Logo Textwerkstatt: Beleidigungen



Ergib dich nicht der Stimmung dessen, der dich beleidigt, und folge nicht dem Weg, auf den er dich schleppen will.

Marc Aurel


Wenn man sich einer Sache verschreibt, die unendlich viel größer ist als man selbst, ist das eine sichere Methode, seinen Feinden vergeben zu können und sie zu vergessen. Beleidigungen und Feindseligkeiten werden völlig unwichtig, weil man nur an sein großes Ziel denkt und für alles andere unempfänglich wird.


Fühlst du dich von jemand beleidigt, so stellst du dich geistig unter ihn.

Östliche Weisheit.


Ich will noch ein Wort über die Lust der Geduld hinzufügen. Jedes Unrecht, sei es mit Worten oder mit Tätlichkeiten zugefügt, läuft, wenn es auf die Geduld trifft, im Endergebnis auf dasselbe hinaus, wie ein Geschoß, das gegen einen Felsen von dauerhaftester Härte gestoßen wird. Es wird an Ort und Stelle herabfallen und hat so die Mühe vergeblich und erfolglos gemacht und zurückprallend wird es zuweilen gegen den wüten, der es abgeschickt hat. Man beleidigt dich ja mit der Absicht, dir Schmerz zuzufügen, weil der Erfolg des Beleidigers im Schmerz des Beleidigten besteht. Wenn du also seinen Erfolg dadurch, daß du dich nicht betrübst, zunichte machst, wird die Folge davon sein, daß er sich über den entgangenen Erfolg ärgert. Du gehst dann nicht nur schadlos aus, was auch allein dir genügt, sondern du hast noch Freude über die Enttäuschung deines Feindes, und sein Schmerz gewährt dir Sicherheit. Das ist der Nutzen und die Lust, die die Geduld gewährt.

Tertulian (203)




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