Textwerkstatt: Beziehung


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Nicht der fernste Mensch ist uns das größte Geheimnis, sondern gerade der Nächste.
Dietrich Bonhoeffer
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Das Holzpferd lebte länger in dem Kinderzimmer als irgend jemand sonst. Es war 50 Jahre alt, so daß sein Stoffüberzug ganz abgeschabt war. "Was ist wirklich?" fragte eines Tages der Stoffhase, als sie Seite an Seite in der Nähe des Laufställchens lagen. "Bedeutet es, Dinge in sich zu haben, die summen, und mit einem Griff ausgestattet zu sein?" "Wirklich", antwortete das Holzpferd, "ist nicht, wie man gemacht ist. Es ist etwas, was an einem geschieht. Wenn ein Kind dich liebt für eine lange Zeit, nicht nur, um mit dir zu spielen, sondern dich wirklich liebt, dann wirst du wirklich." "Tut es weh?" fragte der Hase. "Manchmal", antwortete das Holzpferd, denn es sagte immer die Wahrheit. "Geschieht es auf einmal oder nach und nach?" "Du wirst sehen", sagte das Holzpferd. "Es dauert lange. Darum geschieht es nicht oft an denen, die leicht brechen oder die scharfe Kanten haben oder die schön gehalten werden müssen. Im allgemeinen sind zu der Zeit, wenn du wirklich sein wirst, die meisten Haare verschwunden, deine Augen ausgefallen; du bist wacklig in den Gelenken und sehr häßlich. Aber das ist überhaupt nicht wichtig; denn wenn du wirklich bist, kannst du nicht häßlich sein, ausgenommen in den Augen von Leuten, die keine Ahnung haben."
"Ich glaube, du bist wirklich", meinte der Stoffhase. Das Holzpferd lächelte nur.
M. Willams
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Vielen teile deine Freuden,
allen Munterkeit und Scherz,
wenig edlen deine Leiden,
Auserwählten nur dein Herz.
J. G. v. Salis-Seewis
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Beziehungen sind eine Rutschbahn nach oben.
Karl Farkas
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Wenn man einander schreibt,
ist man wie durch ein Seil miteinander verbunden.
Franz Kafka
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Nur jeden Tag eine halbe Stunde gesät für andere,
und du wandelst im Alter durch ein Ährenfeld der Freundschaft
und der Freude.
Emil Frommel
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Mit einem einzigen liebevollen Wort
erreichst du mehr als mit drei Stunden Streit.
Escriva de Balaguer
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Ein gutes Gespräch ist ein Kompromiß zwischen Reden und Zuhören.
Jünger, Ernst
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Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können,
so sollten wir es in jedem Fall tun.
Hermann Hesse
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Wer dir Klatsch erzählt,
wird auch Klatsch über dich weitergeben.
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Nicht jene, die streiten,
sind zu fürchten,
sondern jene, die ausweichen.
Marie v. Ebner-Eschenbach
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Der Kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln.
Henry Saka
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Wir machen uns Freunde.
Wir machen uns Feinde.
Aber Gott macht uns den Nachbarn nebenan.
Gilbert K. Chesterson
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Manche Menschen bauen zu viele Mauern
und zuwenig Brücken.
Isaak Newton
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Der beste Weg,
meine Feinde zu zerstören ist,
sie zu Freunden zu machen.
Abraham Lincoln
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Viel Kälte ist unter den Menschen,
weil wir nicht wagen,
uns so herzlich zu geben,
wie wir sind.
Albert Schweitzer
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Wir haben gelernt, wie Vögel zu fliegen,
wie Fische zu schwimmen.
Doch haben wir die einfache Kunst verlernt,
wie Brüder zu leben.
Martin Luther King
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Wer Christus ähnlicher wird,
öffnet die Tür für Freundschaften.
Billy Graham
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Wer sich zu den Hunden legt,
wird mit Flöhen aufwachen.
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Die Menschen, mit denen du dich umgibst entscheiden darüber,
in welche Schwierigkeiten du gerätst.
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Sage mir, mit wem du umgehst,
und ich sage dir, wer du bist.
aus Frankreich
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Setzte dich nie mit Menschen auseinander,
setzte dich mit ihnen zusammen.
