Textwerkstatt: Einhalten


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Wer sich Zeit zur Besinnung nimmt,
findet auch seine Bestimmung.
Peter Hahne
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Der Mensch braucht Stunden,
wo er sich sammelt und in sich hineinlebt.
Albert Schweitzer
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Wir haben verlernt,
die Augen auf etwas ruhen zu lassen,
deshalb erkennen wir so wenig.
Jean Giono
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Wissen Sie, daß das mit der Angst, sich selbst zu begegnen, verbreiteter ist, als man so annimmt? Wenn Sie bemerken, daß Sie total in Ihr Leben eingespannt sind und ihm nicht mehr entrinnen können, daß Ihr Tag nur noch Hast und Streß ist und Ihnen keinen Augenblick mehr für irgendetwas oder irgendjemanden läßt, daß die vierundzwanzig Stunden des Tages nicht mehr reichen und zwölf weitere notwendig wären, daß Sie gereizt und elektrisch geladen sind, so daß die Funken sprühen und die Menschen um Sie herum Schocks abbekommen, dann ist es dringend an der Zeit, sich um ein Treffen mit sich selbst zu bemühen,
HeIder Camara
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Damals, als noch keine Straßen das Land durchschnitten und es noch keine Autos gab, die Menschen so schnell wie der Wind vom Meer in die Berge zu bringen, kämpfte sich ein Missionar mit einer Schar von Trägern durch den afrikanischen Busch. Er hatte es eilig und trieb seine Führer zu immer schnellerem Gehen an, denn in drei Tagen wollte er sein Ziel erreichen.
Der dritte Morgen kam herauf, strahlend stand die Sonne am Himmel, die Luft flimmerte, das hohe Gras bewegte sich sacht, und in der Luft sangen die Vögel. Der Missionar drängte zum Aufbruch, aber die Träger lagerten sich und wollten nicht aufstehen. Kein Zureden half, kein Befehlen, kein Drohen. Endlich fragte er nach dem Grund ihres Zögerns und erhielt zur Antwort: "Wir müssen warten, bis unsere Seele nachgekommen ist."
aus Afrika
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Jeder Tag ist eine volle Zeit.
Er hat Anfang, Mitte, Ziel.
Vieles bedrängt mich und macht mich unruhig.
Ich brauche Orientierung und Ruhepausen
- mitten am Tag und wenigstens einmal im Jahr -,
um nachzudenken,
um Ausschau zu halten,
um den nächsten Schritt zu wagen.
Es gibt so viele Möglichkeiten.
Ich kann tun, was mir Freude bereitet.
Manchmal lassen es die Umstände nicht zu.
Dann ist auch das eine Chance.
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Es kann hilfreich sein,
immer wieder den Tag über sich zu sammeln
und eine Minute lang einfach Gott gegenüber zu sein,
ohne viel zu Reden.
Was wichtig ist, das ist,
mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele
und allen Kräften
ein paar Augenblicke in seiner Gegenwart da zu sein
Und zuletzt kommt es darauf an,
ohne die Gegenwart Gottes loszulassen,
wieder mitten in der Arbeit zu sein.
Jörg Zink
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Erst, als das Davonrennen
schlimmer war
als das,
wovor ich davonrannte,
konnte ich stehen bleiben.
Ich sah mich um:
Da stand ich mir gegenüber.
Hans-Kurt Flemming
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"Warum hast Du es so eilig?", fragte der Rabbi. "Ich laufe meiner Lebendigkeit nach", antwortete der Mann. "Und woher weist Du", sagte der Rabbi, "daß Deine Lebendigkeit vor Dir herläuft und Du Dich beeilen mußt? Vielleicht ist sie hinter Dir und Du brauchst nur innezuhalten."
Rabbi Ben Meir
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Höhepunkt
In unserer Gemeinde liegen alle Gebäudeteile dicht nebeneinander: Kirche, Kindertagesstätte, Büros, Hausmeister- und Pfarrwohnung. Unser Glockenturm ist zugegebenermaßen ziemlich häßlich, aber hat sein Gutes - nämlich die Glocken. Mittags um zwölf läuten sie um die Wette, und wer in ihrer Nähe ist und es einrichten kann, kommt in die Kirche. Wir entzünden die Alltagskerze vor dem Altar uns setzen uns zusammen - Eltern, die ihre Kinder vom Kindergarten abholen wollen, Sekretärin und Bürobesucher, ein Rentner, der im Keller geraden eine Tür streicht, der Pfarrer und Angestellte, aus der benachbarten Firma. Wir singen, beten einen Psalm und tragen Gott vor, was uns bewegt: Dank für Gelungenes, Bitten für die Kranken der Gemeinden, für die Jungschar am Nachmittag, um Weisheit in den Details des Alltags. Seit wir vor zwei Jahren begonnen haben, täglich das Mittagsgebet zu halten, hat es sich zu einer Oase im Trubel des Tagesgeschäftes entwickelt. Es tut gut, auf der Höhe des Tages bei Gott einzukehren.
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Man sollte nie so viel zu tun haben, daß man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.
Georg Christoph Lichtenberg
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Der Zwang zur Fortschrittsperspektive besagt, daß man nicht das Jetzt und Hier bejahen und ausschöpfen kann, sondern sich immer hektisch unterwegs sieht. Das Motto lautet: Immer nur nach vorn und oben blicken. Dabei verliert man den Augenblick. Dann ist es wirklich so, daß das Leben zerrinnt. Man erschrickt über das Tempo des Zerrinnens, weil man eben nie und nirgends mit seinem Bewußtsein wirklich verweilt und zur Gegenwart ja sagt.
Horst-Eberhard Richter
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Im Leben ist viel Wunderbares. Da habe ich oftmals das Gefühl, als müßte man ganz fromm und still dazwischen sitzen und den Atem anhalten, daß es nicht entflieht.
Paula Modersohn-Becker
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Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen.
Martin Luther
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