daß Christus alles
in allem ist.
Abschluß mit dem Christushymnus aus Kolosser 2
Was haben wir in Christus: Kolosser 2 ist ein Lobeshymnus auf Jesus
Christus.
In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der
Erkenntnis.
In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Vers
9)
In ihm seid ihr auch beschnitten (V 11)
Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe
In ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft
Gottes
Er hat euch mit ihm lebendig gemacht
Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen
uns war.
Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet
Er hat die Mächte öffentlich zur Schau gestellt.
Unter all unseren Lebensrechungen steht in der Summe Jesus Christus.
Wir können rechnen, wie wir wollen.
Amen
Clownszene
Clown kommt herein - hat eine Tasche dabei - begrüßt
Publikum - macht dem Publikum klar, daß er arm ist - Nichts
in den Hosentaschen - Nichts in der Tasche, die er dabei hat -
Nichts im Bauch - will am Tisch etwas stehlen vor Hunger, aber
es wird ihm verwehrt. - Clown weint herzzerreißend - setzt
sich auf der Bühne hin - ist traurig - bettelt bei den Leuten
- aber er bekommt nichts
Da entdeckt er die kleine Schatzkiste - die auf der Bühne
steht - Er ist interessiert - schöpft Hoffnung - fragt sich,
was da wohl drin ist - fragt das Publikum - Dann macht er sich
an die Arbeit, die Schatzkiste zu knacken - Nimmt Hammer und Werkzeug
stellt sich dabei recht ungeschickt an - endlich findet er auch
den Schlüssel, der ihm die Schatzkiste öffnet -
Er schaut hinein - und er ist enttäuscht - Denn in der Schatzkiste
findet er nur eine kleine Bibel und einen Zettel mit der Aufschrift
- In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und
der Erkenntnis - geht Achselzucken von der Bühne ab. |