Textwerkstatt: Beharrlichkeit


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Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.
Aus China
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Ich, Statist unter Statisten, auf einem Platz stehend, der auch leer sein könnte, mit meinem Auftrittchen befaßt, als ob ich die Hauptrolle hätte, von Insubordination träumend und doch mitgeschoben, ein Teilchen dieser kompakten Masse, die das Schwache ausschwitzt und das Andersartige erstickt, ich Mitmacher mit Skrupeln, die ohne Folgen sind, doch zum Hoffen noch immer begabter als zum Verzagen - : Ich glaube nicht an die endgültige Vergeblichkeit von jemandes Anstrengung zum Bessern hin. Ich glaube nicht, daß auch nur ein einziges Ziehen und Rucken am festgefahrenen Karren verloren ist.
Margit Baur (1981)
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Mit kleinen Hieben fällt man auch große Bäume.
Benjamin Franklin
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Steter Tropfen höhlt den Stein
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Beppo der Strassenkehrer
Wenn er so die Straßen kehrte, tat er es langsam, aber stetig:
Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich.
Dazwischen blieb er manchmal ein Weilchen stehen und blickte nachdenklich vor sich hin. Und dann ging es weiter - Schritt - Atemzug - Besenstrich.
Während er sich so dahinbewegte, vor sich die schmutzige Straße und hinter sich die saubere, kamen ihm oft große Gedanken. Aber es waren Gedanken ohne Worte; Gedanken, die sich so schwer mitteilen ließen wie ein bestimmter Duft, an den man sich nur gerade eben noch erinnert oder wie eine Farbe, von der man geträumt hat
Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken.
Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte; löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte.
"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel "es ist so - manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt: die ist so schrecklich lang,- das kann man niemals schaffen, denkt man."
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an, sich zu eilen,- und man eilt sich immer mehr jedesmal wenn man aufblickt, sieht man, daß es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt.
Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst und zum Schluß ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter
"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich.
Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: "Dann macht es Freude,- das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
"Auf einmal merkt man, daß man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat.
Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste" Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: das ist wichtig."
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Mag sein,
daß der jüngste Tag morgen anbricht;
dann wollen wir gern
die Arbeit für eine bessere Zukunft
aus der Hand legen-
vorher aber nicht
Dietrich Bonhoeffer
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Mit Beharrlichkeit kam auch die Schnecke in die Arche.
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Vieles geht in der Welt verloren, weil man es zu geschwind für verloren gibt.
Johann Wolfgang von Goethe
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Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
Martin Luther
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Nicht aussteigen im Sturm,
sondern weiterrudern!
Karl Barth
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Eine einmal begonnene Aufgabe soll man zu Ende führen.
Die Arbeit sei schwer oder leicht -
mache sie gut oder gar nicht.
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Wer`s Unkraut nur ein Jahr läßt stehen, kann sieben Jahre jäten gehen.
Deutsches Sprichwort
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Ich glaube an die Sonne,
auch wenn sie nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe,
auch wenn man sie nicht zeigt.
Ich glaube an Gott,
auch wenn er schweigt.
Ich glaube, ich glaube!
jüdischer Flüchtling
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Schließ dich nicht ein
Schließ dich nicht ab
Schließ dich nicht aus
Schließ verschließ dich nicht dem Leben
nimm den Schlüssel in die Hand
öffne die Tür zum Leben
schau nach, was dahinter
für dich verborgen.
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"Ich denke, daß ich offen sein kann", sagte der Doktor zu meiner Frau. "Heilung ist unmöglich, wir kennen kein Mittel dagegen." Meine Frau unterbrach ihn mit der Frage, die ich nicht zu stellen wagte: "Wie lange wird er noch zu leben haben?" Und der Facharzt antwortete schnell und grob: "Ein Jahr wenn er Glück hat."
In den ersten Nächten danach hatte ich Alpträume. Ich sah mich sterben, auf viele gespenstische Weisen. Beim Aufwachen dachte ich sofort daran, daß ich sterben muß. Anfangs war es mir unmöglich, in der Morgenzeitung die Todesanzeigen zu lesen.
Doch dann habe ich mich entschlossen, Tag für Tag zu leben, mich am Leben so herzlich zu freuen, wie es nur geht. Und es ist mir gelungen.
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356 mal neu anfangen.
Nicht müde werden, füreinander Sonne zu sein,
Tag für Tag.
Phil Bosmans
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Herrlich ist die Birne, an der ein Birnbaum eine ganze Saison lang gearbeitet hat.
Phil Bosmans
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Wer unbeirrbar seinen Platz behauptet, ist dauerhaft.
Lao Tse
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Man muß jedem Hindernis Geduld, Beharrlichkeit und eine sanfte Stimme entgegenstellen.
Thomas Jefferson
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Besäße der Mensch die Beharrlichkeit, so wäre ihm fast nichts unmöglich.
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Wer dem Erfolg auf den Grund geht, findet Beharrlichkeit.
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Am tüchtigsten sind, die ruhig sind und mit Ausdauer tun, was an der Zeit ist.
