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Einführung ins Thema:
Wenn jemand heute sagt: Ich glaube an Gott - dann heißt das heute
eigentlich nicht sehr viel. Wie viele würden diesen Satz auch sagen,
obwohl sie von Jesus noch nie etwas wissen wollten. Handelten nicht auch
die islamischen Terroristen am 11. September im Auftrag ihres Gottes?
Ich glaube an Gott - aber an welchen Gott glauben wir eigentlich? Andere
sagen: Ich bin Christ, aber was heißt das überhaupt, Christ
zu sein? Sagte nicht schon Jesus einmal im NT
Mt 7,21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das
Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.
Es gibt heute so viele Weltanschauungen, so viele, die sagen, es kommt
nicht so darauf an, ob du Christ bist oder nicht. Es gibt auch unter
denen, die sich Christen nennen so viele Anschauungen, so viele, die
von sich beanspruchen, in der Nachfolge Christi zu sein, aber sind sie
es wirklich? Haben die den auch recht die sagen: praktizierte Homosexualität
- da hat Gott nichts dagegen, Hauptsache, zwei Menschen haben sich lieb.
Es steht mir, ich meine auch uns nicht zu, zu urteilen, wer im Himmel
sein wird, wer richtig und wer falsch glaubt. Darum soll es in dieser
und in den folgenden Predigten auch nicht gehen. Wir wollen nicht ausschließen
oder einschließen.
Doch mit euch zusammen möchte ich heute und in den kommenden Wochen
neu begreifen und erfassen: Was glaube ich eigentlich - oder darf ich
vielleicht sogar sagen: Was glauben wir eigentlich? Was sind meine Standpunkte
in Sachen Glauben? Wenn ich eine Dogmatik schreiben müßte
ein Werk darüber, was ich glaube und vertrete, was müßte
denn darin aufgenommen werden?
Was glauben diejenigen, die sich zur evangelikalen Szene, und zu dieser
weltweiten Bewegung gehören wir ja, was glauben diejenigen, die
sich zu dieser Szene rechnen?
Was glauben wir eigentlich - diese Predigten sollen, so hoffe ich, keine
trockenen Theologischen Vorträge sein, sondern sollen uns neu die
Wurzeln unseres Glaubens bewußt und lebendig machen.
Ich weiß, es ist Herbst - wir haben wenig Zeit. Aber vielleicht
finden wir in den ruhigeren Monaten einmal etwas Zeit um uns die Frage
zu stellen: Was glaube ich eigentlich. Tut unwahrscheinlich gut, darüber
nachzudenken und
1. Ich glaube, daß die Bibel Gottes Wort an
uns ist
Leitsatz: Jer 15,16 Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing,
und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach
deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.
Erlebnisgeschichte:
An der Küste Spaniens scheiterte einst ein deutsches Handelsschiff.
Niemand wurde gerettet. Aber die Wellen spülten eine Menge Matrosenkleider
mit den Schiffstrümmern an Land. Diese von Salzwasser durchtränkten
Matrosenkleider kaufte eine spanische Papierfabrik und ließ sie
auftrennen, um sie zu verarbeiten. Da fand man zwischen Oberzeug und
Futter einer Matrosenjacke ein deutsches Neues Testament, das mit anderen
gefundenen Papieren an die deutsche Botschaft nach Madrid gesandt wurde.
Auf dem ersten Blatt dieses Testamentes stand geschrieben: Markus Rottmann
1864: Das erste mal gelesen um der Bitte meiner Schwester Lotte willen.
Das zweite mal gelesen aus Angst um meiner Seele willen. Das dritte und
alle die anderen Male aus Liebe zu meinem Heiland Jesus Christus gelesen.
Ich glaube, daß die Bibel das einzige geschriebene Wort Gottes
ist und daß Gott der Schöpfer sich am liebsten schriftlich,
das heißt im Wort der Bibel offenbart.
Ich glaube nicht, daß Gott auch in anderen heiligen Büchern
zu finden ist. Der Koran redet nicht von unserem Gott, die fernöstlichen
Schriften reden von anderen Göttern. Ich glaube, daß Gott
es gefallen hat sich uns in der Bibel zu offenbaren.