Walther Goes
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Takt ist die Fähigkeit,
einem anderen auf die Beine zu helfen,
ohne ihm auf die Füße zu treten.
Curt Goetz
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Schreibe Kränkungen in Sand,
Liebenswürdigkeiten in Marmor.
aus Frankreich
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Ob man einen Nachbarn mag oder nicht,
das merkt man oft erst,
wenn der Möbelwagen vor der Tür steht.
José Ortega y Gasset
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Wer mit sich selbst nicht im reinen ist,
kann auch mit anderen nicht ins reine kommen.
Anne Morrow Lindbergh
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Worte sind Fenster zum Herzen.
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Die Kunst, ein guter Gast zu sein,
besteht darin zu wissen, wann man gehen muß.
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Die Menschen kennen dich aufgrund deines Handelns,
nicht deines Redens.
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Die Schwierigkeit, mit den meisten Leuten umzugehen, besteht darin, zu
ihnen gleichzeitig ehrlich und höflich zu sein.
André Heller
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Um zur Wahrheit zu gelangen, sollte jeder die Meinung seines Gegners zu verteidigen versuchen.
Jean Paul
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Ihr müßt Herzen säen, wollt ihr Herzen ernten.
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Man kann ohne Liebe Holz hacken, Ziegel formen, Eisen schmieden. Aber mit
Menschen kann man nicht ohne Liebe umgehen.
Leo Tolstoj
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Es sind die kleinen Rechthabereien, die eine Beziehung zermürben.
Max Frisch
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Wahrscheinlich werden Sie glücklicher mit Menschen, die dieselbe Auffassung vom Glücklichsein haben wie Sie.
Raymond Hull
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Jede Beziehung zwischen Menschen wirkt erzieherisch, eine unvermeidliche, aber selten ausgewogene Gegenseitigkeit.
Manès Sperber
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Anerkennung ist der Sauerstoff für menschliche Beziehungen.
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Gute Manieren sind das Öl im Getriebe zwischenmenschlicher Beziehungen.
Lin Yutang
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Jede Beziehung birgt gegenseitige Verpflichtungen.
Alvin Toffler
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Jeder Mensch hat zutiefst den Wunsch, ausgehalten zu werden, gerade dann, wenn er unmöglich ist.
Rudolph Böhm
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Meist sind die nebensächlichsten Dinge am Scheitern einer Beziehung schuld.
Joseph Sabath
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Die echte Bindung wird durch Belastung fester.
Luise Ullrich
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Es gibt eine Mitte zwischen Sichzurückziehen und Sichaufdrängen.
George S. Stevenson
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Wir Menschen haben unsere Unvollkommenheit als Aufgabe mitbekommen. Sie fällt uns besonders stark bei anderen auf. Im eigenen Familien- und Freundeskreis sehen wir die seelischen, geistigen, aber auch körperlichen Makel unseres Gegenübers sehr deutlich. Meist fallen uns diese Makel deshalb so unangenehm ins Auge, weil wir darin uns selbst erkennen. Die Menschen mit all ihren Problemen halten uns einen Spiegel vor, in den wir nur mit Gelassenheit blicken können, wenn wir in der Tiefe unseres Wesens dieses Problem bewältigt haben. Dann können wir liebevoll auf unser Gegenüber blicken und vielleicht sogar schmunzeln. Und wenn wir richtig böse werden angesichts eines Verhaltens, dann fragen wir uns warum. Nehmen wir diese Botschaft als Lernaufgaben an! Wir können nicht andere ändern, sondern nur uns selbst. Das ist unsere Chance. Bis zu unserem Todestag können wir uns wandeln und unserem Ich, daß in unserem Inneren reift, den Weg in die Freiheit ebnen.
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Das Wunder des Lebens zeigt sich auch in menschlichen Begegnungen nicht durch ausgeklügelte Pläne, sondern oft durch spontane Gesten, kleine Zeichen der Liebe, helfende Worte, stille Momente, freundliche Blicke.
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Wenn sich zwei Menschen nichts mehr zu sagen haben, sollten sie wieder einmal miteinander reden.
Werner Mitsch
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Die Menschen muß man nehmen, wie sei sind, nicht wie sie sein sollten.
Franz Schubert
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Wenn man einen Menschen bessern will, muß man ihn erst einmal respektieren.
