| Liebe Freunde und liebe Geschwister,
Das Jahr 2003 ist das Jahr der Bibel. In vielen Ländern und von
vielen Kirchen wurde dieses Jahr als das Jahr der Bibel ausgerufen. Wir
in unserer Gemeinde, wir als Chrischonesen, wir als Teil der heutigen
evangelikalen Bewegung, wir sind Glieder einer Bibelbewegung. Zu allen
Zeiten haben wir uns die Bibel auf unsere Fahnen geschrieben und deshalb
ist es gut und wichtig, dass wir uns zu Beginn dieses Jahres einmal mehr
mit der Bibel beschäftigen, mit der Bibel und mit dem, was sie uns
bedeutet.
Es ist gut und es ist wichtig, dass wir uns mit der Bibel beschäftigen.
Und, liebe Freunde, es wird von uns erwartet. Am vergangenen Freitag
erhielt ich einen Anruf von einer Redakteurin der badischen Zeitung.
Die hat mich doch glatt gefragt, was wir in unserer Gemeinde denn zum
Jahr der Bibel geplant haben und zum Glück hatten wir am Mittwoch
in der Mitarbeiterratssitzung uns Gedanken gemacht, ob es von uns aus
Initiativen im Jahr der Bibel gibt. So habe ich ihr natürlich all
das erzählt, was ich bis jetzt auch erst recht verschwommen weiß.
Das nimmt mich und uns jetzt natürlich auch in die Pflicht.
Auf eine etwas ungewöhnliche Art und Weise will ich heute in die
Predigt starten. Und zwar will ich einfach einmal ein wenig prüfen,
wie es denn um unsere gemeinsame Bibelkenntnis steht und habe mir dazu
10 Fragen überlegt. Ein Bibelquiz für die ganze Gemeinde hier
im Gottesdienst.
Also schnallt Euch einmal fest und spätestens jetzt sollten wir
unser Gehirn einschalten. Die Fragen sind aus dem RTL-Bibelquiz. Das
Buch kennt 5 Level: Einsteiger, Bibelkenner, Fachleute, Experten, Meister.
Bibelkenner:
1. Wie hieß der Mann, der Jesus eines Nachts besuchte? (Nikodemus)
2. Wer gab den Befehl, dass alle Bürger sich in Steuerlisten eintragen
sollten? (Augustus)
3. Wie hieß Moses Bruder? (Aaron)
4. Wer wurde bis zur Geburt seines Sohnes stumm, weil er zweifelte? (Zacharias)
5. Aus welchem Samenkorn wird nach den Worten Jesu ein großer Baum?
(Senfkorn)
6. Welche Nationalität hatte der Vater des Timotheus? (Grieche)
7. In welchem Buch stehen die zehn Gebote? (2. Mose)
8. Wer sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen? (Pilatus)
9. Wie hieß Ismaels Mutter? (Hagar)
10. Wie oft soll man seinem Bruder vergeben? (7 mal 70)
Wer bei diesen Fragen weniger wie 5 weiß, den verdonnern wir
sofort zum regelmässigen Besuch der Bibelstunde.
Fachleute
1. Die Schleuder war für David das, was der Kinnhacken eines Esels
für ___ war? (Simson)
2. Wer hatte zwei Töchter, die mit demselben Mann verheiratet waren?
(Laban)
3. Welcher der zwölf Jünger wurde zuerst getötet? (Jakobus)
4. Wie hieß Hoseas Frau? (Gomer)
5. Wie viele Engel besuchten Lot (zwei oder drei?? Bitte nachschlagen.)
6. Wer schrieb die Klagelieder? (Jeremia)
7. Welcher der Brüder Josefs sagte: vergißt kein Blut, werft
ihn in die Zisterne (Juda)
8. Wie hieß Elisas Diener (Gehasi)
9. In wessen Grab wurde Jesu gelegt? (Josef von Armathia)
10. Wievielmal marschierte das Volk Israel insgesamt um Jericho herum?
(13 mal)
Wer bei diesen Fragen fünf weiß, der darf die nächste
Bibelstunde halten.
Experten
1. Wie hieß Davids erste Frau? (Michal)
2. Auf welcher Insel landete Paulus nach seinem Schiffbruch? (Malta)
3. Wie hieß der Vater des babylonischen Königs Belschazzar?
(Nebukadnezar)
4. An wessen Stelle wurde Ester zur Königin gewählt? (Wasti)
5. Welcher Erzengel hatte mit dem Teufel einen Streit? (Michael)
6. In welchem Buch der Bibel wird der Name Gottes nicht erwähnt?
(Ester)
7. Wie lange saßen Hiobs Freunde schweigend bei ihm auf der Erde?
(7 Tage)
7. Welche beiden Männer mussten sterben, weil sie unerlaubtes Feuer
am Altar Gottes darbrachten? (Nadab und Abihu, 3. Mose 10)
8. Wer in der Bibel bekam den ersten Kuß? (Isaak, 1. Mose 26,26-27)
9. Wie hieß Jonas Vater? (Amittai)
Wer hier 5 richtig beantwortet hat, wird zum Seminarleiter auf St.
