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Es ist die hohe Bestimmung des Menschen, mehr zu dienen als zu herrschen.

Albert Einstein


Das Leben hat nur Wert durch seinen Inhalt für andere. Mein Leben ohne Wert ist für andere schlimmer als der Tod. Darum diene allen! Wie unbegreiflich groß, was mir geschenkt wurde. Wie wenig, was ich opfere.

Dag Hammarskjöld


Während der ersten Semester meines Studiums erfuhr ich in einem Seminar, daß man im hießen Wüstensand Ägyptens einen kleinen Papyrusfetzen gefunden hatte, auf dem nur ein Satz stand: "Wer der Größte unter euch sein will, der sei euer aller Diener." Unser Professor nahm an dieser Stelle seine Brille ab und erklärte nach einer kurzen Pause: "Wenn es von dem ganzen Neuen Testament nur dieses eine Wort Jesu gäbe, wäre das für mich ausreichender Anlaß, um entweder Christ zu werden oder zu bleiben."


Die Demut (humilitas) ist ein stetiges inneres Pulsen von geistiger Dienstbereitschaft im Kerne unserer Existenz, von Dienstbereitschaft gegen alle Dinge, die guten und die bösen, die schönen und hässlichen, die lebendige und die toten. Die ist die innere seelische Nachzeichnung der einen grossen Bewegung des Christlich-Göttlichen, din der es sich freiwillig seiner Hoheit und Majestät begibt, zum Menschen kommt, um jedermanns und aller Kreatur freier und seliger Knecht zu werden. Indem wir diese Bewegung mitvollziehen und, all unser Selbst, alle seinen möglichen Wert und seine Achtbarkeit und Würdigkeit, die der Stolze fest umklammert, loslassend, uns selbst wahrhaft "verlieren", uns "dahingeben" - angstlos, was hierbei geschehe - aber dunkel vertrauend, es könne der Mitvollzug jener göttlichen Bewegung als einer "göttlichen" auch uns zum Heile dienen, - sind wir "demütig". Auf das echte "Loslassen" unserer Selbst und seines Wertes, auf das Wagnis, sich ernstlich in die fürchterliche Leere hinauszuschwingen, die jenseits, die jenseits aller Ichbezüglichkeiten, der bewußten und halbbewußten, gähnt, - eben darauf kommt es an!

Max Scheler (1914)


Gute Gedanken, wenn man eine Treppe hinaufsteigt

Ist dies der schöne Dank? Die Treppe läßt mich gehen,
und ich kann Haupt und Leib von Tritt zu Tritt erhöhen;
allein, was trägt sie wohl Nutz davon?
Mein Fuß besudelt sie, das ist ihr ganzer Lohn.

So geht es in der Welt: je mehr wir dienen,
Je mehr sie Lebens-lang durch unsern Beistand grünen,
Um so viel destomehr sind sie darauf bedacht,
Daß täglich neuer Schimpf uns neuen Kummer macht.

Allein verzeieht mir, ihr wohlgebauten Stufen,
Ich muß mich auf den Brauch der ganzen Welt berufen,
Der Dank ist ziemlich schlecht; mir geht es eben so,
Und wem ich nützlich bin, der macht mich selten froh.

Wie mancher ist mit mir an euch herauf gestiegen?
Der Sähe mich nun gern in tiefem Kote liegen,
Ja weil ich stehen mag, so nimmt er alles mit
Und gibt mir das und wann politisch einen Tritt.

Wohlan, das Laster soll die Tugend nimmer dämpfen,
Und will der Undank schon mit meiner Guttat kämpfen,
So bleib ich doch getrost; ich diene, wem ich kann,
Und leide, was ich soll, so hab ich wohlgetan.

Christian Weise (1683)


Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan.
Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.

Martin Luther (1520)


O Gott, hilf uns, daß wir Herr über uns selbst sind, um andren Diener zu sein.

Alec Paterson


Nur das Leben im Dienst anderer ist ein lebenswertes Leben.

Albert Einstein


Was lange leben will, muß dienen. Was aber herrschen will, das lebt nicht lange.

Hermann Hesse


Vor dem Engagement kommt das steht das Geschenk. Wir sind keine Arbeitnehmer oder gar Sklaven Gottes, sondern Kinder Gottes, Miterben, Mitbesitzer. Bevor der Dienst und die Mitarbeit beginnen, ist schon eine Beziehung da, sind wir als Personen angenommen und ernst genommen. Die Kinder des Vaters setzen sich auch ein: im "Haus des Vaters" - nicht im "Betrieb des Chefs".


Wenn der Lohn abgeschafft ist, dann wohlan, kann ich wahrhaft zu dienen beginnen.

Dow Bär von Mesritsch (18.Jh., Buber)


Die zehn Grundsätze

Der Maggid sprach zu seinem Schüler Rabbi Sußja: "Die zehn Grundsätze des Dienstes kann ich dich nicht lehren. Aber du magst zu einem kleinen Kind und zu einem Dieb in die Lehre gehen.
Drei Dinge wirst du von dem Kinde lernen:
es ist fröhlich, ohne eines Antriebs zu bedürfen;
keinen Augenblick verweilt es müßig;
und woran es Mangel hat, weiß es kräftig zu begehren.
In sieben Dingen wird dich der Dieb unterweisen:
er tut seinen Dienst in den Nächten;
erlangt er´s nicht in einer Nacht, so wendet er die kommende dran;
er und seine Werkgenossen lieben einander;
er wagt sein Leben um ein Geringes;
was er erbeutet hat, gilt ihm so wenig, daß er es um die schlechteste Münze hergibt;
er läßt Schläge und Plagen über sich ergehen, und es ficht ihn nicht an;
sein Handwerk gefällt ihm wohl, und er tauscht es für kein andres ein.

Dow Bär von Mesritsch (18. Jh., Buber)


Und hätte ich alle Ehrungen der Welt erreicht,
es wäre nichts,
hätte ich vergessen zu dienen.

Kurt Rösner


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