Logo Predigt: Was glauben wir eigentlich II



Der zweite Teil

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2. Ich glaube, daß jeder Mensch eine persönliche Errettung braucht

Leitworte:
1Joh 5,12 Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.
Rö 3,23-24 sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.
2Kor 5,20 So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!

Ein Evangelist erklärte das Wort aus 1. Johannes 5,12 einmal anläßlich einer Evangelisation so:
Wenn ich frage, wer sind Lebende, dann werden Sie antworten: Lebende sind wir, wir atmen doch, können unsern Puls fühlen, können miteinander sprechen, singen, denken. Lebende - das sind wir! Frage ich weiter: Wo sind die Lebenden?, so werden Sie ohne Zögern sagen: Hier im Raum, hier bei uns und werden hinzufügen: Draußen- etwa 200 m Luftlinie entfernt draußen auf dem Friedhof liegen die Toten. Wir hier drinnen, die Toten dort draußen, da sind die Bereiche gut auseinander dividiert.
Aber wenn Jesus sagt: Wer den Sohn Gottes hat, (nur) der hat das Leben und dazu: Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht, dann wird unsere Ordnung plötzlich durchbrochen. Seltsames geschieht, Ungeahntes: Die Todesgrenze drängt von draußen nach drinnen, schiebt sich zur Tür herein, fährt im Zickzackkurs durch die Stuhlreihen, dividiert Freunde, Ehegatten, Familien, Vereinskameraden, Arbeitskollegen auseinander. Wer den Sohn Gottes nicht hat, ist tot bei blühender Gesundheit, bei höchster Vitalität und Potenz, bei tadellos funktionierendem Kreislauf. Er ist in seiner Person tot, in seinem Wesen, ist ein Individualtoter bei überlebenden Organen. Da sind Menschen mitten im Leben tot, denn wer den Sohn Gottes nicht hat ... Provozierend genug! Aber nun andersherum: Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben! Gilt das, dann gibt es Menschen, die (medizinisch gesehen) absolut tot sind, Menschen, die seit Jahrzehnten draußen auf dem Friedhof liegen, zerfallen im Grabe, verwest, - und sie leben! Welch eine Wende! Welch verrückte Welt! Hier drinnen mag es Menschen geben, die tot sind mitten im Leben, und dort draußen Menschen, die leben mitten im Tod! Quer durch den Saal und quer über den Friedhof läuft die vor Gott alles entscheidende Linie, die Grenzscheide der Ewigkeit.
Da muß unsere alles entscheidende Grundfrage doch heute heißen: Lebe ich überhaupt? Oder bin ich gar mit all meiner Lebendigkeit bei Gott ein Toter? Da gibt es doch nichts Wichtigeres, als die Einladung Gottes zu hören und aufzunehmen: Komm zu mir, komm in dein Lebenselement!

Liebe Freunde, das ist die wichtigste Information, die uns die Bibel überhaupt gibt, daß wir Menschen die Wahl haben zwischen Tod und Leben, zwischen Himmel und Hölle und daß wir uns für eines dieser beiden während unseres Lebens entscheiden werden. Wir brauchen eine persönliche Errettung oder ich formuliere es einmal negativ herum. Nicht alle Menschen, die über diese Erde laufen sind einfach so, mir nichts dir nichts errettet. Nur wer an Jesus glaubt, hat das ewige Leben.

Diese Einsicht und Ansicht mag uns vertraut sein, mag uns bekannt sein. Doch sie ist, je länger je mehr, eine umstrittene Ansicht. Sie wird nicht mehr klar gesehen, oft auch nicht mehr klar verkündigt, weil wir uns davor fürchten, dem modernen Menschen irgendetwas von Gericht und der Verlorenheit zu erzählen. Wir sagen ihnen Gott hat dich lieb - das hält er ja noch aus. Aber wir wagen nicht mehr davon zu reden, daß es auch ein Verloren sein gibt.
Wie wird man gerettet - Indem man an Jesus Christus glaubt.