Romano Guardini
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Ich habe gelernt, nicht viel von den Menschen zu erwarten, und deshalb kann ich immer noch über einen Freund glücklich sein, der es nicht ganz ehrlich meint mit mir, oder über eine Bekannte, die klatscht.
Dorothy Dix
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Das Glück stellt sich nur ein, wenn man keine Bedingungen stellt.
Arthur Rubenstein
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Wie fern bin ich den Menschen, wenn ich bei ihnen weile, und wie nahe, wenn ich ihnen fern bin.
Khalil Gibran
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Während ich mich an deinen Grenzen stoße, werden meine sichtbar.
Kyrilla Spiecker
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Das Wort, selbst das widersprechendste, ist so verbindend. Aber die Wortlosigkeit vereinsamt.
Thomas Mann
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Eine Hand wird zusehends schöner, wenn man die streichelt.
Peter Altenberg
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Lächeln
Mein Grundbedürfnis geht nach Liebe.
Ich wünschte sehr, daß man mich liebt
Und daß mein Lächeln leben bliebe,
Wenn es mich einmal nicht mehr gibt.
Das Höchste, was man hat, ist Bindung
Durch Liebe. Ich ertrage nicht
Die mir verweigerte Empfindung.
Ich öffne allen mein Gesicht
Mit einem Lächeln. Magisch scheinen
In mich die anderen hinein.
Und ich kann sie in mir vereinen,
und sie vervielfachen mein Sein.
Eva Strittmacher (1975)
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Wenn man mit anderen lebt und durch ein Gefühl von Zuneigung mit ihnen verbunden ist, dann ist man sich dessen bewußt, daß man eine Daseinsberechtigung hat, daß min nicht ganz und gar wertlos und überflüssig sein kann, sondern vielleicht für das eine oder andere taugt, weil man einander nötig hat und als Reisegefährten dieselbe Reise macht. Also, das Gefühl eines geziemenden Eigenwertes ist sehr abhängig von den Beziehungen zu anderen.
Vincent van Gogh
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Ein guter Mensch ist verläßlicher als eine steinerne Brücke.
Aus Russland
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Unser Ziel ist es, einander zu erkennen und einer im anderen das zu sehen und ehren zu lernen, was er ist: des anderen Gegenstück und Ergänzung.
Hermann Hesse
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Auch die bittersten Worte, die Menschen einander sagen, wirken selten so entzweiend wie die unausgesprochenen, die der eine vom anderen vergeblich erwartet.
Hans Carossa
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Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.
Guy de Maupassant
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Wer von sich selbst viel verlangt und wenig von andern, wird vom Haß verschon bleiben.
Konfuzius
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Ich machte einen Besuch in der riesigen Heil- und Pflegeanstalt Bethel. Als ich gerade durchs Hoftor eintrat, steht da mitten im Weg ein großer Hund mit fürchterlichem Gebiß und wütenden Augen. Ich überlege noch, ob ich weitergehen soll. Da sehe ich, wie aus einem anliegenden Haus ein Junge kommt, einer der epileptischen Pflegebefohlenen, und auf den Hund zugeht, um ihn zu streicheln. Mir will das Herz stehenbleiben. Entsetzt rufe ich. "Halt, Junge, der Hund ist böse." Aber unbekümmert dreht sich der Junge sich zu mir und sagt: "Wenn man ihm liebhat, beißt er nicht." Da hatte ich meine Lektion.
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Ein indisches Märchen erzählt von einem Hund, der in einem Zimmer umherirrte, in dem alle Wände Spiegel waren. Er sah plötzlich viele Hunde. Da wurde er wütend, fletschte die Zähne und knurrte. Alle Hund im Spiegel wurden ebenso wütend, fletschten die Zähne und knurrten. Der Hund erschrak und fing an, im Kreis herumzulaufen, solange bis er schließlich tot zusammenbrach.
Hätte er nur ein einziges Mal mit dem Schwanz gewedelt: alle seine Spiegelbilder hätten ihm ein freundliches Bild zurückgeworfen!
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Der Weg von Mensch zu Mensch ist oft weit und schwieriger als der Weg von der Erde zum Mond.
