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Anspiel: Zwei Freunde kommen herein
(Namen können auch noch gewechselt werden, je nachdem ob weibliche
oder männliche Spieler die Rollen besetzen).
F1: Habt Ihr es gehört, Jesus ist in Kapernaum.
F2: Jesus, ist das der Mann, der so viele Kranke gesund macht?
F1: Ja, genau der. Er stammt ja hier aus der Gegend, genauer aus Nazareth,
aber was man von ihm hört ist schon atemberaubend.
F2: Ja, ich habe auch schon einiges gehört, irgendwie hat der einen
besonderen Draht nach oben. Menschen, die jahrelang krank waren, werden
bei ihm schlagartig gesund.
F1: Simon, meinst du nicht Jesus könnte auch unserem Freund Josua
helfen? Eigentlich ist seine Lähmung ja eine unheilbare Geschichte.
Eigentlich hat ja auch er selbst längst alle Hoffnungen aufgegeben,
aber meinst Du nicht, dass es auch noch Wunder gibt?
F2: Ich weiß nicht so recht; Ich glaube nicht, dass Josua sich
darauf einlassen würde. Und wenn seine Hoffnung wieder enttäuscht
würde, ich weiß nicht.
F1: Sieh mal, dahinten kommen David und Jakob. Wir können sie mal
Fragen, was sie davon halten.
David und Jakob kommen von hinten
F3: Gut, dass wir Euch treffen , Ihr habt sicher auch davon gehört,
das Jesus in Kapernaum ist. Sollten wir nicht Josua...
F1: Darüber haben wir auch gerade gesprochen. Wir wissen es nicht
so recht.
F4: Leicht wird die Angelegenheit sicher nicht. Normalerweise ist Jesus
von großen Menschenmengen umgeben. Ich weiß nicht ob wir
an ihn rankommen.
F2: Und ob Josua das verkraftet, normalerweise ist er, was seine Lähmung
betrifft sehr schüchtern und sensibel geworden.
F3: Mit seinem Selbstbewusstsein ist es auch nicht so weit her, seit
unser Oberrabbi ihm gesagt hat, dass er sicher eine Menge Sünden
auf dem Kerbholz hat.
F1: Freunde, wir sollten es versuchen. Klar, dass es für Josua schwierig
ist. Aber wenn wir nicht für ihn glauben und hoffen, wer soll ihm
dann noch helfen
F2: Ja, da hast du recht, wenn er schon sich selbst so gut wie aufgegeben
hat, dann sollten wir wenigstens nicht aufgeben
F1: Und Freunde, was haben wir zu verlieren, nichts. Ich würde mir
später ewig Vorwürfe machen, wenn wir es nicht versuchen würden,
dass Jesus Josua hilft.
F3: Na dann mal los.
Die vier Freunde gehen ab, kommen kurze Zeit später mit einer Trage
und dem Gelähmten herein
F4: Seht Ihr, ich hab es Euch gesagt. Hunderte von Leuten, da ist kein
Durchkommen.
F1: Wir können es ja mal auf der hinteren Seite des Hauses versuchen.
F2: Nein, keine Chance, dort stehen die Menschen genau so dicht gedrängt
wie auf dieser Seite.
F3: Einfach Wahnsinn, was hier abgeht
Josua: Bringt mich wieder nach Hause, das hat keinen Zweck.
F1: He, Freund, so schnell geben wir nicht auf, wir finden schon noch
einen Weg.
F3: Ich hab da eine Idee, allerdings, ist die schon ein bisschen verrückt.
F2: Rede nicht in Rätseln, rück schon raus.
F4: Ja auf, mach's nicht so spannend. So viel Zeit haben wir nicht mehr.
F3: Wir könnten ja das Dach abdecken und Josua von oben runterkommen
lassen.
Josua: Du spinnst, das vertrag ich nicht.
F1: Hm, ein kühner Gedanke, aber eigentlich auch die einzige Möglichkeit.
Ich denke wir sollten es riskieren.