Diesen Tatsachen müssen wir neu ins Auge sehen, wir müssen sie neu fassen. Die Grenzlinie zwischen Leben und Tod verläuft durch unser Dorf, sie verläuft durch unsere Familien, sie kann auch durch diesen Raum heute abend verlaufen.
Das ist die ernste Nachricht. Die gute Nachricht aber heißt. Es gibt Heilsgewißheit, man kann sich seines Glaubens und seines Errettetseins gewiß sein. Man muß nicht bangen sondern darf hören, was Johannes auch sagt:
Joh 1,12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denn, die an seinen Namen glauben,
Wer Jesus aufnimmt ist ein Kind Gottes - Hast du diese Gewißheit - diese Heilsgewißheit? Wenn nicht, dann laß das nicht hängen und ruhe nicht bis du dir ganz sicher bist: Ich bin ein Kind Gottes.

3. Ich glaube, daß man eine persönliche Beziehung zu Gott haben kann.

Leitvers:
Kol 3,17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn
Zwei junge Menschen verlieben sich und beschließen zu heiraten. Das Mädchen kommt aus einem überreichen Elternhaus. Dort wird der junge Mann zum Abendessen eingeladen und will um die Hand der Tochter bitten. Verlegen steht er mit seinem Blumenstrauß den zukünftigen Schwiegereltern gegenüber. Die wohlüberlegten Sätze sind wie weggeblasen. Schließlich spricht er von einem ungeheuren Zug, der ihn zu dem Mädchen zieht, daß der Zug immer stärker wird, daß er sich so zu dem Mädchen hingezogen fühlt, daß er um die Hand der Tochter bitten möchte. Der zukünftige Schwiegervater legt ihm gütig lächelnd die Hand auf die Schulter und fragt: Dieser Zug, von dem sie da sprechen, ist das ein Güterzug oder ein Personenzug? Ist Gott für uns nur der Geber und Wünscheerfüller und unsere Beziehung zu ihm nur ein Güterzug? Oder ist Gott unser Herr und Vater, Freund und Vertrauter und unsere Beziehung zu ihm ein Personenzug. Gott schickt wahrlich viele Güterzüge: Kosmos und Erde, Sonne und regen, Zeit und Leben. Aber dann kam der Personenzug Gottes. Gott wurde Mensch und erklärte uns seine Liebe. Er will die Beziehung zu uns.

Das glaube ich - und ich glaube auch, Gott will, dass wir diese Beziehung leben.
Das erscheint uns wie eine Binsenweisheit - Das ist aber lang nicht selbstverständlich, wenn ich nur an andere Religionen denken und ihre Vorstellungen von Gott. Der Islam kennt keine persönliche Beziehung zu Allah - er ist viel zu erhaben. Alles was ich tun kann ist, hin halbwegs gnädig zu stimmen. Auch der Hinduismus kennt das nicht. Dort versucht man durch Opfer und Meditationen göttliche Kräfte sich zu nutzen zu machen. Aber persönliche Beziehung zu Gott - Fehlanzeige. Ich glaube, daß es ein ungeheures Vorrecht ist, mit Gott reden zu können. Ja, das glaube ich!!
Doch so selbstverständlich das ist, so oft, wir das auch schon gehört haben, es fällt uns dennoch nicht leicht, diese persönliche Beziehung zu leben

Viele empfinden die Stille Zeit als eine Last, ein Gesetz, manche geben es offen zu, daß sie müde sind für die Stille Zeit am Morgen. Andere wiederum sagen, daß sie keinerlei Gewinn daraus erhalten. Trotzdem wird in vielen christlichen Gruppen und Kreisen Wert darauf gelegt, daß Christen und Mitarbeiter die Stille Zeit einhalten - ohne zu sagen, wie das im einzelnen geschehen kann. Dadurch kommt es oft zu einem unguten Kampf.

