Logo Textwerkstatt: Besitz



Alles, was du nicht verteilen willst,
besitzt dich.

André Gide


Die Falschheit des Reichtums besteht darin, daß wir das, was wir haben, mit dem verwechseln, was wir sind. Wir denken, wir wären mehr, wenn wir mehr haben. Wir kaufen einen schicken Wagen und denken, dieser Wagen wäre nun ein Teil unserer selbst, wie ein weiteres Glied unseres Körpers. Wenn die anderen unseren Wagen bewundern, fühlen wir uns, als ob sie uns selbst bewunderten. Wir betrachten die Dinge, die uns gehören, als ob sie ein Teil unserer selbst wären.

Ernesta Cardenal


Der Gütige ist frei, auch wenn er ein Sklave ist. Der Böse ist ein Sklave, auch wenn er ein König ist.

Aurelius Augustinus


Es kommt nicht auf unser Haben an, sondern auf unser Sein. Wer bist Du, wenn Du nichts mehr hast?

Stefan Heeß


Sei gewiß, daß nichts dein Eigentum sei, was du nicht inwendig hast.

Matthias Claudius


Ein Mensch ist reich gemessen an dem,
was er ist,
nicht an dem, was er hat.


Reichtum ist ein hervorragender Knecht,
aber ein grausamer Meister.


Die Welt hält tausend Zärtlichkeiten für uns bereit,
denen man sich hingeben muß,
um zu erfahren, was ihre Summe bedeutet.

Jean Giorno


Das wahre und sichtbare Glück des Lebens,
liegt nicht außer uns,
sondern in uns.

Johann. P. Hebel


Nicht deine Stellung macht dich glücklich oder unglücklich,
sondern deine Einstellung.


Mehr oder weniger traurig sind am Ende alle,
die über die Brotfrage hinaus noch etwas kennen und sind.
Aber wer wolle auch ohne diese stille Grundtrauer leben,
ohne die es keine rechte Freude gibt.

Gottfried Keller


Es war einmal ein Prinz, weit drüben im Märchenlande. Weil der nur ein Träumer war, liebte er es sehr, auf einer Wiese nahe dem Schlosse zu liegen und träumend in den blauen Himmel zu starren. Denn auf dieser Wiese blühten die Blumen größer und schöner als sonstwo.
Und der Prinz träumte von weißen, weißen Schlössern mit hohen Spiegelfenstern und leuchtenden Söllern.
Es geschah aber, daß der alte König starb. Nun wurde der Prinz sein Nachfolger. Und der neue König stand nun oft auf den Söllern von weißen, weißen Schlössern mit hohen Spiegelfenstern.
Und träumte von einer kleinen Wiese, wo die Blumen größer und schöner blühten denn sonstwo.

Bertolt Brecht


Das Haus bewohnen wir bis auf weiteres. Es gehört uns nicht.
Dennoch freuen wir uns, gehen ein und aus, haben es eingerichtet, sagen Zuhause. Im Garten gehört uns keine Handvoll Erde. Aber wir säen Rasen, pflanzen Sträucher und Bäume, sonnen uns auf der Terrasse oder feiern mit Freunden bis in die Nacht. Wir wissen nicht, wie lange und unter welchen Umständen wir leben werden. Dennoch planen und sorgen wir, dennoch ziehen wir Kinder auf, rechnen mit morgen und übermorgen, hoffen auf Jahre.
Aus Vertrauen.

Detiev Block


Ein Scheckbuch läßt sich nicht in den Tod mitnehmen.
Angesichts der Ewigkeit gilt eine einzige Währung:
getane, gelebte Liebe.

Dom Helder Camara


Was wir besitzen, gehört letztlich Gott. Wir müssen lernen, die Begriffe Eigentum und Besitz neu zu definieren.

R.K.


Wir denken selten an das, was wir haben, sondern immer nur an das, was uns fehlt.

Arthur Schopenhauer


Wer viel Charakter hat, hat wenig Eigentum.

John James Osborne


Was wir behalten wollen, macht uns abhängig.

AutorIn unbekannt


Nicht was du besitzt, sondern was du mit dem Nächsten teilst, macht dich reich.

Aus dem Russischen


Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht.

Jean Paul


An die Tür von Rabbi Jechiel Meir klopfte einmal ein Armer und bat um eine Gabe. Der Rabbi suchte im ganzen Haus umher, konnte aber kein Geld finden. Im Verlauf seiner Suche stieß er auf einen Ring seiner Frau, den er sofort an den armen Mann weitergab. Als seine Frau zurückkam und entdeckte, daß ihr Ring fehlte, stieß sie einen entsetzten Schrei aus. Der Rabbi kam sogleich herbei und erklärte ihr, was er damit getan hatte.
"Aber das ist ein sehr wertvoller Ring!" ,rief sie, "mit einem echten Diamanten."
Sobald Rabbi Meir das gehört hatte, eilte er aus dem Haus.
"Wohin gehst du?" rief ihm seine Frau nach.
"Ich muß den Mann finden", rief er zurück, "und ihn warnen, daß er den Ring nicht billiger verkauft, als es seinem Wert entspricht."

Chassidische Erzählung


Das Gras auf der anderen Seite des Zaunes mag grüner sein, aber es muß auch gemäht werden.

AutorIn unbekannt


Was nicht griffbereit ist, was man nicht nachts um zwei Uhr finden kann, das besitzt man nicht.

Kurt Tucholsky


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