| Liebe Freunde und liebe Geschwister,
bereits am vergangenen Sonntag haben wir uns anlässlich des Jahres
der Bibel Gedanken darüber gemacht, was dieses Jahr der Bibel eigentlich
für uns bedeutet. Ich habe Euch erzählt von jener Journalistin
der Badischen Zeitung, die bei mir angerufen hat und mich fragte, was
wir in unserer Gemeinde anlässlich des Jahres der Bibel vorhaben.
Was sie von meiner Antwort verstanden hat, das war am vergangenen Freitag
in der Badischen Zeitung nachzulesen, wobei ich an dieser Stelle betonen
möchte, dass die von ihr niedergeschriebene Formulierung, evangelisch
freikirchliche Chrischona-Gemeinde nicht aus meinem Mund, sondern aus
ihrer Feder stammt.
Am vergangenen Sonntag haben wir darüber nachgedacht, was die
Bibel uns bedeutet und wo jeder einzelne von uns im Jahr der Bibel einen
Anfang setzen kann.
Ich möchte jemand sein, der sein Leben auf dieses Fundament der
Bibel gründet. Mein Leben soll ein Teil einer Bibelbewegung sein.
Ich lese nicht die Bibel, weil man sie lesen soll. Ich lese die Bibel,
weil sie meinen Weg erhellt. Wir lesen nicht die Bibel weil das ein Gesetz
wäre, wir lesen die Bibel, weil wir durch sie in unserem Leben Licht
und Hilfe empfangen. Dieses Wort muss und darf uns eigentlich keine Last
sein. Dieses Wort will uns helfen, dass der Tag heute und der Tag morgen
besser gelingt.
Die Bibel ist wie ein Puzzle und je mehr wir sie lesen, desto schärfer,
deutlicher, schöner wird das Bild von dem, was Gott uns zu sagen
hat.
Der englische Prediger Spurgeon las die Bibel hundertmal. Sein Kommentar:
Das hundertste Mal fand ich sie unendlich schöner als das erste
Mal.
Ich hab nun 28 Jahr, seit ich Doktor geworden bin, stetig in der Biblia
gelesen und daraus geprediget, doch bin ich ihrer nicht mächtig
und find noch alle Tage etwas Neues drinnen. Martin Luther (1483-1546)
Das waren Worte, die wir am vergangenen Sonntag so formuliert haben.
Zuerst die Bibel für uns, dann die Bibel für die anderen.
Ein Wort kam mir im Lauf der Woche in den Sinn, ein Wort aus dem Propheten
Jesaja:
Jes. 55,10 Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und
macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen, zu säen,
und Brot, zu essen,
Jes. 55,11 so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein.
Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun,
was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
Das empfinde ich als so ein schönes Wort, als ein mutmachendes
Wort, als ein programmatisches Wort für uns als Gemeinde anlässlich
dem Jahr der Bibel.
Drei Dinge sagt Jesaja hier aus:
1. Dieses Wort kommt nicht leer zurück – Dieses Wort bleibt
nicht ohne Wirkung.
2. Es tut was Gott gefällt – Es erreicht was Gott will.
3. Ihm wird gelingen, wozu ich es sende – Es führt das auf,
was ich ihm aufgetragen habe
Es stimmt, was Jesaja hier gesagt hat:
Ich erinnere mich an Thomas, den ich vor 17 Jahren kennenlernte. Er war
ein Junkie, einer der spinnigen Jugendlichen in Kirchheim – Teck,
einer der auch schon Haschisch geraucht hat und Drogen eingenommen
hat, einer der verliebt war in Musik und immer davon träumte irgendwann
einmal ein großer Musikstar zu werden. Irgendwann bekam er ein
kostenloses Johannesevangelium in die Hände. Er las es und wurde
so davon angerührt, dass er zum Glauben an Jesus fand und bis
heute dabei blieb.
Ich denke an Norman Rentrop, von dem ich bereits erzählt habe.
Eine Bibel in einem Hotelzimmer und das Leben eines einflussreichen Managers
veränderte sich.
Doch nicht alle, die die Bibel lesen, kommen dadurch zum Glauben an
Jesus. Es gibt auch solche, die daraufhin den Glauben ablehnen. Von Adolf
Hitler wird berichtet, dass er als junger Soldat im ersten Weltkrieg
immer wieder an einem Bibelgesprächskreis eines Offiziers teilgenommen
habe. 8 oder 10 mal sei er dabei gewesen. Nie habe er etwas dazu gesagt,
sei immer ein schweigender Zuhörer gewesen. Irgendwann ist er weggeblieben.