Viel Sterilität und Müdigkeit im Glaubensleben eines Christen kommt daher, daß wir als Christen nicht begriffen haben, daß die Beziehung zwischen Gott und Menschen eine Liebesbeziehung ist.

Gott macht dabei immer den Anfang: Er erklärt dem Menschen seine uneingeschränkte Liebe
Joh 3,16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Aber diese Liebe Gottes zu uns Menschen bleibt so lange einseitig, solange sie nicht vom Menschen erwidert wird. Erst wenn auch der Mensch Gott gegenüber seine Liebe erklärt, kann man von einer Liebesbeziehung reden.
Wenn zwei Menschen sich lieb haben, dann bekunden sie es auch immer wieder neu, daß sie einander liebhaben. Warum sollte das nicht auch in deiner Beziehung zum lebendigen Gott so sein? Wenn zwei Menschen sich lieben, muß diese Liebe auch gepflegt werden und im Leben Ausdruck finden. Es genügt z.B. nicht, daß ich meiner Frau mein Jawort gegeben und sie geheiratet habe. Ich soll und will diese Liebesbeziehung vielmehr so gestalten, daß sie durch all die Jahre hindurch intensiver, reicher, tragfähiger und frohmachender wird. Genauso muß die Liebesbeziehung zum himmlischen Vater gestaltet werden.

Wie aber kann das gelingen? Hier einige Ideen dazu:
(Anregungen stammen aus einem Manuskript des Wörnersberger Ankers)

  • Manfred Siebald hat einmal getextet: "Beten, ist reden mit Gott und hören. Ich will nach und nach lernen, immer besser auf die Stimme meines Herrn zu hören:
  • Liebe kann man darin zum Ausdruck bringen, daß man einander dankt und lobendes voneinander sagt. Ich kann ihm dabei ein Lied singen. Warum nicht ein Liebeslied? Im Evangelischen Kirchengesangbuch und in anderen Liederbüchern sind etliche Liebeslieder abgedruckt. Das folgende Liebeslied ist schon einige hundert Jahre alt: Ich will dich lieben meine Stärke, ich will dich lieben meine Zier, ich will dich lieben mit dem Werke und immerwährender Begier. Ich will dich lieben schönstes Licht, bis mir das Herze bricht.
  • Wer seine Liebesbeziehung ernst nimmt, der nimmt sich für seinen Liebespartner Zeit. Warum nicht einmal mit Gott alleine spazierengehen und sich an ihm erfreuen? Warum nicht morgens in der Frühe mit ihm den Tag durchsprechen und um sein Geleit bitten? Warum nicht hin und wieder einen Abend reservieren, wo ich viel Zeit habe, ihm meine Not vorzulegen, aber auch ihn zu ehren und zu loben? Wer die Liebesbeziehung zu Jesus einüben möchte, der sollte sich regelmäßig Zeit dafür nehmen. Am frühen Morgen, gelegentlich einen stillen Abend, einmal im halben Jahr einen stillen Tag. Wer die Liebesbeziehung zu Gott gestalten möchte, der muß dafür feste Zeiten in seinem Tages- und Wochenablauf freihalten, denn Liebe will gepflegt sein!
  • Eine gute Hilfe ist es auch, im Laufe eines Tages immer wieder kurz einzuhalten und an Gott zu denken. Wie kann das geschehen? Man kann sich im Streß des Alltages kurz, einige Sekunden lang an Gott erinnern und ihm sagen: Danke Herr, daß du jetzt da bist und uns von allen Seiten umgibst. Dies gibt Licht und Klarheit, dies gibt Freude und neue Kraft von Gott her, das kann man tatsächlich einüben.
  • Für die Stille Zeit ist es meines Erachtens wichtig, daß wir immer wieder neue und andere Formen finden, daß wir abwechseln, um diese Zeit lebendig zu gestalten. Einige Ideen und Anregungen hierzu: Allerdings: Diese Formen sind kein Selbstzweck, sie wollen nur helfen, die Beziehung zum himmlischen Vater lebendig zu erhalten.
  • Wichtig ist es mir, zuerst vor Gott still zu werden, abzuschalten und meine Gedanken zur Ruhe bringen. Gott soll mir zu einem Gegenüber werden. Gott ist da - darüber will ich mich freuen. Ich bitte jetzt erwartungsvoll um den Geist des Gebetes.