Dr. Franz König
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Es war während eines winterlichen Spaziergangs im Schwarzwald. Ein junger Mann erkundigte sich nach einem Weg zu einer bestimmten Hütte. Ich gab ihm Auskunft - und er bedankte sich. Da ich jedoch spürte, daß er eigentlich etwas ganz anderes suchte - er kam mir etwas verstört, etwas niedergedrückt vor - bot ich mich an, ein Stück des Weges mit ihm zu gehen. Schon nach eine halben Stunde "wußte" ich schier alles über ihn: er komme aus dem Saarland, habe zur Zeit große persönliche Probleme - und, überhaupt, er verstehe die Welt nicht mehr. Sie falle wie eine schwere Decke tagtäglich auf ihn herab... Zusammen mit drei Gleichaltrigen - so erfuhr ich später - betreibe er eine Werbeagentur. Seine Kollegen hätten ihm nahegelegt, einmal auszuspannen, ganz alleine.
So hatte unser Gespräch begonnen. Wir unterhielten uns zwei Stunden lang über fast alles: Gott und die Welt, Wirtschaft und Politik, Menschen, Tiere und Pflanzen. Ich gab ihm zu verstehen, daß er, wie jeder andere Mensch auch, lernen müssen, daß wir alle letztlich uns selber zum Problem würden. Daß wir uns immer selber mitnähmen, egal wohin wir auch gingen. Niemand könne vor sich selber fliegen. Auch ginge es im Leben, und zwar zeit-lebens darum, den Sinn unseres Daseins zu erkunden.
Beim Abschied erwähnte ich eher nebenbei, daß wir uns wahrscheinlich nie mehr träfen. Jeder ginge seine eigenen Wege. Und doch bliebe - vielleicht - etwas von dieser Begegnung in uns zurück. Als der junge Mann mir die Hand reichte, standen Tränen in seinen Augen.
Drei, vier Tage später begegneten wir uns noch einmal. Er hatte, so erfuhr ich jetzt, nach mir gesucht. Jetzt schüttelten wir uns die Hände wie zwei gute Bekannte. Wieder unterhielten wir uns, bis sich die Wege trennten, vielleicht diesmal für immer. Und doch hatte ich das Gefühl, diesen Weggefährten nie mehr zu vergessen. Da war etwas zwischen uns gewachsen.
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Ein Mensch ist erst dann reicht, wenn er einen Menschen hat, zu dem er immer kommen darf.
Maria T. Radloff
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Auf dem Aussichtsmäuerchen sitzt ein Mädchen, neben ihr ein junger Blondschopf beide in Jeans. Die Schulmappen haben sie beiseite gelegt, um sich umfassen, streicheln zu können, um zu murmeln, zu lachen, mit den Lippen die Landschaft ihrer Gesichter zu entdecken. Die Schulaufgaben in ihren Mappen müssen fürs erste noch warten, Aufgaben gibt's, die wichtiger sind:
einen anderen Menschen kennenzulernen zum Beispiel, ihn zu entdecken, von ihm entdeckt zu werden, Gefühle in Worte zu fassen, mit Worten, Andeutungen zu spielen wie mit Fingern, mit Haaren, einander zuzulächeln, Wünsche zu erraten, Pläne zu schmieden, Wahn zu dämpfen, die Freuden der Gegenwart zu genießen. Wer weiß, ob die beiden noch einmal so intensiv werden erleben und fühlen können wie jetzt, wie hier in der Unbedingtheit ihres Glücks aneinander.
Kurt Marti
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Der erste Schritt zur Lösung eines Problems ist, es jemanden zu erzählen.
John Peter Flynn
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Ich möchte mit Dir
in das Leben
eintauchen und dann
zu uns beiden selbst zurückkehren -
uns durch das Leben finden -
im Spiegel des Lebens uns erkennen
und dadurch Liebe
immer neu werden lassen -
weniger in Selbstbeschauung
mehr in dynamischem Engagement !
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Kein Mensch ist so arm,
dass er nicht für einen noch ärmeren Menschen
ein Sonnenstrahl werden könnte.
Kein Mensch ist so reich,
dass er keines andern Menschen Hilfe nötig hätte.
Und keiner ist in der Lage,
dass er nicht beides bräuchte.
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Bindungen fesseln nicht nur, sie können auch Kraft uns Sinn geben.
Elisabeth Noelle - Neumann
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