Und so weit müssen wir gar nicht gehen, wir kennen viele Menschen,
die eine Zeit lang eine Gruppe in einer Gemeinde besucht haben. Sie wissen,
was in der Bibel steht. Aber sie lassen es zur Zeit nicht für sich
gelten. Zur Zeit sage ich, denn so oft ändert sich das auch noch.
Das Wort Gottes bleibt tatsächlich nicht ohne Wirkung. Es stellt
Menschen vor die Entscheidung, ob sie diesem Wort glauben oder nicht.
Hebr. 4,12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer
als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet die
Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken
und Sinne des Herzens.
Gottes Wort ist voller Leben und Kraft. Es ist schärfer als die
Klinge eines zweischneidigen Schwertes; dringt es doch bis in unser Innerstes,
trennt dort Menschliches von Göttlichem und trifft uns tief in Mark
und Bein. Dieses Wort ist ein unbestechlicher Richter über die Gedanken
und geheimsten Wünsche unseres Herzens.
Das ist der Charakter des Wortes Gottes. Das Wort Gottes gibt nicht
nur Informationen, sondern indem es informiert, setzt es auch diese Informationen
in Kraft. Gottes Wort ist lebendig – so wie Gott selbst ein lebendiger
Gott ist, so ist auch sein Wort Träger des Lebens. Im Wort Gottes
ist das Leben, weil es von Gott ausgeht. Das Wort Gottes ist und wirkt
kräftig – das griechische Wort, das hier steht, ist in unsere
Sprache eingegangen. Hier steht nämlich: Das Wort Gottes ist energisch.
Gottes Wort ist voller Energie: Denn wenn er spricht, so geschieht´s,
wenn er gebietet, so steht´s da (Ps. 33,9).
Das Wort Gottes ist schärfer als ein zweischneidiges Schwert und
es dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist auch Mark und Bein.
Aus Geist, Seele und Leib besteht unser Leben. In unserer Seele wohnt
unser natürliches Leben, mit seinen Gefühlen und seine Trieben,
mit all seinen Sehnsüchten und seinem Begehren. Unser Geist ist
der Teil unseres Menschseins, der auf Gott ausgerichtet ist. Nun ist
durch die Sünde der Geist unter den Einfluss des sündigen Seelenlebens
geraten. Gottes Wort aber bewirkt eine Trennung. Es weckt in unserem
Geist ein Verlangen nach dem Ewigen und bringt unsere Seele zur Selbsterkenntnis,
dass sie in der Gefangenschaft der Sünde ist und erlöst werden
muss. Gottes Wort ist scharf.
Tief schneidet es ein und legt alles bloß, was verkehrt ist.
Selbst auf unseren Körper, auf unsere Gesundheit hat das Wort Gottes
einen Einfluss. Gottes Wort, es will den Menschen wieder zurechtbringen.
Gottes Wort ist energisch und es will uns Menschen wieder zurechtbringen.
Es tut, es richtet aus, wozu Gott es gesandt hat.
Liebe Freunde, deshalb muss dieses Wort auch unter das Volk. Deshalb
ist dieses Wort nicht nur etwas für uns, es ist etwas, was jeder
Mensch hören soll. Ich habe diese beiden Predigten unter das Thema
gestellt: Unterwegs mit der Bibel. Zuerst für uns selbst, dann aber
auch so unterwegs, dass Menschen in Kontakt mit der Bibel kommen.
Die ersten Pilgermissionare, die von St. Chrischona ausgesandt wurden,
waren als sogenannte Bibel-Kolporteure unterwegs. Ausgerüstet mit
einem Fahrrad, später mit einem Motorrad brachten sie die auf St.
Chrischona gedruckten Bibeln unter die Leute. Verteilten Bibeln und bewegten
Menschen dazu, diese Bibeln zu lesen.
Können wir das heute auch noch oder können wir das auch wieder?
Dass wir Bibel – Kolporteure sind? Ich mache Euch heute morgen
einmal 10 ganz praktische Vorschläge, wie wir die Bibel unter die
Leute bringen können.
Vorschlag 1:Ich besorge mir eine Anzahl günstiger neuer Testamente
in einer gut verständlichen Übersetzung, wenn ich reich bin
auch ganze Bibeln und sage zu vier oder fünf Menschen: Du, die Bibel
ist für mich wertvoll, ich möchte dir eine gut verständliche
Bibel schenken.