    Ps 46,11 Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin! / Ich will der Höchste sein unter den Heiden, der Höchste auf Erden.

  • Im Loben und Danken anerkenne ich Gott über mir. Ich will ihm huldigen und ihn verherrlichen. Dafür will ich mir immer wieder neu Zeit nehmen
  • Manchmal sitze ich oder knie ich nur da und schweige. Ich will nichts mehr. Ich will nur noch da sein und mich erfreuen an der Liebe Gottes.
  • Gott möchte zu mir reden. Durch sein Wort - evt, dem Text der Losung, der Tagesbibellese. Eine große Hilfe ist es, einen Psalm oder einen anderen Abschnitt aus der Bibel durchzubeten und mich darüber mit Gott zu unterhalten.
  • Ich habe Sorgen und Probleme, Ängste und Verwundungen - also Lasten, die mich bedrücken. Jesus lädt mich ein, zu ihm zu kommen und meine Lasten an ihn abzugeben. Jesus sagt: "Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken (Mt 11,28)
  • Manchmal kann ich Gott nur meine innere Leere und meine Not und meinen Frust klagen. Ich schreie dann zu Gott um Hilfe und Klage ihm meine Not. Ich bin dankbar, daß Gott mich hört mit meiner Not. Er ist auch in Notzeiten und im dunkeln Tal bei mir (Psalm 23, 4).
  • Ich habe ein Problem, ich weiß nicht weiter und brauche Hilfe. So lege ich Gott dieses Problem vor und frage ihn um Anweisung und Hilfe. Vielleicht fällt mir oder auch meinem Bruder eine Idee dazu ein. Oft habe ich schon festgestellt, daß diese "Einfälle" von Gott her kommen.
  • Vor mir liegt ein voller Terminkalender. Punkt für Punkt gehe ich ihn durch und bete über den einzelnen Aufgaben, Diensten und Begegnungen mit meinem Herrn. Ich bitte um den Geist der Weisheit, daß ich das richtige Wort zur richtigen Zeit habe. Ich bitte um die Kraft und Hilfe Gottes, um die vielen Aufgaben zu bewältigen. Ich bitte für die Menschen, denen ich begegnen werde. Bitte Herr schenke mir Geduld und Gelassenheit, bei Mißerfolgen und Rückschlägen nicht zu verzagen.
  • Paulus sagt: So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit. Ich bete für die Verantwortlichen dieser Welt und der Gemeinde Jesu.
  • Ich bitte auch für drei oder fünf Nichtchristen aus meiner Umgebung. Sie sollen erkennen, daß der lebendige Gott sie liebt und sie sollen anfangen, diese göttliche Liebe zu erwidern.
  • Jesus hat uns beauftragt, die Menschen in seinem Namen zu segnen. Dies möchte ich heute tun: die Menschen, denen ich begegne; die Menschen, die mich ablehnen und verletzten: meine Familie, meine Mitarbeiter, sie alle möchte ich im Namen Jesu segnen. Ich möchte Gottes Segen auch auf die Leidenden und Leidtragenden legen, damit sie in ihrer Not etwas von der Liebe Gottes erfahren und es wieder lichter um sie wird. "Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht" (Römer 12,14).

Gott will Beziehung - Wenn ich ein Glaubensbekenntnis schreiben müßte, dann würde ich das hineinschreiben.