Ich glaube, daß das, was in der Bibel steht wahr ist. Ich glaube,
daß die Wunder, die uns die Bibel erzählt, so wahr sind und
geschehen sind. Muß man das noch ausdrücklich betonen? Ja,
leider muß man das, denn es gibt in Deutschland und in anderen
Ländern nicht wenig Theologen, die meinen, das kann man nicht so
wörtlich nehmen. Die Wunder sind sinnbildlich zu nehmen oder in
den Wunderberichten sind Mythen anderer Völker und Religionen verarbeitet.
Gott hat sich an dieses Wort der Bibel gebunden und er offenbart sich
in diesem Wort. Durch dieses Wort redet er zu mir und redet er zu dir.
2Tim 3,16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur
Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit,
Die logische Folge wäre eigentlich für uns, daß wir doch
dieses Wort lieb haben müßten, daß wir es doch achten,
ja beachten müßten. Dieses Wort müßte uns heilig
sein, lieb, wert und teuer? Die Bibel vergleicht dieses Wort einem kostbaren
Schatz, dem Brot und Wasser, das zum Leben notwendig ist. Zu allen Zeiten
hatten Menschen eine große Ehrfurcht diesem Wort gegenüber,
ich denke nur an diejenigen, die es abgeschrieben haben in alter Zeit
oder im Mittelalter.
Und wir - was bedeutet uns dieses Wort. Ich bekenne es selber, wie oft
lese ich lieber die Zeitung als die Bibel, wie oft stöbere ich ausdauernder
im Internet als in diesem Buch? Wenn ich abends durch unser Dorf fahre
sehe ich in so vielen Häusern den Fernseher laufen - gibt es noch
Häuser bei uns, in denen im Wort unseres Gottes an uns gelesen wird?
Und unter uns stelle ich fest: Wir halten formell noch an der Bindung
an die Bibel als Gottes Wort fest aber ich wage zu behaupten, daß ihre
Bedeutung unter uns in den vergangenen Jahren abgenommen hat. Ob wir
sie wohl neu entdecken können hier unter uns. Neu entdecken und
lieb gewinnen können in unserem persönlichen Leben?
Herr dein Wort die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir;
Denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für.
Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn?
Mit ist´s nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.
Ich glaube an die Bibel, als Gottes liebendes und verpflichtendes Wort
an mich. Chrischonagemeinden, evangelikale Gemeinden sollten Bibelgemeinden
sein. Sind wir noch eine Bibelbewegung?
Mit einer kleinen Geschichte will ich schon auch die heutige Predigt
beschließen - die Predigt, in der ich uns neu daran erinnern wollte,
daß die Bibel für uns als an Jesus glaubende Menschen eigentlich
unerlässlich ist. Und sie ist nicht nur unerlässlich, es ist
auch ein ungemein großes Vorrecht, zu hören, was Gott uns
sagt:
Eine Prinzessin bekommt von ihrem Verlobten zu ihrem Geburtstag ein
großes, schweres Paket. Voller Erwartung öffnet sie die gewichtige
Sendung und findet darin eine dunkle, schwere Eisenkugel. Tief enttäuscht
und verärgert wirft sie die schwarze Kugel in die Ecke. Auf den
Boden fallend, springt die äußere Schale der Kugel auf, und
eine Silberkugel kommt zum Vorschein. Die Prinzessin nimmt die Silberkugel
in die Hand, dreht und wendet sie nach allen Seiten. Da öffnet sich
die silberne Hülle, und es kommt ein goldenes Etui heraus. Sorgsam
bewegt die Prinzessin das Etui und findet ein kleines Knöpfchen,
drückt es, und das Etui springt auf. Da liegt ein kostbarer Ring
mit einem wunderschönen Diamanten. Ein kleiner Brief liegt dabei
mit den Worten: Aus Liebe zu dir!"
So geht es vielen Menschen mit der Bibel. Fremd und schwer, dunkel und
eigenartig erscheint sie auf den ersten Blick. Wer sie aber in die Hand
nimmt, aufschlägt, sie hin und her wendet, von allen Seiten betrachtet
und darin liest, dem öffnet sie sich. Immer neue Schönheiten,
immer tiefere Werte werden wir bei unserem Anschauen entdecken. Bis wir
schließlich den kostbaren Kern, einem Diamanten gleich aufleuchten
sehen: Aus Liebe zu dir! |