Chrischona vorgeschlagen.
Die Bibel und wir, das ist mein Thema am heutigen Sonntag – die
Bibel und die anderen, das Thema des Nächsten.
Die Bibel und wir, ja das ist so eine Sache. Von unseren Ursprüngen
her von unseren Wurzeln her, sind wir ja eine richtige Bibelbewegung.
Die Liebe zu diesem Wort, die Überzeugung von seiner Wahrheit, auch
die Erfahrung ihrer Kraft hat unsere Väter und Mütter im Glauben
dazu bewogen Versammlungen, Bibelstunden, Hauskreise zu gründen.
Die Treue zum Wort Gottes, die galt es zu verteidigen gegen eine an vielen
Orten liberal, rationalistisch und seicht gewordene Theologie. Diese
Liebe zu diesem Wort haben sie sich eine ganze Menge kosten lassen.
Johann Albrecht Bengel hat einmal geschrieben: Sie ist ein Brief, welchen
mein Gott hat schreiben lassen, wonach ich mich richten soll und wonach
Gott mich richten wird.
An dieser Stelle möchte ich einfach einmal eine ganze Reihe kritischer
Anfragen an uns stellen, nein eigentlich will ich uns nicht kritisieren,
aber ich will uns fragen, ob wir als Gemeinde noch bei diesem Zentrum
sind. Oder ich fange eine Etage früher an. Ob ich in meinem Glaubensleben
noch bei diesem Zentrum bin. Was bedeutet mir die Bibel heute, welche
Rolle spielt sie in meinem alltäglichen Leben? Nehme ich mir die
Zeit auf dieses Wort Gottes zu hören?
Wenn du nicht recht weißt, wie du diese Fragen beantworten sollst,
dann lass einfach einmal die Tage der vergangenen Woche an dir Revue
passieren immer mit den Gedanken im Hinterkopf: Wir sind eine Bibelbewegung.
Habe ich in der vergangenen Woche die Losungen gelesen?
Habe ich in der vergangenen Woche einmal für mich privat dieses
Buch zur Hand genommen, einige Verse darin gelesen?
Habe ich mir Gedanken gemacht, was sagt Gott zu mir?
Sind mir in der vergangenen Woche Bibelworte in den Sinn gekommen,
die etwas mit meiner Lebenssituation zu tun hatten, die mich getröstet
haben oder die mir zur Richtschnur für mein Handeln und mein Tun
geworden sind?
Habe ich in der vergangenen Woche mich einmal mit anderen getroffen,
um über die Wahrheit dieses Wortes nachzudenken?
Was ich heute Abend nicht möchte, ist die moralische Keule über
Euch zu schwingen und Euch vermitteln. Ihr müsst mehr in der Bibel
lesen, das gehört sich so für einen Christen, nein, das will
ich nicht.
Dass wir die Bibel lesen sollen, das wissen wir alle und dass wir zu
wenig darin lesen, das wissen wir alle auch.
Und dennoch, Mut dazu machen will ich Euch schon. Der Griff zur Bibel,
das Lesen in ihr, die tägliche Prägung durch dieses Wort, das
würde unser Leben unser Denken über uns selbst, über Gott
und Menschen schon verändern.
Die Geschichte von dem Matrosen, der ertrunken ist und dessen Neues
Testament man in seiner Jacke gefunden hat. Eintragungen auf dem Buchdeckel:
Um meiner Schwester willen,
Um der Angst meiner Seele willen,
Um der Liebe zu meinem Heiland Jesus Christi willen.
An Silvester haben wir für uns als Gemeinde ein Jahreslos gezogen.
Gott macht uns allen miteinander deutlich:
Ps. 119,105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte / und ein Licht
auf meinem Wege.
Dieses Wort vermittelt uns nicht nur Klugheit, es geht nicht einfach
nur darum, mehr zu wissen, aber dieses Wort, es erhellt meinen Weg. Wie
eine Laterne einen Lichtkreis beschreibt, so beleuchtet diese Leuchte
des göttlichen Wortes den Pfad der Gerechten. Keiner von uns braucht
mit seinem Leben im Dunkeln zu tappen. In diesem Wort haben wir immer
soviel Licht, dass wir wissen, wohin wir den nächsten Schritt setzen
sollen. Der Psalmbeter, der diese Verse geschrieben hat, der weiß,
wie dringend er dieses Licht braucht, denn gefährdet ist sein Leben,
sowohl das natürliche als auch das geistliche Leben.