F2: Das denke ich auch, also los geht's.
Die vier gehen mit der Trage ab. Nach einem Lied kommt der Gelähmte
gehend herein und hat seine Matratze dabei, zusammengerollt.
- Anspiel copyright Uli Limpf -
Predigt:
Liebe Eichstetterinnen und Eichstetter,
Ja Ihr seht richtig, ich bin es. Ich der Josua, ich der ich von Kindesbeinen
an gelähmt war. Ich bin gerade hier hereingelaufen gekommen. Ich
bin es, der hier vor Euch steht. Ich bin es, der eben noch auf einer
Trage lag. Ja und seht mich nun, ich bin geheilt, ist das zu fassen?
Nein, das ist es nicht. Und doch ist es so.
Ihr Freunde hier, die Ihr zusammensitzt, wenn ich keine Freunde gehabt
hätte, niemand der mich überredet hätte, niemand der geglaubt
hätte, niemand der sich auch von widrigen Umständen nicht entmutigen
lies. Wenn ich all das nicht gehabt hätte. Wie gut, dass ich Menschen
um mich hatte, die nicht aufgegeben hatten.
Doch lasst mich der Reihe nach erzählen. Wo fange ich nur an.
Das Erste was mich erstaunte, war diese tragfähige Liebe.
1. Tragfähige Liebe
Wer von Euch mit aufmerksamen Augen durch die Welt oder auch nur durch
das Dorf geht, wer anderen Menschen zuhört und Augen und Ohren nicht
verschließt wird schnell etwas merken. Es gibt wohl kaum ein Haus
nicht einmal hier in diesem Dorf äh, wie heißt es gleich noch
einmal, ach so ja, Eichstetten. Ja es gibt wohl kaum ein Haus in Eichstetten,
kaum eine Familie in diesem Ort, in der es nicht notvolle Dinge gibt.
Zumindest in Kapernaum ist es so und warum sollte es hier anders sein?
Nöte und Menschen in Nöten begegnen uns überall.Wie viele
Menschen braucht man wohl, um einem einzigen in der Not ein Stückchen
weiterzuhelfen?Wisst Ihr, wie es bei mir war? 4 Freunde sind es, die
mich zu Jesus brachten ein Verhältnis von 4:1. 4 brauchte es um
mir zu helfen.
Und dabei konnten die vier mir noch gar nicht helfen. Sie wussten im
Blick auf meine Not im Grunde genommen weder aus noch ein. Jahrelang
standen sie um mein Bett und schwiegen verlegen, wenn ich sie fragte,
wie es denn nun bei mir weitergehen soll. Hilflos waren sie, ja hilflos
und genauso hilflos wie sie waren, schleppten sie mich zu Jesus. Doch
das war es, was mir geholfen hat. Wenn einer gekommen wäre und mir
gesagt hätte. Du heute ist Evangelisation mit Jesus, kommst du auch
alleine wäre ich nicht gekommen. Wie sollte ich auch.
Nicht einmal ein einziger reichte bei mir aus. Ich war eben ein besonders
schwerer Fall. Nein, vier mussten es sein, mindestens vier, die mich
zu Jesus brachten. So einig waren sie sich ja auch nicht, aber zum Glück
gab es da einen, der sich durchgesetzt hatte und zum Glück gab es
andere, die sich mitnehmen ließen.
Vier zu Eins, das ist ein sehr hoher Aufwand. Wer Geschäftsmann
oder Geschäftsfrau ist, wer zu rechnen gewohnt ist, der wird sagen:
Das ist aber ein großer Aufwand, das kostet aber viel, das ist
ein unrentables Geschäft. 4:1, das ist eine mächtige Investition.
Und doch reichten die vier noch nicht aus. Jesus macht mir später
deutlich, es kostet noch viel mehr. Es kostet Gott sogar das Leben. Es
kostet Gott das Letzte, das Größte was er hat - Seinen Sohn.