Vorschlag 2: Ich nehme mir zwei von diesen Heften "Leben live" der
Marburger Blättermission mit. Unaufgefordert haben wir als Gemeinde
ungefähr 100 dieser gut aufgemachten Hefte bekommen und ich halte
Ausschau, ob mir Gott eine passende Gelegenheit gibt, solch ein Heft
weiterzugeben – z.B. dem jungen Mann, der von einer Drückerfirma
an unserer Haustüre klingelt und uns eine Zeitschrift verkaufen
will.
Vorschlag 3:
Ich verschenke meinen Nichten und Neffen, einen Bibel – Memory
Kurs. Bibel auswendig lernen und dabei kräftige Gewinne kassieren...
Vorschlag 4:
Ich schenke Anhaltern, Hausierern, dem Man von der Paketpost , dem....immer
haben wir die gute Gelegenheit zum Anknüpfen – haben sie
es schon gehört, wir haben das Jahr der Bibel - einen Bibelabschnitt,
z.B. ein Johannesevangelium.
Vorschlag 5:
Wir machen Menschen, die eine gute digitale Satellitenempfangsanlage
haben auf bibeltv – den neuen Fernsehsender aufmerksam.
Vorschlag 6:
Ein Vorschlag für Männer – wir machen uns schlau, wie
man den ERF über Satellit empfangen kann und geben Kollegen oder
Verwandten entsprechende Tips.
Vorschlag 7:
Wir machen mit Bekannten von uns einen Ausflug in die Bibelgalerie nach
Meersburg (ein hervorragend aufgemachte Bibelaustellung).
Vorschlag 8:
Ich mache mir Visitenkärtchen mit einem netten Bibelspruch (insbesondere
ein Tip für Euch Jugendliche, Ihr tauscht doch Visitenkärtchen
wie die Weltmeister).
Die Bibel unters Volk – das lohnt sich.
Nutzen wir die Wertschätzung, die der Bibel im Jahr der Bibel
entgegengebracht wird.
Auf der 2. Seite der Badischen Zeitung war gestern ein Artikel über
das Jahr der Bibel und was es will. Freunde, sogar die Bildzeitung druckt
in diesem Jahr an jedem Tag den Lieblingsbibelvers eines Prominenten
ab.
Eine internationale Modezeitschrift nannte die Bibel in diesem Jahr
in ihrem Trendführer als: Das Powerbuch: Wörtlich heißt
es da: Die Bibel – spannender als jeder Krimi. Eine Nachhilfestunde
in Sachen Niederungen und Höhenflüge der menschlichen Psyche
und Talkthema des Jahres – wer mitreden will, wird bibelfest. Wolf
von Lowjewski, Moderator des ZDF – heute journal bezeichnete die
Bibel als
"Für mich ist die Bibel so etwas wie die Urmelodie des Lebens – irgendwo
taucht doch schon mal alles in der Bibel auf."
Warum sage ich Euch das alles. Dass wir es begreifen, in diesem Jahr
hat die Bibel wirklich Rückenwind. In diesem Jahr wird ihr vielerorts
eine positive Wertschätzung entgegen gebracht. In diesem Jahr ist
sie an manchen Tagen Gesprächsthema in den Fernsehsendern und in
unserem Dorf. Ich will diese Chance nutzen und dieses faszinierende Buch
unter die Leute bringen. Faszinierend – das ist sie alle mal.
Die Bibel ist ...... das Buch mit der höchsten Auflage der Welt.
Jährlich werden etwa 30 Millionen Bibeln gedruckt. Die Gesamtauflage
aller Zeiten übersteigt weit die Milliardengrenze
... das meistübersetzte Buch der Welt. In über 2000 Sprachen
kann man die Bibel oder Teile davon lesen.
... das weitverbreitetste Buch der Welt. Bei den Eskimos im Norden,
wie im brasilianischen Urwald ist sie zu finden.
... das älteste Buch der Welt. Vor ca. 3500 Jahren fing man an,
die Bibel zu schreiben. 1600 Jahre später war sie fertig.
... das zuverlässigste Buch. Die Bibel enthält ungefähr
1000 göttliche Vorhersagen. Sie haben sich haargenau erfüllt.
Deshalb, lasst uns die Bibel suchen und finden und lasst sie uns weitertragen.
Amen |