Wir alle wissen, wie unsicher man läuft, wenn man kein Licht auf
dem Weg hat. Wer schon einmal im Dunkeln den Weg zu einem Haus gegangen
ist, wo es keine Straßenlaterne gibt und auch kein Bewegungsmelder
Licht anknipst. Wir wissen es, wie unsicher man dabei ist, wie man sich
langsam vortasten muss, damit man nicht stolpert, damit man nicht hinfällt.
Wie anders wird ein Weg, wenn man eine Taschenlampe dabei hat, oder wenn
irgendwo ein Bewegungsmelder anspricht und ein Licht angeht. Ganz anders
kann man laufen.
Liebe Freunde, liebe Geschwister. In dieser Predigt will ich nicht
hier vorne stehen und Euch antreiben: Lest mehr im Wort Gottes. Ich stehe
nicht hier vorne und sage: Wer keine Stille Zeit macht, der wird geistlich
nicht wachsen und ist überhaupt kein rechter Christ.
Ich möchte Euch gerne locken und Euch dieses Wort heute neu lieb
machen. Wir lesen nicht die Bibel, weil man sie lesen soll. Wir lesen
die Bibel, weil sie unseren Weg erhellt. Wir lesen nicht die Bibel weil
das ein Gesetz wäre, wir lesen die Bibel, weil wir durch sie in
unserem Leben Licht und Hilfe empfangen. Dieses Wort muss und darf uns
eigentlich keine Last sein. Dieses Wort will uns helfen, dass der Tag
heute und der Tag morgen besser gelingt.
Anfang Dezember habe ich für das Chrischona-Magazin Norman Rentrop
besucht, ein erfolgreicher Unternehmer. Das war so bewegend, als er mir
seine Lebensgeschichet erzählte. Er ist ungefähr 12 Jahre her,
dass er geschäftlich in Baden-Baden zu tun hatte. Abends fand er
in seinem Hotelzimmer in der Nachttischschublade eine Gideon-Bibel. Er
nahm sie heraus und las nach vielen, vielen Jahren, ja vielleicht sogar überhaupt
das erste Mal in ihr. Und er merkte, das was hier steht, das hat ja mit
meinem Leben zu tun, da steckt ja enorm viel Wahrheit drin. Und von diesem
Augenblick an las er jeden Tag einige Minuten in diesem Wort. Und innerhalb
von wenigen Jahren wurde sein Leben völlig verändert. Heute
helfen seine Millionen, dass ein neuer Spartenkanal (bibeltv) in der
deutschen Fernsehlandschaft einen Platz findet.
Zum Abschluss einige Bibelworte lesen, Worte, die etwas über dieses
Wort sagen:
Rö. 10,17 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber
durch das Wort Christi.
2. Petr. 1,19 Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr
tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint
an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe
in eurem Herzen.
Hebr. 4,12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer
als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet die
Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken
und Sinne des Herzens.
Jer. 15,16 Dein Wort ward meine Speise, sooft ich's empfing, und dein
Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem
Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.
Joh. 5,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört
und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt
nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.
Joh. 1,1 Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott
war das Wort.
Vielleicht merken wir es selbst, wir würden gewinnen, wenn wir
diesem Wort mehr Raum geben in unserem Leben. Gott findet Raum in uns.
Wenn wir in dieses Jahr der Bibel hineingehen, wenn wir die Bibel wieder
bekannt machen wollen in unserem Volk, dann wollen wir da zuerst uns
selbst bei der Nase packen. Liebe Freunde, wir sind eine Bibelbewegung.
Wir wollen auch eine solche bleiben.
Nur der richtet in unserer Zeit etwas aus, der sich nach der Bibel
ausrichtet.
Nur der richtet in seiner Ehe etwas aus, der sich nach der Bibel ausrichtet.
Nur der richtet in seiner Familie etwas aus, der sich nach der Bibel
ausrichtet.
Nur der richtet an seinem Arbeitsplatz etwas aus, der sich nach der Bibel
ausrichtet.
Lies die Bibel, ihre Lehren sind gültig und sind wahr, ihre Vorschriften
bindend und befreiend, ihre Geschichten wahr und lebendig. Ihre Weisungen
sind liebevoll und ratsam. Die Bibel enthält Licht, uns zu leiten,
Nahrung uns zu stärken, Trost, uns zu erquicken. Sie ist wie eine
Landkarte für Reisende, wie ein Stab für Wanderer, ein Kompass
für Seefahrer. Sie ist die Liebeserklärung Gottes an liebebedürftige
Menschen. Suchen und finden. 2003 soll auch für mich wieder das
Jahr der Bibel sein.
Amen |