Und doch bin ich auch froh, dass die Bibel uns dieses Verhältnis
4:1 nennt, dass dieses Verhältnis ein biblisches Verhältnis
ist. Vier dürfen es sein, die zusammen helfen um einen Menschen
zu retten. Keiner muss nur allein kämpfen und sich abschinden, sondern
wir dürfen uns zusammenschließen, dürfen miteinander
anpacken, um einem zu helfen. Meine Lebensgeschichte sagt uns, dass es
vier braucht, vier, die bewegt sind von tragbereiter und tragfähiger
Liebe um einen Menschen mit Jesus in Berührung zu bringen. Weniger
reicht nicht. Ich glaube, wir sollten dieses Verhältnis wieder lernen.
Ich glaube, nur wenn wir in der Gemeinde Jesu diese Größenverhältnisse
wieder lernen, werden Menschen eine Erfahrung mit Jesus machen. Nur wenn
wir aufhören, als Einzelkämpfer zu fungieren, werden wir es
erleben, das Menschen in Not, krank und lahm, fern von Gott und isoliert
vom Leben, das solche Menschen gesund werden.
Es gibt Tausende und Abertausende von Menschen in unserem Land, die
haben es längst aufgegeben, noch irgendetwas von Jesus zu erwarten.
So viele gibt es, die können es sich gar nicht vorstellen, dass
Jesus die Probleme, die Nöte, die Lähmungen ihres Lebens heilen
kann. Und weil sie es sich nicht vorstellen können gibt es heute
so wenig Bewegung zu Jesus hin, gibt es so wenige, die zum Glauben an
ihn finden. Sie können es sich schlicht und ergreifend nicht vorstellen,
dass Jesus ihnen helfen kann. Als Christen können wir nun daneben
stehen, können miteinander klagen und jammern, uns entrüsten.
Was ist das für eine schlimme, gottlose Welt. Wir können jammern
und sagen: Da ist so oder so Hopfen und Malz verloren, aber das hilft
niemand, davon haben weder wir noch die anderen etwas. Das hilft keinem.
Jammern ist nicht der biblische Weg, sondern anzupacken gilt es, gemeinsam
die Bahre zu tragen. Was heute Not ist, was wir mehr denn je brauchen
sind Menschen mit einer tragfähigen Liebe, Menschen die entschlossen
sind zuzupacken, Menschen, die fähig sind Belastungen zu tragen.
Das ist es, was diese Welt braucht und ich wünsche es von Herzen,
dass Ihr hier so eine Gemeinde, so eine Gemeinschaft werdet, wo jeder
seinen Platz an einer Bahre findet. Wohlgemerkt nicht als Einzelkämpfer,
sondern zu Viert tragt einen. Seid Ihr bereit, solche Trägerkreis
zu bilden? Seid Ihr bereit, Verbündete der Schwachen zu werden?
Da sind Menschen in diesem Dorf, die ausgebrannt, blockiert und unfähig
zu Schritten der Veränderung sind. Da sind Menschen, die sind früher
hierher gekommen, aber jetzt sind sie abgetaucht, jetzt haben sie im
Glauben resigniert, sind wie gelähmt und haben keinen Antrieb mehr
selber zu kommen. Ist es unter Euch schon klar, welche Vier sich auf
den Weg machen, welche Vier zu beten beginnen, welche Vier besuchen und
abholen, damit Menschen zu einer Begegnung mit Jesus finden? Menschen
kommen heute oft nicht einfach so von selbst. Vier zu Eins heißt
das Verhältnis. Vier zu Eins das ist eine tragfähige Liebe.
Vier zu Eins, das ist ein echtes Lebenszeichen.
2. Erfinderische Liebe
He Ihr lieben Freunde hier in Eichstetten , ich will ja ehrlich zu
Euch sein. Jetzt kommen ein paar dicke Brocken. Es hat ja für mich
schon viel gebraucht, mich von meinen Freunden überreden zu lassen.
Anfangs wollte ich nicht. Das Ganze war mir viel zu peinlich. Aber schließlich
hatten sie mich doch überredet, mich zu Jesus tragen zu lassen.