V Klemens
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Auf einem Hang am Long`s Peak in Colorado liegt der verwitterte Stamm eines riesigen Baumes. Fachleute behaupten, daß er weit mehr als vierhundert Jahre alt ist. Als Columbus auf San Salvador landete, war er vermutlich ein Säugling, bei der Einschiffung der Pilgerväter in Plymoth noch lange nicht ausgewachsen. Vierzehnmal in seinem langen Leben schlug der Blitz in ihn ein, und zahllose Lawinen und Stürme schüttelten ihn. Er überdauerte alles. Doch schließlich kam eine Armee von Käfern und fällte ihn. Die Insekten fraßen sich durch die Rinde und zerstörten mit ihrem unaufhörlichen Knabbern und Beißen die Kraft des Baumes. Ein Riese des Waldes, den weder Alter noch Blitze noch Stürme hatten fällen können, stürzte unter den Angriffen von Käfern, so klein, daß ein Mensch sie zwischen Daumen und Zeigefinger zerdrücken könnte.
Dr. Harry Emerson Fosdick
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Das Beste glückt uns mühelos; mühevoll und mit Geduld gepflastert ist lediglich der Weg dahin.
Martin Kessel
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Nur Mut! - sagte der Frosch, der in einen Eimer mit Milch gefallen war und strampelte so lange, bis er, allerdings erst nach vielen Stunden, auf einem Butterberg saß und heraushüpfen konnte.
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Beharren zeugt von Torheit, Ausharren von Entschlossenheit.
Jacinto Benavente
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Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen.
Chinesisches Sprichwort
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Versuche allem nach Möglichkeit eine Folge zu geben. Nichts macht das Leben ärmer, als anfangen und abbrechen.
Christian Morgenstern (1909)
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Wahrheit
Ich war vierzehn, da sah ich,
im Holunder aß eine Amsel
von den Beeren der Dolde.
Gesättigt, flog sie zur Mauer
und strich sich am Gestein
einen Samen vom Schnabel.
Ich war vierzig, da sah ich,
auf der geborstenen Betonschicht
wuchs ein Holunder.
Die Wurzeln
hatten die Mauer gesprengt;
ein Riß klaffte in ihr,
bequem zu durchschreiten.
Mit splitterndem Mörtel
schrieb ich daneben: "Die Tat
einer Amsel".
Wolfdietrich Schnurre (1978)
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Als die wegen ihrer scharfen Zunge berühmte Seniorin des Hauses Rothschild, die vor wenigen Jahren beinahe als Hundertjährige, in ihrem prächtigen Landsitz in Grasse starb, bei der letzten Krankheit täglich den Arzt rufen lies und immer wieder neue Arzneien von ihm verlangte, sagte der pflichtbewußte Mann schließlich mit gelinder Verzweiflung:
"Ich kann Ihnen natürlich allerlei Arzneien verschreiben, Madame, aber über eines müssen wir uns klar sein: Sie sind achtundneunzig Jahre alt, und keine Arznei der Welt kann sie wieder jung machen!"
"Aber lieber Herr Doktor!" rief die Greisin und lächelte mit ihrem schmalen Mund. "Wer will denn jung werden? Ich bin durchaus zufrieden, wenn Sie mich älter werden lassen, viel älter!"
Hermann Schreiber (1961)
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Gedicht für Frank
Nicht nachlassen, nie,
weil alles nachläßt -
So viel Gelb in der Luft,
Gerede geduckt im Gestank.
Wir wollen grün sprechen
wie der Baum, der Busch,
das Gras, einfach und
immer wieder kommend,
Jahr für Jahr.
Rainer Brambach (1977)
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Ich glaub jeden Augenblick, glaub in Nöten wie im Glück, geht's auch wider die Natur; Jesus spricht ja: Glaube nur!
Ernst Gebhardt
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Wie der Ochs
Ein Chassid klagte dem Gerer Rabbi: "Ich habe mich gemüht und abgemüht, und doch ergeht´s mir nicht wie dem Meister eines Handwerks; dem tut sich nach zwanzig Jahren Arbeit doch irgendein gutes Zeichen an seinem Werke kund: daß es schöner als einst gelingt oder schneller als einst gerät - ich aber sehe gar nichts. Wie ich vor zwanzig Jahren gebetet habe, so bete ich heut."
Der Zaddik antwortete: "Es ist im Namen Elias gelehrt: `Der Mensch nehme die Thora auf sich wie der Ochs sein Joch und der Esel seine Last.´ Sieh, wie der Ochs des Morgens aus dem Stall aufs Feld geht und pflügt und heimgeführt wird, und so Tag um Tag, und nichts ändert sich ihm, aber das gepflügte Feld bringt seine Frucht."
Jizchak Meir von Ger (18. Jh., Buber)
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Der kleinste Erfolg beim 1000. Anlauf verleiht den 999. Gescheiterten davor einen Sinn.
Hubert Feichtlbauer
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Geduld und Zähigkeit helfen uns in schlimmen Tagen mehr als Kraft und Raserei.
Jean de La Fontaine
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