Ich dachte, jetzt werden die Frommen mir sicherlich Platz machen. Die
werden schon verstehen, dass ich bevorzugte Behandlung brauche, aber
Pustekuchen. Dem war nicht so.
Dieses Haus war gedrückt voll, nun das ist ja noch toll, wenn
so viele auf Jesus hören wollen. Und dann standen sie noch in dicken
Trauben vor der Tür und wollten hören. Denn Jesus hatte Wichtiges,
Helfendes, Aufregendes zu sagen.
Von hinten kamen wir. Meine Freunde sagten: Macht doch mal bitte Platz,
der hier muss unbedingt zu Jesus. Dem kann sonst keiner helfen."
Eigentlich sollte man nun meinen, dass Menschen, die auf Jesus hören,
von seiner Liebe und seiner Botschaft so erfüllt sind, dass sie
gerne und bereitwillig Platz machen, wenn einer zu Jesus will. Eigentlich
sollte man meinen, dass es denjenigen, die zu Jesus gehören, eine
Freude ist, wenn einer, der in Not ist, zu Jesus will. Aber weit gefehlt.
Da war kein Durchkommen. Die Leute standen ungerührt da und sagten
zu uns. Seid still Ihr dahinten, wir müssen hören was Jesus
sagt. Sie waren ganz Ohr für Jesus und kehrten dem, der in Not ist,
den Rücken zu. Sie sind so sehr mit ihrem eigenen frommen Leben
beschäftigt, dass sie nicht einmal mehr im Traum daran dachten,
mir, einem kranken Mann, zu helfen.
Freunde, etwas lasst mich Euch heute sagen. Tragisch und bedrückend
wird es dann, wenn Christen anderen im Weg stehen zu Jesus zu kommen.
Tragisch wird es dann, wenn Christen, so sehr mit ihrem eigenen frommen
Leben beschäftigt sind, dass jeder Hilferuf von außen stört
und lästig ist. Es ist tragisch, wenn Menschen sagen: An Christus
würde ich vielleicht schon glauben, aber wenn ich den oder jenen
sehe, dann löscht es mir ab. Wenn ich die Christen in ihrem frommen
Drehen um sich selbst sehe, dann vergeht mir der Appetit. Vielleicht
seid Ihr anders, besser als die damals in Kapernaum. Aber dennoch habe
ich manchmal die Befürchtung, dass Menschen Schwierigkeiten haben
zu Jesus zu kommen, weil sie sich an der Egozentrik, an der Selbstbezogenheit
von Christen stören.
So war das damals. Die Christen, die auf Jesus hörten waren wie
eine Mauer. Wie eine Trennwand standen sie zwischen Jesus und mir und
bei mir machte sich bereits Bitterkeit und Resignation breit.
Das schöne an meiner Geschichte ist aber dies: Die Vier ließen
sich nicht in die Flucht schlagen. Ihre Liebe, ihre Tragfähigkeit
war so groß, dass sie vor dem Widerstand, vor der Größe
der Aufgabe, vor den Problemen nicht kapitulierten. Die Liebe und die
Verantwortung, auch die Überzeugung dieser Vier war nicht nur tragfähig,
sondern auch energisch und ausdauernd. Dieser Trägerkreis gab nicht
auf, besaß den längeren Atem. Sie spielten nicht beleidigte
Leberwurst. Es ging ihnen nicht um ihre Gefühle, nicht um ihre eigene
Ehre, sondern um mich, der zu Jesus musste. Deshalb suchten sie einen
neuen Weg.
Die Liebe dieser Vier war nicht nur tragfähig, sondern auch ideenreich,
kreativ, phantasievoll. Liebe und Phantasie gehören ganz eng zusammen.
Phantasie ist die Tochter der Liebe. Wo echte Liebe ist, lässt man
sich etwas einfallen. So taten es unsere vier Freunde. Sie schauten sich
um und sagten: Was machen wir denn jetzt?
Der Plan, den sie ausheckten war gefährlich, war risikoreich.
Wie Ihr sicherlich wisst, baute man in Israel die Häuser nicht wie
bei Euch mit steilen Dächern, sondern man baute Flachdachhäuser
und auf diese Dächer konnte man über eine Außentreppe
hinaufsteigen. Da gab es keine so schönen Dachwohnungen, wie Ihr
sie hier in Eichstetten habt. Dieses Dach hatten meine Freunde also im
Visier. Wenn wir durch die Tür nicht hereinkommen, so sagten sie
sich, dann kommen wir eben von oben. Alles Gute kommt von oben.
Die Sache wurde gefährlich. Stellt euch einmal vor, Ihr hättet
hier keine massive Decke, sondern ein flaches Dach aus Astwerk, Lehm
und Mörtel. Ihr sitzt andächtig in Eurer Sonntags-Versammlung
und auf einmal geht es dort oben los. Mit einem Pickel schlagen sie ein
Loch in die Decke. Während Jesus über die Liebe Gottes spricht,
fällt der Putz von der Decke. Es staubt, Ihr werdet schmutzig. Lehm
und Mörtel fallen auf uns herunter. Die Vier bohrten nicht nur ein
Löchlein, sondern sie machten ein großes Loch, so dass ich
als ausgewachsener Mann auf einer Bahre hindurchpaßte. Ich weiß nicht,
was der, wie heißt Euer Hausmeister, sagen würde, wenn auf
einmal dort oben, in der schönen neuen Wohnung jemand so ein Loch
in den Boden, in das Parkett schlagen würde? Auf jeden Fall wäre
Eure Versammlung hier schnell beendet, denn da hört der Spaß auf.
Aber das ist erfinderische Liebe. Sie schlägt Löcher in die
Decke, wenn's wirklich drauf ankommt. Sie riskiert eine Menge, wenn's
darum geht, dass einer vor die Füße Jesu kommt. Wieviel fällt
uns eigentlich noch ein, um Menschen, die es bitter nötig haben,
in die Nähe Jesu zu bringen? Wieviel fällt uns noch ein, wenn
wir die Not bei anderen sehen? Da war so viel Starrheit, Leblosigkeit,
Teilnahmslosigkeit, so eine dicke Abwehrmauer in diesem Haus in Kapernaum.
So wenig Verständnis für diesen Mann. Aber da war auch die
Liebe dieser Männer. Nicht nur tragfähig, sondern auch kreativ.
Nicht nur ausdauernd, sondern auch mutig.
Und ich sage es Euch ohne Scheu und ohne wenn und aber: Ich wünschte
es mir so sehr, dass diese Art der Liebe, diese Qualität gelebten
Christseins auch in unserer Zeit, in unserem Leben, in unserem Alltag
sichtbar wird. Wenn solche Liebe nicht mehr unter uns ist, werden Menschen,
die die Hilfe Jesu brauchen, allein und heillos bleiben. Dabei will doch
Gott, dass keiner verloren geht. Liebe Freunde, es braucht solche Liebe
in unseren Reihen. In solcher Liebe gilt es zu arbeiten und sich zu mühen.
3. Eine Vergebung, die Menschen auf die Beine bringt.
Dieses 3. Lebenszeichen setzte Jesus selbst. Allerdings war dieses
Lebenszeichen zunächst eine Enttäuschung für mich und
auch für meine Freunde. Ich dachte: Jesus macht mich jetzt gesund.
Doch das tat er erst später. Ihr ward ja nicht dabei, Ihr habt es
nicht gesehen. Aber zuerst einmal vergab mir Jesus meine Sünden.
Das ist typisch, hatte ich anfangs gedacht. Handfeste Liebe sollte es
geben, sichtbare Hilfe ist gefragt und dann redet der von der Sünde.
Er kann's ja doch nicht, er kneift, wenn's konkret wird. Und weicht aus
auf etwas Höheres, Theologisches. Er bietet eine Hilfe, die im geistigen
Bereich verborgen ist und nicht nachgewiesen werden kann. Fromme Worte
machen, das kann doch jeder, das ist typisch, so hatte ich anfangs gedacht.
Und geht es Euch nicht genauso? Ihr habt Wünsche an Jesus. Bitten
und schreien zu ihm, dass unsere Wünsche erfüllt werden, unsere
Schmerzen gelindert werden. Wollen nichts lieber, als dass unsere Nöte
beseitigt werden und sind dabei doch Menschen, die, wie ein Kranker,
nicht in der Lage sind, sich die tatsächliche Diagnose zu stellen.
Ich wusste zunächst ja auch nicht, dass das noch ganz anders in
Ordnung kommen muss.
Jesus ging an die Wurzel des Schadens. Die Wurzel unseres Schadens,
die Wurzel unserer zerbrochenen Beziehungen, die Wurzel vielleicht auch
unserer körperlichen und sozialen Nöte ist die gebrochene und
kranke Gottesbeziehung. Deshalb sagte Jesus: Das muss zuerst heil werden.
Das Leben muss zuerst wieder mit dem Schöpfer in Beziehung kommen.
Nur wenn die Sünde, die innere Lähmung, die inneren Festungen
eingerissen sind kann das Leben wieder pulsieren und schöpferisch
werden. Erst wenn das Problem der Sünde beseitigt ist, können
wir Menschen sein, die in jeder Beziehung auf die Beine kommen.
Deshalb sprach Jesus bei mir zunächst einmal das Machtwort, sein
Machtwort von der Vergebung der Sünden. Er sprach das Machtwort,
das nur er sprechen kann. Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.
Das ist das Wort der Befreiung, ohne das ein Aufstehen und Vorwärtsgehen
im persönlichen Leben nicht möglich ist. Ohne dieses Machtwort
bleiben die Blockaden, die Lähmungen unseres Lebens bestehen. Liebe
Freunde, ohne dieses Machtwort Jesu werden auch wir von dem ständigen
Beschäftigt sein mit uns selbst nicht frei.
Wo dieses Wort gehört wird, kommen Menschen wieder auf die Beine,
werden Menschen frei von Lahmheit und Resignation. Da werden Menschen
gesund und heil. Nicht nur geistlich, sondern auch seelisch und immer
wieder, in zeichenhafter Weise, auch körperlich.
Ist das nicht so, wo Sündenvergebung stattfindet da wird auch
anderes wieder heil und gut. Ist es nicht so, dass wo Jesus alte Festungen
und falsches Denken und Fühlen in uns einreißen darf und kann,
dass wir da wieder auf die Beine kommen. Da fangen wir wieder an, ihn
zu loben und zu preisen und da fangen wir an, tragfähige Liebe zu
praktizieren.
Gebe Gott es uns an diesem Tag, dass Jesus uns durchschauen darf, dass
Jesus bei uns durchgreifen darf. Schenke er es uns, dass die Tiefen und
wirklichen Ursachen unserer Lahmheit und Unbrauchbarkeit unserer stumpfen
und belastungsunfähigen Liebe ans Licht kommen. Schenke er es uns
heute, dass die Befreiung von Schuld und Sünde die große Freude
unseres Lebens wird. Schenke er es uns, dass deutlich wird: Wo Vergebung
der Sünden erfahren wird, da kommen Menschen auf die Beine. Da geht
man auf andere zu, da wird man selbst zum Träger an einer Bahre,
auf der einer liegt, der selbst nicht mehr zu Jesus kommen kann. Schenke
es uns Gott, dass zuerst unsere eigene Lahmheit heil wird und dann auch
andere es erfahren: Gott ist gut, wir loben und preisen ihn, weil wir
solches wahrhaft noch nicht gesehen haben.
Tja, liebe Freunde, das ist meine Geschichte. So habe ich das erlebt.
Nun mache ich Schluss. Ihr versteht schon, ich will es wo anders auch
noch erzählen. Aber ich wünsche Euch den Segen meines Jesus
und ich sage Euch allen zunächst einmal,
Shalom. |